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Lübeck Hundehalter empört über neue Verbotsschilder an Sportplätzen
Lokales Lübeck Hundehalter empört über neue Verbotsschilder an Sportplätzen
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09:08 15.10.2015
Hundehalter in der Siedlung Vorwerk protestieren und haben schon 68 Unterschriften gegen das Hundeverbot gesammelt: Sie wollen die Wiese auch künftig als Freilauffläche für ihre Vierbeiner nutzen. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Die Anwohner fühlen sich, wie es der Moislinger Stephan Loehndorf formuliert, in ihrem „Grundrecht auf Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt“ und stellen wie Regina Cordes aus der Siedlung Vorwerk die Frage, „warum wir so viel Hundesteuer zahlen, wenn wir stets beschnitten werden?“

Die Stadt versteht die ganze Aufregung nicht. Schließlich sei es „nichts Neues“, dass Hunde auf Sport- und Kinderspielplätzen „aus Hygienegründen“ nichts zu suchen hätten. „Das ist doch seit vielen Jahren Standard“, äußert sich Stadtsprecherin Nicole Dorel verwundert über die Bürgerproteste. Seit vielen Jahren würden diese Verbotsschilder am Eingang von Sport- und Spielplätzen stehen.

„Das stimmt nicht“, widersprechen die Vorwerker Hundehalter. Beim Bolzplatz „Am Drögenvorwerk“ gab es „jahrzehntelang kein Hundeverbotsschild, die Schilder wurden erst vor vier Wochen aufgestellt“, erzählt Jens Woltermann, der seit 22 Jahren in Vorwerk lebt. Niemand habe sich bislang über die auf der Wiese tobenden Hunde aufgeregt. Hundetrainerin Regina Cordes bestätigt: „So lange ich hier wohne, und das sind schon acht Jahre, gab es nie ein Hundeverbotschild.“

Der Bolzplatz „Am Drögenvorwerk“, im Volksmund „Sporti“ genannt, ist ein spezieller Fall. Für die Anwohner ist der Grünbereich ein „Dorfmittelpunkt“ und ein „Ort der Begegnung und Treffpunkt für alle“. Auf der rund ein Hektar großen von Bäumen und Büschen gesäumten Wiese toben seit vielen Jahren Hunde, „ohne dass sich Radfahrer, spielende Kinder und Spaziergänger belästigt fühlen“, betont Anwohnerin Marion Friedrichs. Ein klassischer Sportplatz ist die Grünfläche nicht. Das kleine Fußballfeld, mit Wänden und Netzen abgeschirmt, ist für Hunde nicht zugänglich. Das alte Fußballfeld wird seit Jahren nicht mehr genutzt. Die beiden Tore wachsen zu. Und auch der Basketballkorb hat seit Ewigkeiten keinen Ball mehr gesehen und verrottet. Regine Cordes: „Seit Jahren ist diese Wiese mehr oder weniger Brachland. Sämtliche Anwohner sind mit ihren Hunden zum Spielen dort gewesen.“ Die Hundehalterin will jetzt wissen: „Wer hat das Hundeverbot angezettelt? Es gibt doch in St. Lorenz Nord keine Hundefreilauffläche.“

Auch der Moislinger Stephan Loehndorf will wissen: „Wer hat das Schild ,Für Hunde verboten‘ am Sportplatz Brüder-Grimm-Ring veranlasst, und aus welchen Gründen?“ Dass es eine Hunde-Anleinpflicht auf Sportanlagen gebe, wisse er. Ein Verbot, Hunde angeleint auf Sportplätzen mitzunehmen, bestehe aber nicht: „Ich frage mich daher, ob dieses Verbotsschild einer rechtlichen Überprüfung standhält.“

Seit Jahren gehe er mit seinen Hunden über die Moislinger Sportanlage in den dahinter gelegenen Krähenwald. Dieser Weg sei ihm nun versperrt.

Stadtsprecherin Nicole Dorel kann aber in diesem Fall helfen. Sie erklärt: „Angeleint darf der Hund über das Sportgelände zum Krähenwald geführt werden.“

Hier dürfen Hunde toben
Hundestrände: Auf dem Priwall (gekennzeichneter Abschnitt), in Travemünde (erste 100 Meter Strand im Bereich des Steindammes).

Hundefreilaufflächen: Hundewald im Israelsdorfer Forst. Hundeauslaufplatz im Dänischburger Forst.

Hundefreilaufstrecken: Innenstadt (Wallanlagen), Brandenbaumer Feld, Stadtpark, Uferweg Falkenwiese, Moislinger Aue, Grünzug Wiesental in Buntekuh, Schulwald Kücknitz, Weg zwischen Ivendorfer Landstraße und Rönnauer Mühle in Travemünde.

Alle Freilaufzonen finden Hundehalter im Internet unter www.luebeck.de.

Torsten Teichmann

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