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Lübeck Immobilienpreise in Lübeck ziehen stark an
Lokales Lübeck Immobilienpreise in Lübeck ziehen stark an
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21:50 15.05.2016
Hohe Nachfrage, wenig Angebot: Viele Immobilien – unser Foto zeigt ein Haus in Karlshof – gehen in Lübeck derzeit schnell weg. Quelle: Olaf Malzahn

Jörg Schreiber, LBS-Gebietsleiter für Lübeck: „Wir erzielen Preise, an die wir vor Jahren noch gar nicht gedacht haben.“

Laut LBS lag die Preisspanne für diese Häuser mit 120 Quadratmetern Wohnfläche im vergangenen Jahr zwischen 135 000 und 430000 Euro. Die meisten Objekte gingen für 245000 Euro weg. In diesem Jahr liegt die Preisspanne zwischen 200 000 und 480 000 Euro, die meisten Häuser wurden für 320000 Euro verkauft. Der Preis für ein neues Reihenhaus stieg von 225000 auf 280000 Euro, Baugrundstücke in mittleren bis guten Lagen verteuerten sich von 210000 auf 300000.

Die LBS hat den Immobilienmarkt von 925 Städten untersucht. Der Preisspiegel basiert auf einer Umfrage unter den Immobilienvermittlern von LBS und Sparkassen. „Es sind wenige Häuser am Markt, und die Zinsen sind am Boden“, sagt LBS-Gebietsleiter Schreiber, „wir haben teilweise drei Käufer für eine Immobilie.“ Vor allem St. Jürgen, St. Gertrud und St. Lorenz Süd seien bei den Käufern begehrt.

Zudem würden Hamburger auf den Lübecker Markt drängen. Schreiber: „Anfang der 90er Jahre hatten wir diese Lage schon einmal.“ Nach der Grenzöffnung seien die Preise für Immobilien drastisch nach oben gegangen.

Das Angebot sei derzeit sehr knapp, bestätigt Thomas Ressel, Makler bei der Sparkasse zu Lübeck: „Wir haben einen deutlichen Nachfrageüberhang.“ Hohe Preissteigerungen gebe es in den bevorzugten Lagen, während die Preise in Kücknitz und Schlutup eher stabil seien.

Das Angebot an gebrauchten Einfamilienhäusern sei so knapp, weil es in der Hansestadt zu wenige Neubaugebiete gebe. Nur wenn Bürger neue Häuser bauen, würden sie ihre jetzigen Immobilien verkaufen.

Ressel: „Die Stadt schafft nicht schnell genug Neubaugebiete.“ Bedauerlich sei, dass die Flächen in der Gartenstadt Rothebek vom Land aufgekauft worden seien. Das Land will dort eine Flüchtlingseinrichtung bauen. In Lübeck gebe es tatsächlich zu wenige Neubaugebiete, bestätigt Sascha Sebastian Färber von Haus & Grund. Der Verband vermittelt zwar keine Immobilien, erfährt aber von seinen Mitgliedern, dass Häuser sehr begehrt sind. In St. Gertrud haben Familien auf Immobiliensuche sogar Handzettel mit Kaufangeboten in Briefkästen von Hausbesitzern geworfen.

Enger Markt, zu wenig Angebot – das bestätigt auch die Lübecker Makler-Börse, ein Zusammenschluss von namhaften Immobilienbüros in der Hansestadt. Der 1. Vorsitzende Wolf-Christian Wittke taxiert die Preissteigerungen aber geringer als die LBS. In mittleren Wohnlagen kostet ein freistehendes Einfamilienhaus demnach um die 220000 Euro, in guten Lagen zwischen 250 000 und 260 000 Euro. Im Vergleich zum letzten Jahr seien die Preise bei den Gebrauchtimmobilien um zehn Prozent gestiegen, im guten Bereich lägen sie bei sieben Prozent, Neubauten an Wassergrundstücken seien acht Prozent teurer geworden. Wittke: „Zehn Prozent Steigerung liegt oberhalb der sonst in Lübeck üblichen Preisentwicklung.“

Hausbesitzer hätten oft übertriebene Preisvorstellungen, denn ihre Immobilien seien oft nicht in einem zeitgemäßen Zustand – Bäder seien 15 Jahre alt, Heizungen bis zu 40 Jahre alt. Die Makler-Börse speist ihren Marktbericht 2016 aus den Daten von acht Maklerbüros und einem Sachverständigenbüro.

Keine Münchner Preise

200 000 bis 480000 Euro kosten gebrauchte Einfamilienhäuser in guten Lagen in diesem Jahr in Lübeck, sagt die LBS. Zwar steigen die Preise an der Trave kräftig, aber von den teuersten Lagen in Deutschland ist man noch weit entfernt. Käufer im Münchner Nobel-Vorort Grünwald zahlen 1,55 Millionen Euro, in München selbst wird eine Million Euro für eine solche Immobilie fällig. Teuer sind auch Regensburg, Stuttgart, Wiesbaden und Freiburg. Lübeck spielt in einer Liga mit Kiel, Rostock und Bremen.

 Kai Dordowsky

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