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12:14 03.06.2016
Ärger am knallroten Käfer: Edmund Felgendreher ist von den neuen Druckluftgeräten nicht begeistert: „Ich möchte für Luft kein Geld bezahlen müssen, der Automat ist für mich zu kompliziert.“ Quelle: Fotos: Kröger (3), Petersen (4)
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Lübeck

Dicke Luft bei Lübecks Autofahrern. Wer seine Reifen bei der Esso-Tankstelle in der Ratzeburger Allee und der Falkenstraße aufpumpen will, muss ab sofort den Geldbeutel aufmachen. Neue Druckluftautomaten ersetzen die alten Handgeräte. Und wer diese nutzen möchte, muss einen Euro in das Münzgerät werfen. Die Tankstelle in der Travemünder Allee soll bald nachziehen. Auch Shell hat bundesweit bereits einige Automaten installiert, für Lübeck liegen bisher allerdings keine Pläne vor.

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Luft für einen Euro: Der neue Druckluftautomat hat einen Münzschlitz.

Eingelassen in einen Betonsockel steht der hochglänzende Kasten auf dem Esso-Gelände in der Ratzeburger Allee. Am Mittwoch taten die transportablen Geräte hier ihren letzten Dienst und wurden vom neuen Automaten abgelöst. Tankstellenpächter Falko Ebel ist stolz auf die moderne Veränderung. „Es ist ein kombiniertes Gerät, auch ein Staubsauger gehört dazu.“ In der Mitte des Kastens prangen silberne Bedienungsknöpfe. „Den gewünschten Luftdruck kann man hier ganz genau einstellen“, erklärt Ebel. Digital, versteht sich. „Das Gerät führt dann Luft zu oder nimmt sie ab – je nachdem“, so der Pächter. Den Reifendruck zu prüfen, koste weiterhin nichts.

Der Clou der neuen Luftanlage: Wer schnell genug seine Reifen aufpumpt, kann auf den integrierten Staubsauger umschalten; nach Einwurf des Euros läuft das Gerät sechs Minuten. „Einen Reifen hat man ungefähr in 20 Sekunden aufgepumpt“, sagt Ebel.

Völlig aus der Luft gegriffen, finden einige Autofahrer. „Ich glaube nicht, dass jeder in 80 Sekunden vier Reifen aufpumpen kann“, sagt Steffen Rohloff. Für ihn gehört die kostenlose Nutzung der Druckluftgeräte zum Service dazu. „Wer einen Anhänger hat, muss acht Reifen prüfen und aufpumpen. Da kommt man mit der Zeit doch nicht immer hin“, glaubt der Möllner.

Edmund Felgendreher schaut erstaunt, als er mit seinem knallroten VW vorfährt. „Ich finde das ganz schrecklich“, schimpft der 70-Jährige. „Ich bezahle doch kein Geld für Luft.“ Trotzdem testet er das neue Gerät. Die Umstellung von Luft auf Staubsauger findet er dennoch spannend. „Für mich ist das aber zu kompliziert“, erklärt er.

Herbert Meierkord möchte ebenfalls kein Geld für Luft zahlen: „Einen Euro für das Aufpumpen zu nehmen, ist eine Frechheit.“ Und auch der ADAC Schleswig-Holstein hatte sich Anfang Mai aus Sicherheitsgründen gegen kostenpflichtige Automaten ausgesprochen. „Nicht die Luft kostet, sondern die Nutzung des Gerätes“, erklärt Tankstellenpächter Ebel. Der moderne Apparat verbessere das Erscheinungsbild der Tankstelle. „Das ist eine vernünftige Sache“, findet Ebel, der das Gerät von der Firma Air Serv gemietet hat.

Tankstellenbetreiber werden am Gewinn der Air-Serv-Geräte beteiligt, Aufstellung, Wartung und Reparaturen übernimmt die Firma. „So ein Gerät wäre zu teuer, allein ein Staubsauger kostet mindestens 2000 Euro“, so Ebel. Die abnehmbaren Füllstationen würden oft schlecht behandelt oder gar gestohlen. Mit den neuen Geräten ist das nicht möglich: Sie sind mit einem GPS-System versehen. Auch vor Diebstahl und Vandalismus sollen sie gesichert sein – der Tresor ist im Boden einbetoniert. Die letzten dreißig Sekunden werden von einem Countdown begleitet. Boxenstop bei Esso.

 Tomma Petersen

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