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Lübeck Impfstoff-Hersteller verteidigt sich
Lokales Lübeck Impfstoff-Hersteller verteidigt sich
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00:00 16.10.2012
Lübeck

Die Diskussionen um die Auslieferung des Grippe- Impfstoffes nehmen kein Ende: Der Pharmakonzern Novartis weist die Vorwürfe der gesetzlichen Krankenkassen im Norden, er wäre den Liefervereinbarungen nicht nachgekommen, entschieden zurück. „Wir haben 98 Prozent der uns vorliegenden Bestellungen ausgeliefert“, sagt ein Firmensprecher und fügt hinzu. „Wir sind überrascht, dass die gesetzlich vorgesehene Exklusivität für Hamburg und Schleswig-Holstein einstweilen außer Kraft gesetzt wurde.“ Novartis erwägt, gegen diese Entscheidung vorzugehen. „Wir prüfen unsere rechtlichen Optionen“, kündigt das Unternehmen an.Die Krankenkassen, der Apothekerverband Schleswig-Holstein sowie die Kassenärztliche Vereinigung (KVSH) hatten die Freigabe von Ersatzimpfstoffen damit begründet, dass Novartis nur 15 bis 17 Prozent der bestellten Impfstoff-Dosen geliefert habe. „Wie man dort auf 98 Prozent kommt, weiß ich nicht“, sagt der Geschäftsführer des Apothekerverbandes Schleswig-Holstein, Thomas Friedrich. Jens Kuschel, Sprecher der AOK Nordwest hält diese Zahl für „gelinde gesagt unplausibel“.Zwar sprechen sowohl Novartis als auch die Vertragspartner von 200 000 ausgelieferten Dosen. „Gebraucht und bestellt waren aber allein für Schleswig-Holstein zwischen 400 000 und 500 000“, sagt Friedrich. Er beanstandet darüberhinaus die Art und Weise, wie die Belieferung bisher ablief. Anfänglich sollten die Apotheken mit Begripal beliefert werden. „Schon am 13. September gab Novartis bekannt, dass der Rabattimpfstoff nicht ausreichend vorhanden sei“, so Friedrich. Als Alternative wurden die Ersatzimpfstoffe Fluad und Optaflu angeboten. „Von den 100 000 bestellten Dosen Fluad ist aber noch nicht eine angekommen“, sagt Friedrich. Die Entscheidung, wie im nächsten Jahr die Versorgung mit Grippeimpfstoff in Schleswig-Holstein und Hamburg erfolgen wird, ist noch nicht getroffen. Die Chancen, dass Novartis wieder den Zuschlag erhält, stehen aber schlecht. „Nach unseren Erkenntnissen funktioniert die Versorgung nur in den Gebieten nicht, in denen Novartis zuständig ist“, sagt Kuschel.

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