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Lübeck Innenminister ernennt 245 neue Polizeikommissare
Lokales Lübeck Innenminister ernennt 245 neue Polizeikommissare
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17:35 26.08.2016
Die 48 Absolventinnen und 197 Absolventen des 70. Studienjahrganges der Bundespolizei sitzen in der MuK Seite an Seite. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat
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Innenstadt

Von diesem Moment wird Andrea Weber noch ihren Kindern und Enkeln erzählen – spätestens dann, wenn diese mal nach ihrem Berufsstart fragen. Denn wer bekommt schon höchstpersönlich die neuen Schulterklappen vom Bundesinnenminister und vom Bundespolizeipräsidenten verpasst? Doch diese Ehre hatte sie sich gestern bei der Verabschiedung des mittlerweile 70.

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Thomas de Maizière verabschiedete die Absolventen der Bundespolizei in der Musik- und Kongresshalle – Behörde verzeichnet Rekord-Bewerber- und Einstellungszahlen.

Studienjahrganges der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Fachbereich Bundespolizei, über die letzten drei Ausbildungsjahre auch redlich erarbeitet. Die 32-Jährige wurde als Lehrgangsbeste geehrt.

„Das hat mich sehr gefreut“, sagte die Diplom-Verwaltungswirtin; aus dem silbernen Streifen auf ihrer Uniform wurde ein Stern, aus der Polizeikommissaranwärterin somit für alle sichtbar eine Polizeikommissarin. Genauso erging es den anderen 244 jungen Leuten, die mit ihren Angehörigen und Freunden sowie den vielen Ehrengästen und Behördenmitarbeitern gestern Vormittag das streng bewachte Foyer der Musik- und Kongresshalle (MuK) füllten.

„Für mich ist mein Beruf eine Berufung; ich wollte schon immer zur Polizei“, betonte Andrea Weber, „der tägliche Umgang mit Menschen macht mir einfach Spaß; und den Teamgeist, dieses Füreinander-da-sein bei uns, weiß ich einfach sehr zu schätzen.“ Damit fasste sie wahrscheinlich die Haltung der meisten ihrer Kolleginnen und Kollegen in Worte.

Welch schwierige Aufgaben allerdings auf die zukünftigen Bundespolizei-Führungskräfte des gehobenen Dienstes warten, formulierte der Bundesminister des Innern, Thomas de Maizière: „Sie bewegen sich alltäglich in Grenzsituationen, als Repräsentant unseres Staates, unserer Demokratie – bei einer Personenkontrolle, bei der Evakuierung eines Flugzeuges, bei einer Abschiebung, bei der Begleitung von Fußballfans, bei der Ersthilfe einer verletzten Person, bei der Schlichtung eines Streits am Bahnsteig, bei der Bewachung der Grenzen oder beim Einsatz in einer robusten Terrorlage.“

Entsprechend decke das positive öffentliche Meinungsbild eines Polizisten als Freund und Helfer nur einen Teil des polizeilichen Handelns ab. „Denn es obliegt Ihnen ebenfalls, staatlich legitimierte Gewalt anzuwenden, wenn es die Situation erfordert. Sie sind also Schutzmann und Schutzfrau, aber auch Schütze, Sie sind Strafverfolger und Präventionshelfer, Sie sind Verbrechensbekämpfer und Verbrechensvorbeuger, Ermittler, Begleiter, Kontrolleur und vieles mehr“, so de Maizière, „vor Ihnen liegt also kein leichter, sondern ein Beruf mit vielen Prüfungen.“

Trotzdem: Vor Interessenten kann sich die Bundespolizei derzeit kaum retten. Darauf wies Dieter Romann, Präsident des Bundespolizeipräsidiums, in seinem Redebeitrag hin: „In diesem Jahr werden die Bewerber- und Einstellungszahlen alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Mit 20000 Bewerbungen haben wir die höchste, je verzeichnete Zahl.“

Und um die durch die Politik für die nächsten Jahre abgesegnete Personalaufstockung verkraften zu können, werde Anfang des Monats in Bamberg ein weiteres Ausbildungs- und Fortbildungszentrum eingeweiht. Alfons Aigner, der der in der Ratzeburger Landstraße beheimateten Bundespolizeiakademie vorsteht, merkte in diesem Kontext an, dass die Veränderungen „ja nicht von heute auf morgen kommen“ würden. „Deshalb können wir uns lange genug darauf vorbereiten, um die entsprechenden räumlichen Kapazitäten und die zusätzlichen Ausbilder bei uns bereitzustellen.“

Am Montag wartet nun auf die neuen Polizeikräfte der erste reguläre Arbeitstag. Die meisten wird es „zur Erstverwendung“ in den Süden ziehen, an den Flughafen Frankfurt und in die Direktion München.

Wie auch Andrea Weber – „ich gehe zum Münchner Hauptbahnhof. Lübeck, wo ich insgesamt fast anderthalb Jahre des dualen Studiums verbracht habe, ist zwar eine wahnsinnig schöne Stadt, aber so weit weg vom Chiemsee, wo ich wohne.“

Gehobener Dienst

Die Bundespolizei hat 40310 Mitarbeiter; davon sind 33267 Polizeivollzugsbeamte. 3000 zusätzliche Stellen sollen hier über die nächsten drei Jahre aufgebaut werden. Das duale Studium, also die Kombination von Theorie und Praxis, an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Fachbereich Bundespolizei, mit den Standorten Lübeck und Brühl endet mit dem Studienabschluss Diplom-Verwaltungswirt (FH). Die Absolventen werden in den gehobenen Polizeivollzugsdienst bei der Bundespolizei als Polizeikommissar übernommen.

 Michael Hollinde

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