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Lübeck JVA: 1,6 Millionen Euro für Bildung
Lokales Lübeck JVA: 1,6 Millionen Euro für Bildung
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22:33 18.08.2016
Quelle: Peer Hellerling
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St. Gertrud

Vom EDV-Kurs bis hin zur Vollausbildung – 205 Plätze in beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen sollen mit über 1,6 Millionen Euro Fördergeldern finanziert werden. In der Lübecker Justizvollzugsanstalt (JVA) übergab Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW) deshalb dem Tüv Nord Bildung einen Zuwendungsbescheid in Millionenhöhe. „Schulische und berufliche Qualifizierungsangebote sind unabdingbarer Bestandteil des Behandlungsvollzugs“, erklärte Spoorendonk.

Nicht nur die Fähigkeiten und Potenziale der Gefangenen, sondern auch der Bedarf des Arbeitsmarktes, in den die Insassen reintegriert werden sollen, würden dabei berücksichtigt. „Mit dem Tüv Nord Bildung steht uns bereits seit Jahren ein renommierter Bildungsträger mit qualifizierten Ausbildern zur Seite“, so die Justizministerin. Die Reintegration in den Arbeitsmarkt und die schulische Ausbildung seien eine verantwortungsvolle Aufgabe im Vollzug. Auch das Stigma, mit dem die JVA und die Gefangenen belegt seien, versuche sie abzubauen. „Ich unterstreiche bei jeder Gelegenheit, dass ich gern in die JVA komme – das hier ist kein Pflichtprogramm“, betonte Spoorendonk. Die Gespräche, die sie immer wieder in der Justizvollzugsanstalt führe, seien von hoher Bedeutung. Ein wichtiges Ziel sei vor allem, die Rückfallquote der Entlassenen zu minimieren. „Denn das rechnet sich am Ende, und dafür sind schulische Maßnahmen für die JVA wichtig.“

„Die Wiedereingliederung der Menschen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der die JVA auf externe Hilfe angewiesen ist – wir sind deshalb sehr dankbar“, erklärte Tobias Berger, Leiter der JVA Lübeck. Viele der Gefangenen kämen bereits mit Drogenproblemen und anderen Hindernissen in die JVA. „Die Arbeitstherapie hilft ihnen, ein Selbstbewusstsein aufzubauen und sie an die Grundaufgaben des Lebens heranzuführen“, so Berger.

Bereits das dritte Mal nahm Hermann Oecking, Geschäftsführer des Tüv Nord, die Zuwendung von Justizministerin Spoorendonk entgegen. Die Erfolge der Qualifizierungsangebote sprechen für sich: „Von 150 Plätzen im Integrationsmanagement konnten 30 Prozent in den ersten Arbeitsmarkt eingepasst werden – das ist eine grandiose Quote“, sagte Oecking.

Das Angebot in der JVA reicht von Schulkursen über berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen. Der Tüv Nord bietet im Vollzug berufliche Qualifizierungsplätze an.

Tomma Petersen

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