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Lübeck Interdisziplinär gegen den Schmerz
Lokales Lübeck Interdisziplinär gegen den Schmerz
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20:10 06.06.2017
Dr. Stefan Rieckhof, Leiter der Schmerzklinik. Quelle: Foto: Sabine Risch
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Travemünde/Lübeck

Rund 28 Millionen Deutsche leiden unter chronischen Schmerzen, 95 Prozent davon sind nicht tumorbedingt. Die Deutsche Schmerzgesellschaft, die gestern zum bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“ aufgerufen hatte, fordert: „Das Thema Schmerz muss Top-Thema bei der Gesundheits- und Wissenschaftspolitik werden.“ In ganz Deutschland war gestern eine Hotline geschaltet – auch Lübecker Kliniken und Ärzte beteiligten sich daran.

Prof. Dr. Petra Saur, Chefärztin der Abteilung Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie der Sana-Klinik, saß mittags am Telefon: Drei ausführliche Anrufe nahm sie während ihrer einstündigen Hotline-Zeit entgegen. Ob nun die Anruferin mit dauerhaften Schmerzen nach einer Gürtelrose oder die mit intensiven Gesichtsschmerzen, deren Ursache noch ungeklärt ist: „Die Anrufer waren alle sehr dankbar, fanden das Gespräch hilfreich“, sagt Saur. In allen Fällen sei eine Untersuchung durch Spezialisten für Schmerztherapie anzuraten. Allerdings betrage die Wartezeit für ambulante Schmerztherapie meist bis zu vier Monate, ähnlich sehe es in der stationären Behandlung in der Schmerzklinik Travemünde aus.

So lange warten, wenn man vor Schmerzen nicht mehr ein noch aus weiß? Hier gibt Petra Saur einen wertvollen Tipp: „Über die Kassenärztliche Vereinigung kann man sich Nottermine holen, die dann innerhalb von sechs Wochen stattfinden müssen.“

Dr. Stefan Rieckhof, ärztlicher Leiter der Schmerzklinik, erläuterte gestern Abend in einem Vortrag die „multimodale“ Schmerztherapie. Zudem präsentierte sich die Selbsthilfegruppe „Schmerzlos“. In der Klinik arbeiten Ärzte, speziell geschulte Pflegekräfte, Physio-, Psycho-, Ergo- und Kreativtherapeuten Hand in Hand. Erkrankungen des Bewegungsapparates, Rheuma oder Kopfschmerzen sind die häufigsten Gründe für ein Aufsuchen der Schmerztherapie. „Ziel ist zwar immer die Schmerzreduktion, aber wir wollen die Patienten auch befähigen, mit dem Schmerz umzugehen.“ Es gebe eine Vielzahl von Medikamenten, die sehr sorgfältig für den jeweiligen Patienten zusammengestellt werden müssten. Zum Hype um Cannabis als Schmerzmittel auf Rezept sagt Rieckhof: „Ich sehe den Vorteil von Cannabis noch nicht, dafür aber viele Nebenwirkungen.“

sr

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