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Lübeck In Petri dreht sich alles um digitale Welten
Lokales Lübeck In Petri dreht sich alles um digitale Welten
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22:22 18.10.2013

Mit ihm hat eigentlich alles angefangen. Er ist so etwas wie die Geburtsstunde der PR-Offensive zur Wissenschaftsstadt. Es war im Februar 2008, dass die Lübecker Wissenschaft erstmals ins „Schaufenster“ St. Petri gestellt wurde. Jedem Hansestädter — und natürlich auch jedem Besucher der Stadt — sollte die Gelegenheit gegeben werden, einen Tag lang auf wissenschaftliche Entdeckungsreise gehen zu können, mit Forschern zu diskutieren und Experimente zu machen. Und was damals im Vorfeld der ersten Bewerbung zur „Stadt der Wissenschaft“ initiiert worden war, hat sich zur Traditionsveranstaltung gemausert. „Wir laden nun zum sechsten Male zum ,Tag der Wissenschaft‘ in die Hochschulkirche ein“, verkündet eine zufriedene Wissenschaftsmanagerin Dr. Iris Klaßen mit Blick auf den kommenden Freitag.

Diesmal wird die Info-Schau der vier Hochschulen, von wissenschaftlichen Einrichtungen und industriellen Partnern von 11 bis 17 Uhr unter das Motto „Die digitale Gesellschaft“ gestellt. „Chancen und Risiken liegen hier sehr nahe beieinander“, weiß Klaßen, „wir betrachten an diesem Tag jedoch die Chancen, die in digitalen Technologien stecken und die in der Wissenschaftsregion Lübeck entwickelt und angewendet werden“, erklärt sie. Der Hausherr, Pastor Bernd Schwarze, bekennt zwar, er sei immer noch eher ein Anhänger des Analogen, aber Petri als „Ort der Aufmerksamkeit“ zum Mitmachen und Zuhören sei für den „Tag der Wissenschaft“ immer ideal.

Zahlreiche spannende 15-Minuten-Vorträge, die diesmal aufgrund der eher ungestörten Atmosphäre in der Sakristei zu hören sein werden, stehen auf dem Programm. Themen sind zum Beispiel „Fliegt das Internet durch die Luft?“, „Erkennungsdienst digital“ sowie „Digitale Intelligenz in der Intensivmedizin“. Und FH-Professor Horst Hellbrück hält unterdessen die Abschlussvorlesung vor den acht- bis zwölfjährigen „Mini-Master“-Kindern, die in diesem Jahr ihr Semester abschließen.

Die sogenannten Wissensinseln, die nun noch mehr Platz im Kirchenschiff bekommen sollen, fordern zum Selbstforschen auf. So wird unter anderem das Lübecker Fraunhofer-Institut ein digitales Mikroskop aufbauen. „Jeder kann Dinge mitbringen, die er mal genauer stark vergrößert sehen möchte“, sagt dazu Fraunhofer-Mitarbeiterin Miriam Voigt.

Auf der Fachhochschulinsel wird unterdessen gezeigt, wie man WLan-Netze mit dem Smartphone aufsperren kann, wie Staubsaugerroboter funktionieren und wie dank hochsensibler Sensoren wertvolle Ausstellungsstücke in Museen gesichert werden. Die Entdeckungsinsel der Euroimmun AG hingegen bietet Interessantes zur Analyse von Blutproben. Aus der Lübecker Uni ist die Informatik stark vertreten — wie beispielsweise das Institut für Multimediale und Interaktive Systeme (IMIS).

Dazu Dr. Thomas Winkler, Dozent und Forscher des IMIS: „Wir werden drei spannende Anwendungen präsentieren, die digitale Bekleidung, eine spezielle Form der interaktiven Bilderkennung sowie ein Informations-Grid.“ Letzteres ermögliche, Fotos aus der Umgebung mit speziellen Zusatz-Informationen zu versehen. Es lohne sich also, eigene Smartphones mitzubringen und vor Ort zu verwenden. Auch die preiswürdige „Stolpersteine-App“ der Schülerakademie werde eine Rolle spielen, wie Uni-Koordinatorin Katharina Weiß berichtet.

Der Wissenschaftsmanagerin ist der Hinweis noch wichtig, dass es den nächsten „Tag der Wissenschaft“ erst wieder 2015 geben wird. „Denn wir werden uns turnusmäßig mit der ab 2014 regelmäßig stattfindenden ,Nacht der Labore‘ abwechseln“, liefert sie gleich die Begründung mit. Doktorandin Stephanie Frahm aus dem Fraunhofer-Institut betont noch einmal die Bedeutung solcher Veranstaltungen.

„Als wir vor vier Jahren das erste Mal in Petri dabei waren, wussten viele nicht, was Fraunhofer überhaupt ist. Im letzten Jahr aber war dies schon ganz anders.“

Michael Hollinde

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