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Lübeck Juchhu! Endlich Schnee!
Lokales Lübeck Juchhu! Endlich Schnee!
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21:12 26.02.2018
Lübeck

Zu viert trauen sich Emilia Sophie und Tylor Noel gemeinsam mit ihren Eltern auf einem Holzschlitten den Berg hinab. Die beiden Kinder lieben Schnee. „Das ist das erste Mal seit sehr langer Zeit, dass wir so gut rodeln können“, berichtet Mama Kristina Bohnsack. „Die Kinder finden’s richtig klasse.“ Und so geht es unermüdlich den Berg hinab, bis die Kleinen irgendwann müde werden.

Auch der siebenjährige Niklas lässt sich rückwärts in den weichen Schnee fallen. „Das liebe ich am allermeisten, wenn man sich einfach hinwerfen kann“, ruft er fröhlich. Hausaufgaben hat er zum Wochenstart keine auf. „Gut zu wissen“, sagt seine Mutter, „dann können wir entspannt im Schnee toben.“ Dann rennt Niklas, so schnell er kann, quer über die Wiese im Hermann-Hesse-Park. Schon früh am Morgen haben Kinder dort ein großes Iglu gebaut. „Mega cool“, findet auch der Siebenjährige und zieht seinen Holzschlitten ins Innere der Schneebehausung. Nur wenige Meter weiter fegt auch eine Lagotto-Romagnolo-Hündin durch den Schnee. Ihr Herrchen hat ein Leckerchen in einem Schneeball versteckt, den „Avery“ eifrig sucht. Ein kleiner Terrier kommt dazu. Auch er stürzt sich in den Schnee.

„Das lieben alle Hunde“, sagt sein Frauchen lachend.

Doch nicht alle kommen bei dem Schnee gut voran. Schön, wer sich da auf seine Mitmenschen verlassen kann. Holger Beeck hat am Montagmorgen ein solches Ereignis beobachten können: „Ein Rollstuhlfahrer hatte Mühe, die Straße an der Ampel in der Ziegelstraße beim Plaza-Center zu überqueren, weil dort noch nicht geräumt war“, erzählt er. „Ein junger Autofahrer hielt bei Grün an, schaltete den Warnblinker an, stieg aus und schob den älteren Herrn mit seinem Rollstuhl durch den hohen Schnee über zwei Straßen bis zum Plaza-Parkplatz. Dann ging er wieder zu seinem Auto und fuhr davon“, so Beeck.

Um nicht stecken zu bleiben, hat Christina van Leyen (37) bei so viel Schnee kurzerhand den Kinderwagen gegen den Schlitten eingetauscht. „Ansonsten ist einfach kein Durchkommen mehr“, weiß die Mutter aus Erfahrung. Ihr Söhnchen Linus (1) hat es auf dem Schlitten mit Rücklehne und in einen dicken Schlafsack eingemummelt gemütlich. „Am liebsten mag er es, wenn dicke Flocken von oben herunterfallen. Dann müssen wir immer ,Schneeflöckchen, Weißröckchen‘ singen“, erzählt die Lübeckerin.

Mehr Spaß, weniger Ärger: Schneefrei für alle!

Es schneit! Es schneit! Das müsst ihr einfach sehn! Kommt mit! Kommt mit! Wir wollen rodeln gehn“, heißt es in der zweiten Strophe des bekannten Kinderlieds von Rolf Zuckowski. Und das sollten wir uns alle diese Woche zu Herzen nehmen.

Dass es das letzte Mal so richtig kräftig geschneit hat, ohne dass nach einem Tag alles wieder weggetaut war, ist eine gefühlte Ewigkeit her. Auf den meisten Schlitten lag schon eine dicke Staubschicht. Viele der kleineren Kinder durften sich gestern über die erste richtige Schlittenfahrt ihres Lebens freuen. Bei vielen Familien blieb auch das Auto stehen, bei kleineren Strecken ging es zu Fuß durch die Schneemassen. Es sind solche Tage, die unseren Kindern in Erinnerung bleiben. Deshalb: Nicht nur zu Hause einmummeln, sondern raus ins weiße Abenteuer!

Natürlich ist so ein Wetter auch mit viel Mühe und Ärger verbunden. Kaum ist der Schnee weggeschippt, müssen wir schon wieder zur Schaufel greifen. Und auf den Straßen ist ein Fluchen zu hören, wenn sich mal wieder jemand festgefahren hat oder ein Wagen in den anderen schlittert. Ich dürfte sogar den Rekord aufgestellt haben, mir sind auf einem spiegelglatten Parkplatz gleich drei Autos in meinen Wagen gerutscht . . .

Etwas weniger von diesem Ärger, aber mehr von dem Spaß würde es übrigens geben, wenn unsere Kinder nicht in die Schule müssten, sondern einen Tag schneefrei bekämen. Na klar, in der Schule lernen unsere Kinder viel. Der viele Schnee gibt ihnen aber die Möglichkeit, ganz Neues zu lernen. Zum Beispiel, wie sie mit Mama und Papa Riesen- Schneemänner oder echte Eskimo-Iglus bauen.

Von Maike Wegner

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