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Lübeck Immobilien im Norden so begehrt wie noch nie
Lokales Lübeck Immobilien im Norden so begehrt wie noch nie
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14:28 09.09.2013
Makler erzielen derzeit Toppreise auf dem Immonilienmarkt. Quelle: fotolia
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Lübeck

Der Run auf Immobilien gewinnt noch an Fahrt. Kaufinteressenten stehen Schlange bei Verkäufern und Maklern. Wegen des enormen Andrangs von Kaufwilligen führen erste Maklerbüros in Lübeck jetzt Sammelbesichtigungen durch. Käufer zahlen hohe, teilweise beinahe irrationale Preise.

Neben der Angst vor einer Euro-Krise spielt in Schleswig-Holstein die zum Jahreswechsel anstehende Anhebung der Grunderwerbssteuer von 5,0 auf 6,5 Prozent offenbar eine Rolle. Hinzu kommt, dass Banken Immobilien-Interessenten Kredite immer noch zu Superkonditionen anbieten – trotz zuletzt leichten Anziehens der Hypotheken-Zinsen.
In Innenstädten und an der Küste werden inzwischen Spitzenpreise bezahlt, die vor Jahren noch als irrwitzig gegolten hätten. In guten Lagen von Lübeck sind die Preise innerhalb eines Jahres um bis zu 20 Prozent gestiegen. Trotzdem wird gekauft, was das Zeug hält. „Wir haben weiterhin einen Verkäufermarkt“, sagt Thomas Ressel, Leiter des Immobiliencenters der Sparkasse zu Lübeck. „Dieser Markt ist für zögerliche Kandidaten gar nichts.“ Selbst gebrauchte Immobilien, die früher schwer abzustoßen gewesen seien, würden gern gekauft, sagt Bernd Rösler, Geschäftsführer der Deutschen Immobilien GmbH in Lübeck – „vorzugsweise von jungen Familien“. Renovierungsstau lasse sich mit billigen Krediten schnell beseitigen. Die Erhöhung der Grunderwerbssteuer wirke als Verstärker der Marktentwicklung, erklärt Ressel. Die ab 1. Januar fälligen 6,5 Prozent bedeuten einen bundesweiten Spitzenwert.

Für Kapitalanleger, die aus ganz Deutschland kommen, gehe es derzeit nicht um große Renditen, sondern zuerst um den Werterhalt ihres Vermögens. Eine Blase, wie sie die USA und später Spanien und Irland erlebt haben, ist laut Experten in Schleswig-Holstein nicht zu erwarten. Platzt eine solche Blase, fallen die Preise schlagartig.
Freistehende Einfamilienhäuser in Lübecker Toplage haben die Marke von 2000 Euro je Quadratmeter (ohne Grundstück) durchbrochen. Für schicke Eigentumswohnungen werden in Ausnahmen bereits bis zu 4000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche (Beckergrube) hingeblättert. Damit rangiert die 120-Quadratmeter-Wohnung bei fast einer halben Million Euro – eine Summe, für die vor wenigen Jahren eine Villa samt Grundstück zu erwerben war. Noch getoppt werden diese Zahlen in Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein). „Es werden Traumpreise bezahlt“, sagt Maklerin Annegret Möllerherm. In der Spitze seien Eigentumswohnungen bei Quadratmeterpreisen von 7000 Euro angelangt.

Curd Tönnemann

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