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Lübeck Jetzt wird’s eng: Baustellen auf drei Autobahnen
Lokales Lübeck Jetzt wird’s eng: Baustellen auf drei Autobahnen
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13:59 09.04.2017
Schmaler Tunnel: Die Unterquerung bei Moisling ist nur neun Meter breit. Quelle: Holger Marohn
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Lübeck

Und weil auf der selben Autobahn ein paar Kilometer weiter auch wieder Arbeiten anstehen, ist vor dem Kreuz Lübeck Richtung Bad Segeberg ab Sommer der tägliche Stillstand zu erwarten. Denn statt wie im Baustellenbereich bei einer Deckensanierung üblich je zwei Fahrspuren auf einer Seite, ist im Bereich des Moislinger Tunnels nur Platz für insgesamt drei Spuren. Die Folge: Der Verkehr aus Richtung Osten muss sich auf eine Fahrspur zwängen. Sollte es dann noch einen Rückstau durch die A-1-Baustelle geben, wäre das Chaos perfekt. Bereits bei der Deckensanierung der anderen Richtungsfahrbahn gab es im vergangenen Jahr täglich lange Staus. Und in diesem Jahr ist von Sommer bis Herbst die Gegenfahrbahn dran – mit dem gleichen Problem.

„Der Tunnel Moisling ist nur neun Meter breit. Wir bekommen da mit Hängen und Würgen nur drei Spuren durch“, sagt Jens Sommerburg, Leiter der zuständigen Lübecker Niederlassung des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr. Bei dem Engpass handele es sich um den 103 Meter langen Tunnel sowie die beiden Rampen. Geschuldet sei die Tatsache dem damaligen Entwurf und der Genehmigung, sagt Sommerburg. So sei der Tunnel ursprünglich vom Straßenneubauamt Ost in Eutin deutlich breiter geplant worden, wurde dann jedoch auf Anordnung in der Breite reduziert. Insgesamt geht es um 360 Meter, auf denen damals nur der eingeschränkte Querschnitt genehmigt worden sei, sagt Sommerburg.

Und diese Reduzierung von den üblichen 11,50 Metern auf neun Meter ist in einem Bereich, der die stärkste Verkehrsbelastung der gesamten A 20 hat. „Was damals die Gründe waren, lässt sich heute nicht mehr so einfach klären“, sagt Sommerburg über die Vorgänge vor über 22 Jahren. Möglicherweise seien es finanzielle Gründe gewesen. Das „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 10“, die A 20 , wurde unter der rot-grünen Simonis-Regierung im Land geplant, gebaut und 2004 eröffnet. Finanziert wurde es vom Bund, damals mit der rot-grünen Schröder-Regierung.

Ein Vorgang, der bei ADAC-Sprecher Ulf Evert für Kopfschütteln sorgt. „Wenn ein Tunnel, der korrekt geplant wurde, dann aus Kostengründen in der Breite reduziert wird und dadurch so ein Verkehrschaos entsteht, ist das für mich in keiner Weise nachvollziehbar.“ Das Problem sei, dass bei Bauprojekten immer nur auf die Kosten geschaut werde.

Niederlassungsleiter Sommerburg versucht dem umgesetzten Bau zumindest etwas Positives abzugewinnen. Mit neun Metern sei der Tunnel zumindest so breit, dass immerhin drei Spuren durchpassen würden.

„Wie eng das ist, haben wir im letzten Jahr gesehen“, sagt Sommerburg. Weil ein Lastwagenfahrer sich nur kurz „mit seinem Fahrzeug verlenkt“ habe, seien 37 Deckenlampen „abgeräumt“ worden. Die Folge war eine Sperrung der Fahrtrichtung – mit einem noch längeren Stau. Die Autobahn selbst sei mit den üblichen 11,50 Metern für eine Baustellenführung mit zwei Fahrspuren auf jeder Seite hingegen ausreichend, so Sommerburg. Entsprechende Probleme – wie jetzt im Tunnelbereich – werde es daher bei der Deckensanierung auf anderen Abschnitten der Autobahn 20 nicht geben.

 Holger Marohn

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