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Lübeck Illegale Böller halten Helfer in Atem
Lokales Lübeck Illegale Böller halten Helfer in Atem
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20:33 28.12.2015
Großer Feuerwehreinsatz in der Robert-Koch-Straße: Insgesamt 21 Rettungskräfte rückten an, um eine entflammte Regenrinne eines Mehrfamilienhauses zu löschen. Quelle: Fotos: Holger Kröger
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Lübeck

Silvesterraketen werden schon wieder in der ganzen Stadt gezündet — und das nicht immer ohne Schäden: Schon vor dem offiziellen Verkaufsstart halten Feuerwerkskörper die Brandbekämpfer in Atem. Zu insgesamt drei Brand- und Unfallstellen mussten die Helfer der Polizei und Feuerwehr am ersten Weihnachtsfeiertag ausrücken.

Der erste Raketenbrand der Saison geschah in St. Jürgen: Die Dachrinne eines Mehrfamilienhauses in der Robert-Koch-Straße hatte gegen 19 Uhr Feuer gefangen. Schuld war eine Silvesterrakete, die das Laub entflammte, das sich in der Regenrinne gesammelt hatte. Obwohl die insgesamt 21 Rettungskräfte das Feuer schnell löschen konnten, mussten sie noch einen Teil der Dachpfannen hochheben, um zu überprüfen, ob der Dachstuhl Feuer gefangen hatte — was nicht der Fall gewesen ist. Wer die Rakete gezündet hat, ist bislang unklar. Der Sachschaden liegt laut Polizei im vierstelligen Bereich.

Zuvor hatte schon ein illegaler Knallkörper einen Einsatz ausgelöst: Ebenfalls am 25. Dezember hatte ein 30-jähriger Stockelsdorfer gegen 17.45 Uhr einen illegalen Böller bei den Parkplätzen an der Lohmühle getestet. Der Mann hatte noch weitere Böller kaufen wollen, doch dies nahm mit dem ersten „Testknallkörper“ ein jähes Ende: Der Mann sprengte sich eine Fingerkuppe ab und musste nach der ersten Versorgung durch den Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden.

Auch wenige Stunden später, um 20.30 Uhr, verursachten Polenböller weitere Schäden: Offenbar sprengten zwei Männer einen privaten Briefkasten in der Schwartauer Allee in die Luft. Dabei wurden durch herumfliegende Metallteile nicht nur die Scheibe der Eingangstür eines anliegenden Geschäfts beschädigt, sondern auch zwei parkende Autos. Die Täter, die Richtung Gloxinstraße flohen, sollen nach Zeugenberichten etwa 20 Jahre alt gewesen sein; einer von ihnen trug eine auffällige Jacke mit roter Kapuze. Da zur Tatzeit ein Bus des Stadtverkehrs an der Haltestelle „Wickedestraße“ gehalten haben soll, hofft die Polizei auf weitere Zeugen, die das Duo möglicherweise gesehen haben. In allen Fällen ermitteln die Beamten gegen Verstöße nach dem Sprengstoffgesetz sowie weiteren Straftatbeständen.

Alle Zeugen werden gebeten, Hinweise zu allen drei Vorfällen mit Feuerwerkskörpern unter der Rufnummer 0451/1310 zu melden.

Grundsätzlich weist die Polizei darauf hin, dass nur zugelassene Raketen und Böller am 31. Dezember und 1. Januar von Erwachsenen gezündet werden dürfen. Auch Personen, die nach Anleitungen aus dem Internet Sprengkörper selbst herstellen, machen sich strafbar. Denn: „Solche Explosivstoffe unterliegen dem Waffengesetz und/oder dem Sprengstoffgesetz und gelten als Sprengvorrichtungen“, heißt es in einem Informationsblatt der Polizei. „Bei entsprechenden Vergehen droht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.“

Da sich jedes Jahr viele Menschen an Böllern und Raketen verletzen, rät die Polizei, die zugelassenen Knallkörper nur auf freien, ebenen Flächen mit einem Schutzabstand von acht Metern zu Personen und Häusern zu zünden.

Heute startet der Verkauf
Immer an den drei letzten Tagen des Jahres werden Raketen, Böller und Co. in den Geschäften verkauft. Zugelassenes Feuerwerk erkennt man vor allem an drei wichtigen Merkmalen: Zum einen tragen die Knallkörper auf der Verpackung das „CE“-Zeichen, dazu die Feuerwerkskategorie und eine vierstelligen Ziffer, zum Beispiel: 0567 — F2 — 2345. „F2“ gibt hierbei an, dass es sich um die Kategorie 2, also Kleinstfeuerwerk handelt. Bei Kategorie 1 handelt es sich um Artikel für den Hausgebrauch, etwa Wunderkerzen.

Lena Modrow

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