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Lübeck Ist das ein Denkmal, oder kann das weg?
Lokales Lübeck Ist das ein Denkmal, oder kann das weg?
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21:17 21.04.2016
Vorträge, Präsentationen und Diskussionen: „denkmal aktiv“ lockte viele Gäste aus Politik und Kultur in die Hanse-Schule. Quelle: Thorsten Wulff

Der Gasometer im Gewerbegebiet Geniner Straße, die nördliche Wallhalbinsel, das Arbeiterviertel um das ehemalige Hochofenwerk in Herrenwyk und die Fabrikhallen auf dem alten LMG-Gelände haben zweierlei gemein: Sie zeugen von einer Industrievergangenheit und sind in der Gegenwart Beispiele andauernder Diskussionen über Erhalt, Abriss oder Umnutzung. Gerade deswegen stehen sie dieses Jahr auch im Fokus des Projekts „denkmal aktiv“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, das Hanse-Schule, Katharineum und Friedrich-List-Schule gemeinsam durchführen.

Noch bis zum Ende des Schuljahres widmen sich Schüler aus insgesamt vier Klassen in Projektarbeit der Architektur und Geschichte verschiedener Lübecker Industriegebäude — „insbesondere mit den Schwerpunkten Kunst und energetische Sanierung“, erklärte Jörn Krüger, kommissarischer Leiter der Hanse-Schule gestern bei der Präsentation der ersten Ergebnisse. Vor Augen und Ohren der Ministerin für Justiz, Kultur und Europa, Anke Spoorendonk (SSW), stellten die Gruppen Filme, Umfrage- Ergebnisse zur Wallhalbinsel, auf Leinwand gedruckte Fotos der Kulturwerft Gollan an der Einsiedelstraße und mehr vor. „Die gesamte heutige Veranstaltung haben die Schüler organisiert“, bekräftigte Klaus Senkbeil (54), Lehrer der Hanse-Schule. Eigeninitiative und kreative Auseinandersetzung mit dem Denkmalschutz seien Kern des Projektes. Ganz kreativ ging es zum Beispiel in der Gruppe von Sarah Froh (25) und Sinje Rißmann (24) zu. „Im Februar haben wir mit Hilfe einer Fotografin auf dem Gelände der Kulturwerft Gollan Fotos gemacht“, berichteten die Schülerinnen. Die Nutzung der LMG-Fabrikhallen als kulturellen Veranstaltungsort finden die angehenden Abiturientinnen dabei richtig gut.

„Müssen Bauten unbedingt schön sein, um erhalten zu werden?“, fragte auch die Ministerin in einer anschließenden Diskussionsrunde. Häufig, so Spoorendonk, sei die Akzeptanz für diese Denkmäler höher.

Aber: „Identifikation ist für mich wichtiger als Ästhetik“, antwortete Lennert Kipps (22). Sein Großvater habe im Hochofenwerk Herrenwyk gearbeitet. Die dortigen Produktionsanlagen wurden vollständig abgerissen. Heute erzählen nur noch Wohnviertel und das Industriemuseum von diesem Beispiel Lübecker Industrie. Dabei, überlegte Kipps, sei es wichtig zu wissen, woher man komme und was einmal gewesen sei.

Von lj

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