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Lübeck Keine Umleitung: Josephinenbrücke ab 2019 voll gesperrt
Lokales Lübeck Keine Umleitung: Josephinenbrücke ab 2019 voll gesperrt
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18:43 18.09.2018
Wenn die Josephinenbrücke voll gesperrt wird, dann droht ein Verkehrschaos. Sie verbindet die Einsiedelstraße mit der Posener Straße und ist ein wichtiger Zubringer zur Nordtangente. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Sie wird teurer als geplant. Sie wird voll gesperrt. Und es gibt keine Umleitung. Das ist der Plan der Stadt für den Neubau der kaputten Josephinenbrücke. Das gesamte Jahr 2019 ist die Querung komplett dicht. Betroffen davon sind täglich 14 200 Autos, davon 750 Lastwagen sowie 1000 Radfahrer. Die 20 Meter lange Querung verbindet die Einsiedelstraße mit der Posener Straße.

Die Josephinenbrücke ist 1963 als Sparversion errichtet worden. Es wurden große Blechrohre in die Fahrbahn eingebaut, um Beton zu sparen. Bei einer Fahrbahndicke von 100 Zentimetern wurden Rohre mit einem Durchmesser von 70 bis 75 Zentimetern eingebaut. Deshalb gibt es teils nur wenige Zentimeter Beton, so dass sich Längsrisse bilden und sich das Bauwerk quasi in Einzelbalken auflöst. Zudem hat die Brücke Betonkrebs, der das Bauwerk zerfrisst.

Kosten drei Mal so teuer wie geplant

Es gibt zwei Knackpunkte. Nummer eins: Der Neubau ist fast drei Mal so teuer wie geplant. Denn die Kosten steigen ein zweites Mal. Jetzt schlägt die Querung mit 4,37 Millionen Euro zu Buche. Ursprünglich sollte der Brücken-Neubau 1,5 Millionen Euro kosten, dann rechnete die Stadt mit 3,1 Millionen Euro. Jetzt kostet das Bauwerk 4,37 Millionen Euro. Ohne Debatte hat der Bauausschuss die Mehrkosten abgesegnet. Die Bürgerschaft muss Ende September endgültig darüber entscheiden.

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Knackpunkt Nummer zwei: Es gibt keine Umleitung. Zumindest keine richtige. Die 14 200 Autos werden über die Strecke Einsiedelstraße, Karlstraße zur Kreuzung Lohmühle/Schwartauer Allee geführt. Allerdings ist diese Kreuzung bereits überlastet, denn auf der Straße bei der Lohmühle sind täglich 38 000 Autos unterwegs. Der Lohmühlenteller ist mit 60 000 Wagen der am meisten befahrene Kreisverkehr Lübecks.

Die Idee der Bauverwaltung: In der Schwartauer Allee wird der Linksabbieger in die Karlstraße verlängert. Dadurch können sich mehr Autos hintereinander aufreihen, die dorthin abbiegen wollen. In der Gegenrichtung wird in Höhe der Gollan-Kulturwerft der Verkehr auf drei Spuren geführt – über die Karlstraße in Richtung Lohmühle. Der Linksabbieger in die Katharinenstraße wird eine kombinierte Abbieger- und Geradeausspur. Außerdem soll die Ampelschaltung verbessert werden.

Umleitung durch den Hafen abgelehnt

Drei andere Varianten hat die Stadt abgelehnt.

Nummer eins: Eine Behelfsbrücke, denn es müssen 46 Leitungen unterhalb der Brücke verlegt werden.

Nummer zwei: Eine Umleitung über die Frankfurter Straße. Sie führt direkt durch den Nordlandkai am Wasser entlang und parallel zur Posener Straße. Aber: Der Hafen ist ein Hochsicherheitstrakt.

Nummer drei: Mit diesem Argument ist auch eine parallel verlaufene Straße zur Posener Straße durchgefallen. Das überzeugt Arne-Matz Ramcke (Grüne) nicht: „Wenn da ein bisschen mehr guter Wille wäre, dann würde das gehen.“

Wie viele Baustellen gibt es 2019?

Aus Sorge vor noch mehr Stau in der Stadt will Christopher Lötsch (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, wissen: „Welche Baustellen werden wir zu dieser Zeit noch in Lübeck haben?“ Denn sicher ist, dass der Neubau der Possehlbrücke dann noch nicht fertig ist. Sie soll erst Ende 2019 stehen.

Der Umbau der Untertrave indes soll in diesem Jahr fertig sein. Und die Bahnhofsbrücke wird erst 2021 angefangen. Daher sagt Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos): „Die Situation 2019 gestaltet sich anders als die jetzige.“

Josephine von Zastrow

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