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Lübeck Jan Lindenau will neuer Bürgermeister werden
Lokales Lübeck Jan Lindenau will neuer Bürgermeister werden
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22:00 29.12.2016
Jan Lindenau will im Herbst 2017 zum Bürgermeister von Lübeck gewählt werden. Quelle: Felix König
Lübeck

Startklar zur Bürgermeisterwahl: Fraktionschef Jan Lindenau (37) will für die SPD ins Rennen um den Chefsessel im Lübecker Rathaus gehen. Die Wahl ist im Herbst 2017. Lindenau wäre der jüngste Bürgermeister der lübschen Nachkriegsgeschichte. „Ich bin mit Leib und Seele Lübecker“, begründet Lindenau seine Bewerbung. „Und ich glaube fest daran, dass diese Stadt es verdient hat, sich für sie einzusetzen.“

Die SPD nominiert ihren Kandidaten am 11. Februar. Lindenau ist bisher der einzige Bewerber in der SPD. Der gelernte Bankkaufmann ist seit mehr als 15 Jahren in der Lübecker Kommunalpolitik tätig. Amtsinhaber Bernd Saxe (63, SPD) hatte erst kurz vor Weihnachten erklärt, kein viertes Mal antreten zu wollen. Er ist seit 2000 Lübecks Bürgermeister und bleibt noch bis Ende April 2018 im Amt.

Fraktionschef-Jan-Lindenau-Wird-er-Saxes-Nachfolger?

Unterstützung für Lindenau kommt bereits von prominenter Seite seiner Partei. „Er ist einer der wenigen Talente, die die SPD noch hat“, erklärt Ex-Ministerpräsident Björn Engholm. Lindenau sei kompetent, kenne sich hervorragend aus und mache Basisarbeit bei den Lübeckern vor Ort. „Ich finde es richtig, dass Lindenau antritt.“ Freude bei SPD-Kreischef Thomas Rother: „Ein guter Kandidat.“ Doch er setzt hinzu: „Lindenau ist der erste Bewerber – ob er der einzige bleibt, muss man abwarten.“

Klare Befürworter hat Lindenau im Ortsverein Altstadt. „Für mich ist er der optimale Kandidat“, sagt Vorsitzender Dennis Giesfeldt. Lindenau lebe für die Kommunalpolitik. Giesfeldt ist froh, dass Saxe den Weg frei gemacht hat.„Es ist Zeit für ein neues Gesicht“, so Giesfeldt. „Ich hoffe, es gibt noch ein, zwei weitere Bewerber“, sagt indes Enrico Kreft, Vorsitzender des Ortsvereins Burgtor. Das wäre in einer Stadt wie Lübeck angebracht. Lindenaus Wissen und seine Fähigkeiten würden sehr geschätzt in der Partei, so Kreft. Aber: „Ich habe ein wenig Sorge, dass die Bevölkerung das anders sieht.“ Denn Lindenau hat bei den Kommunalwahlen bislang nie direkt seinen Wahlkreis gewonnen, er zog über die Liste in die Bürgerschaft ein.

Wenn die SPD Lindenau aufstellt, kommt es zu einer Neuauflage eines alten Duells: dem Wettstreit zwischen Lindenau und Kultursenatorin Kathrin Weiher (54, parteilos). Sie will Lübecks erste weibliche Bürgermeisterin werden. Bereits im Oktober hat Weiher ihre Kandidatur bekannt gegeben. Sie ist nominiert von einem breiten Parteien-Bündnis aus CDU, Grünen, FDP, BfL, Linken. „Ich trete lieber gegen Lindenau an, als gegen Saxe“, sagt Weiher. Denn als sie und Lindenau bei der Senatorenwahl im November 2014 aufeinander getroffen sind, hat sie das Duell für sich entschieden – wenn auch mit einer Stimme äußerst knapp. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied: Wer einen Senatorenposten bekommt, bestimmen die Politiker. Wer Bürgermeister wird, entscheiden die Lübecker.

Ein klares Plädoyer für Weiher hält Grünen-Fraktionschefin Michelle Akyurt: „Lübeck braucht eine parteiübergreifende Kandidatin, die die Stadt eint.“ CDU-Kreischefin Anette Röttger stimmt zu: „Es gibt eine deutliche Wechselstimmung in der Stadt.“

jvz

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