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Lübeck Investoren stehen bereit: 80 Millionen für Wallhalbinsel
Lokales Lübeck Investoren stehen bereit: 80 Millionen für Wallhalbinsel
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23:26 15.01.2018
Blick auf die Wallhalbinsel: So könnte die Landzunge vor der Altstadt aussehen – mit dem Strandsalon vorne an der Spitze. Quelle: PIH
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Lübeck

Jetzt sind die Pläne für die Nördliche Wallhalbinsel fertig. Auf dem 70 000 Quadratmeter großen Areal werden schätzungsweise 80 Millionen Euro investiert. Die Hälfte fließt in den Erhalt der Schuppen – durch Private und Vereine. Die andere Hälfte wird von Investoren aufgebracht, die am Eingang der Wallhalbinsel bauen wollen. Die Stadt kriegt unterm Strich neun Millionen Euro. So sieht es der Vertrag vor, den die Stadt mit der Projektgesellschaft Initiative Hafenschuppen (PIH) geschlossen hat.

Neu dabei: die Lübecker Nachrichten. Sie haben erste Gespräche mit der PIH aufgenommen, um eine Verlagerung des Firmenstandortes mit Verlag und Redaktion auf das ehemalige Hafengelände zu prüfen. Geplant ist, dass neben dem Schuppen A auf der Seite zur Roddenkoppel ein neues Medienhaus gebaut wird. Am Ende eines mehrjährigen Prozesses könnte 2021 der Umzug von Redaktion und Verlag stehen. Das Projekt steht aber noch am Anfang.

„Für unsere Mitarbeiter eröffnet sich die Perspektive auf ein neues, nach modernsten Gesichtspunkten gestaltetes Medienhaus“, erklärt LN-Geschäftsführer Adrian Schimpf. „Die Kunden der Lübecker Nachrichten würden von einem Umzug und der damit gewonnenen Nähe zur Innenstadt auf jeden Fall profitieren“, ist er sich sicher. „Für die Redaktion wäre ein Umzug an den Altstadtrand eine großartige Chance“, sagt LN-Chefredakteur Gerald Goetsch. „Die LN wären dann wieder mitten in Lübeck, wo sie hingehören. Die Wallhalbinsel und das Gollan-Gelände entwickeln sich zum kulturellen Zentrum der Hansestadt. Es wäre großartig, wenn wir dabei sein können.“

Die Pläne sind Teil des Gesamtkonzeptes der PIH. Direkt neben dem Medienhaus soll ein Parkhaus errichtet werden – in Richtung Marienbrücke. Wer es baut und betreibt, ist noch unklar. Auf der Seite zur Altstadt soll ein Hotel mit etwa 120 Zimmern errichtet werden. Das Berliner Architektenbüro Modersohn & Freiesleben hat bereits einen Entwurf gefertigt. Als Investor ist die Hamburger Gruppe B&L im Gespräch, die derzeit das Wohnviertel an der Wasserkunst entwickelt. Für beide Neubauten soll ein Architekturwettbewerb ausgelobt werden. „Das Entrée wird dann eingerahmt durch die Neubauten“, erklärt Jörg Sellerbeck von der PIH.

Die Zeitschiene: Die Neugestaltung der Nördlichen Wallhalbinsel wird in zwei Abschnitte geteilt – einer im Süden, einer im Norden. Das hat der Bauausschuss mit knapper Mehrheit abgesegnet – mit acht zu sieben Stimmen. SPD, Freie Wähler und BfL sind dagegen. CDU, Grüne, GAL und FDP dafür. Die Bürgerschaft muss auch noch zustimmen. Die Stadt indes hält nichts von einer Teilung. Sie stört es, dass neben den Bauabschnitten auch der Vertrag mit der PIH über die Nördliche Wallhalbinsel geteilt wird. Denn: „Der erste Bauabschnitt ist finanziell attraktiv, der andere nicht“, stellt Stadtplanerin Christine Koretzky klar. Die Sorge der Stadt: Wenn der erste Abschnitt realisiert ist, steigt die PIH aus – und die Stadt bleibt auf den weniger attraktiven Flächen sitzen.

Zu Abschnitt eins gehören: Schuppen A mit Rockmusik und B mit Wohnungen, Hotel und Medienhaus. Im März soll dafür ein Wettbewerb ausgelobt werden. Ende 2018 könnten die Bauanträge sowie die Kaufverträge vorliegen. Anfang 2019 ist der Baustart geplant. 2021 könnte alles fertig sein. Im zweiten Abschnitt sollen Schuppen C (Theater), D (soziale Vereine), F (maritimes Gewerbe) saniert werden sowie das Strandsalon-Restaurant und das Parkhaus gebaut werden. Dafür muss der neue Bebauungsplan fertig sein. Dort könnte es 2020 losgehen.

Über die konkreten Pläne berichteten die LN auch Anfang Januar. 

Von Josephine von Zastrow

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