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Lübeck Immunabwehr: Darmbakterien als Prophylaxe?
Lokales Lübeck Immunabwehr: Darmbakterien als Prophylaxe?
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21:17 30.04.2018
Frühgeborene tragen aufgrund ihrer Unreife ein hohes Risiko für Infektionen und langfristige Erkrankungen. Quelle: Foto: Uksh

Etwa zehn Prozent der Neugeborenen in Deutschland kommen als Frühgeborene zur Welt. Sie tragen aufgrund ihrer Unreife ein hohes Risiko für Infektionen und langfristige Leiden, bei denen Entzündungen eine wichtige Rolle spielen – zum Beispiel chronische Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale. Diese enorme Empfindlichkeit könnte unter anderem durch eine Störung der frühen Prägung der Immunabwehr und des Wechselspiels mit den Bakterien bedingt sein, die den Darm besiedeln.

Die Lübecker Uni-Arbeitsgruppe von Prof. Christoph Härtel untersucht nun bei 700 Frühgeborenen, ob die Gabe von natürlichen, in der Muttermilch vorkommenden Darmbakterien die frühe Etablierung der Mikroflora und die Prägung der Immunabwehr günstig beeinflussen kann. Im Alter von zwölf Monaten werden die ehemaligen Frühgeborenen im Hinblick auf Wachstum und Gedeihen, Häufigkeit von Infektionen und chronische Erkrankungen nachuntersucht. Das Bundesforschungsministerium bewilligte für die wissenschaftliche Studie Fördermittel über 1,6 Millionen Euro.

„Die frühe Entwicklung des Immunsystems und die natürliche Besiedlung von Neugeborenen mit Bakterien sind wichtig für die kindliche Gesundheit und haben Auswirkungen auf das Erwachsenenalter“, sagt Härtel zur Bedeutung der Untersuchung. Dies gelte insbesondere für sehr kleine Frühgeborene, deren Immunsystem am Lebensbeginn durch zahlreiche Einflüsse in hohem Maße herausgefordert wird. So sind medizinische Maßnahmen wie Kaiserschnittentbindung, Antibiotika-Therapie und Intensivmedizin unumgänglich, um das Überleben der Kleinsten zu sichern.

„All diese Aspekte können jedoch das frühe Wechselspiel zwischen Immunabwehr und Darmbesiedlung nachhaltig stören. Um dem vorzubeugen, suchen wir nach Möglichkeiten, um langfristig jedes Kind individuell schützen zu können“, erläutert der stellvertretende Leiter der Neonatologie und der Pädiatrischen Intensivmedizin am UKSH.

Neben Wissenschaftlern aus Lübeck sind unter anderem noch Forscher aus Freiburg, Heidelberg, Homburg, Mainz und Tübingen beteiligt.

LN

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