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Lübeck Im Norden wird wieder gemordet
Lokales Lübeck Im Norden wird wieder gemordet
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21:15 19.06.2017
Ausstieg, die x-te: Regisseur Marcus Weiler (v. l.) gibt seinen beiden Hauptdarstellern Sven Martinek und Ingo Naujoks vor dem La Havanna in der Engelsgrube noch einmal genaue Anweisungen, bevor er sich wieder in sein schwarzes Kabuff zurückzieht. Quelle: Fotos: Lutz Roessler

Es ist heiß – sehr heiß auf den Straßen Lübecks, als das Produktionsbüro ndF im Auftrag der ARD für die Vorabendserie „Morden im Norden“ dreht. Es ist 14 Uhr, als Regieassistent Maik Johanns ansagt: „Noch fünf Minuten Technik, dann geht’s los.

Ingo Naujoks und Sven Martinek drehen in Lübeck für fünfte Staffel der ARD-Vorabendserie.

Ingo Naujoks (Lars Englen) und Sven Martinek (Finn Kiesewetter) sitzen im Schatten auf Regiestühlen und ruhen sich kurz aus. Vormittags haben sie auf der Nördlichen Wallhalbinsel bereits die Leiche einer Prostituierten gefunden, jetzt steuern sie eine psychiatrische Praxis in der Engelsgrube 53 an. Außen am montags geschlossenen Friseursalon Bianca S. prangt ein Praxisschild, Gehweg und Straße sind abgesperrt. Mit einem Skoda kommen die beiden Ermittler aus der Schwönekenquerstraße, biegen links ab und halten vor der Havanna Bar. Sich über Psychiater im Allgemeinen und Besonderen unterhaltend, gehen sie über die Straße und bleiben vor dem Praxisschild von Dr. Lazlo Georgi stehen.

Regisseur Marcus Weiler, der in einem schwarzen Kabuff sitzt, damit er spiegelungsfrei stets den Monitor im Blick hat, ruft: „Stop!“ Irgendeine Spiegelung im Schaufenster gefällt ihm nicht. Also nochmal. Dieses Mal haben die beiden von der Mordkommission die Kurve zu groß genommen. Irgendwas ist immer.

Auch die Lübecker Komparsen Ayhan Yilmaz (50), Yves Francois (66), Lina Weglarz (39) und Julia Kotrova (26) gehen immer wieder zurück zu ihrem Einsatzort, um dann immer wieder die selbe Strecke über den Gehweg zu laufen. Über eine Agentur sind die Komparsen an den Job gekommen. Es gibt Mindestlohn nach Stundensatz, Essen und Getränke vom Catering-Bus sind frei. Während Lina Weglarz schon öfter bei Produktionen mitgemacht hat, ist Julia erstmals dabei. „Ich hätte nie gedacht, dass eine einzelne Szene so lange dauert“, sagt sie. Und dann kommt auch schon wieder ihr nächster Einsatz, sie läuft Richtung Hausnummer 53.

Naujoks im Sakko und Martinek in einer Schimanski-Jacke können einem ein bisschen leid tun: Immer wieder setzen sie sich für ein kurzes Stück ins brüllend heiße Auto, immer wieder müssen sie in der prallen Sonne aussteigen, die Straße überqueren und sich über Psychotherapie unterhalten. Rund ein Dutzend Mal machen sie das, bis die kurze Außenszene zur Zufriedenheit von Regisseur Weiler im Kasten ist. Aus den Obergeschossen der Häuser auf der Straßenseite der Havanna Bar schauen Anwohner zu, echte Passanten werden gebeten, einen Moment zu warten oder die Straßenseite zu wechseln. Die meisten sind verständnisvoll, nur eine ältere Radfahrerin murmelt vor sich hin „ist mir doch egal“ und fährt einfach mitten durchs Bild die Engelsgrube hinunter.

Es ist 15.20 Uhr, als nur noch schnell eine andere Einstellung gedreht werden muss. Das geht tatsächlich schnell, Naujoks und Martinek fallen erschöpft auf die Regiestühle, die ein Scherzkeks mit „Inge Naujoks“ und „Svenja Martinek“ beschriftet hat. Die Hitze scheint den beiden Schauspielern nicht viel auszumachen, „das ist immer noch besser, als wenn es zu kalt ist“, sagt Martinek. Trotzdem ist der Drehtag in der Hansestadt anstrengend, „denn wir drehen für verschiedene Folgen, da muss man immer wieder von einem zum anderen Fall umschalten.“ Für „Morden im Norden“ waren die beiden Schauspieler schon häufiger in Lübeck, „die Stadt ist uns sehr ans Herz gewachsen, sie hat ein gemütliches Flair“, sagt Ingo Naujoks. Allerdings, sagt Sven Martinek, „bleibt absolut keine Zeit, die Stadt zu erkunden oder einen Kaffee trinken zu gehen.“

Dass es erst der fünfte von mehr als 100 Drehtagen ist, schreckt Naujoks schon ein bisschen, „denn dafür hat das schon ganz schön viel Kraft gekostet.“ Allerdings wolle er sich nicht beklagen: „Es ist schon ein großes Privileg, fürs deutsche Fernsehen tätig zu sein.“

Die Vorabendserie

„Morden im Norden“ läuft seit Februar 2012 im Ersten. Die Serie spielt in Lübeck, wird hier, in Hamburg und im Umland gedreht. Kriminalhauptkommissar Finn Kiesewetter und Kriminaloberrat Lars Englen von der Lübecker Mordkommission sind Tätern in Lübeck und an der Ostseeküste auf der Spur.

Vor einer Woche war Drehstart für die fünfte Staffel mit insgesamt 16 neuen Folgen. Gedreht wird bis Ende November, zu sehen sind die neuen Folgen im Frühjahr 2018.

Sabine Risch

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