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Lübeck Neubau am Zob: Lübeck kriegt InterCityHotel
Lokales Lübeck Neubau am Zob: Lübeck kriegt InterCityHotel
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14:35 25.09.2018
Neubau Hotel am Zob: So soll das InterCity-Hotel aussehen. Der Gestaltungsbeirat hat die Gestaltung des Erdgeschosses kritisiert. Es muss an der Ecke zum Bahnhof-Übergang überarbeitet werden. Quelle: Archwerk
Lübeck

Alles etwas anders: Der Hotel-Neubau am Zob wird jetzt ein InterCity-Hotel mit vier Sternen. Der Bau soll im Frühjahr 2019 starten. Die Eröffnung ist für Herbst 2020 geplant. Das bestätigt der Projektentwickler GBI aus Berlin. Nach LN-Schätzung liegen die Kosten im zweistelligen Millionen-Bereich. Allerdings: Das Gebäude muss wieder überarbeitet werden. Das fordert der Gestaltungsbeirat.

Zum Bahnhof keine tote Ecke

In einem leichten Schwung schmiegt sich das Gebäude an den Zob. Es formt damit die Straße an dem zentralen Platz in Bahnhofsnähe nach. Die Fassade ist mit roten Ziegeln versehen. Das Gebäude hat fünf Stockwerke und soll 176 Zimmer beherbergen. Neu: Der Hoteleingang ist jetzt an der Konrad-Adenauer-Straße platziert, nicht mehr direkt am Zob. Somit können dort auch Taxen vorfahren. Aber: Dadurch verändert sich der Zuschnitt des Erdgeschosses. Die Lobby zieht sich einmal durch das gesamte Gebäude. Zwar sind im Erdgeschoss hohe Fensterfronten zum Zob angelegt – aber nicht an der Ecke zum Durchgang zum Bahnhof. Denn dort sind die Konferenzräume angesiedelt. Dadurch entsteht dort eine tote Ecke. Der Bereich ist heute schon ein wenig unheimlich. Das soll sich ändern, fordert der Gestaltungsbeirat.

Der Zob ist städtebaulich schwierig

„Am Übergang zum Bahnhof soll eher eine Platz-Situation entstehen“, sagt Hilde Bartz-Malfatti, die zu dem Gremium gehört. Dort können sich die Wächter über Lübecks Baukultur eher ein Café vorstellen. „Eine öffentliche Nutzung“, fordert Bartz-Malfatti an dieser Stelle. Generell ist der Standort am Zob eine komplexe Aufgabe für einen Neubau. „Städtebaulich ist das eine schwierige Situation“, gibt Jörg Springer vom Gestaltungsbeirat zu. Schon drei Mal war das Vorhaben im Gestaltungsbeirat. Jetzt ist es ein viertes Mal in dem Gremium und muss wieder überarbeitet werden. Aber der Vorsitzende Zvonko Turkali macht klar: „Sonst verliert nicht nur der Investor, sondern auch die Stadt.“

InterCity-Hotel kommt nach Lübeck

Neu in das Projekt eingestiegen ist die GBI AG. Die Projektentwickler aus Berlin sind seit zwei Monaten dabei. „Wir freuen uns, dass wir mithelfen können, an diesem hervorragenden Standort ein Hotel zu verwirklichen“, sagt Steven Schachtschneider, Projektleiter der GBI. Das Unternehmen hat das InterCity-Hotel an Land gezogen, das zur Steigenberger Gruppe gehört. „Wir haben bereits an mehreren Standorten mit der Marke InterCity Hotel zusammengearbeitet“, so Schachtberger. Er sei überzeugt, dass dieses Hotel „ideal zum Standort am Hauptbahnhof und Zob passt“. Das Konstrukt: Das Grundstück gehört der WKM Development GmbH. Laut Handelsregister ist Jürgen Wernekinck seit Ende 2017 nicht mehr Geschäftsführer. Er hatte die Verhandlungen zum Kauf des Grundstücks geführt. Jetzt ist auch die GBI über eine gemeinsame GmbH an der WKM beteiligt. GBI ist nach eigenen Angaben der größte Hotel-Entwickler Deutschlands. Die Architekten des Büros Archwerk aus Herford haben das Hotel entworfen.

Klage abgelehnt

Das Verwaltungsgericht Schleswig hat die Klage gegen den Zob-Neubau abgelehnt. Wie ein Sprecher des Gerichts mitteilte, sahen die Richter „keine Rechtsverletzung des Nachbarn durch den Bauvorbescheid“. Die Stadt hatte in einem Bauvorbescheid eine Grenzwand zum Grundstück des Nachbars genehmigt. Dagegen ist der Eigentümer vor Gericht gezogen und hat versucht in einem Eilverfahren den Bau zu verhindern.

Zob-Grundstück lag 37 Jahre brach

Der Verkauf des Grundstücks am Zob hat eine viel diskutierte Vorgeschichte. Die Stadt hat am 4. Oktober 1990 mit Siegfried Hohmann einen Vertrag geschlossen. Der Deal war damals: Er kann das Grundstück kaufen, muss aber einen städtebaulichen Wettbewerb ausschreiben. Im Grundbuch wurde eine Art Reservierung für Hohmann eingetragen. So einen städtebaulichen Wettbewerb hat es aber nie gegeben und es passierte 27 Jahre lang nichts. Da die Stadt in dem Vertrag von 1990 keine Frist notiert hatte, konnte sie auch nichts machen. Im Mai 2017 ist dann jemand in den alten Kaufvertrag eingestiegen: Wernekinck mit der WKM GbR. Allerdings wurde die Fläche des Grundstücks von 3050 Quadratmetern auf 2463 Quadratmeter verkleinert. Der Kaufpreis für das Areal belief sich 1990 auf 3,5 Millionen D-Mark. 2017 betrug er 1,7 Millionen Euro. Die Bürgerschaft segnete das Vorhaben ab.

Josephine von Zastrow

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