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Lübeck „Jugendliche sind nicht mehr so wie vor zehn Jahren“
Lokales Lübeck „Jugendliche sind nicht mehr so wie vor zehn Jahren“
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20:15 11.02.2016
Ariane Brauns (37) unterrichtet Deutsch, Englisch und Sport an der Wakenitz-Schule. Quelle: Maxwitat

Warum schaffen so viele Jugendliche den Übergang in den Beruf nicht?

Ariane Brauns: Wir erhalten von der Wirtschaft oft die Rückmeldung, dass die Jugendlichen nicht ausbildungsreif sind. Vielen fehle es an Sozialkompetenzen. Diese Jugendlichen sind oft noch sehr jung, es kann deshalb sinnvoll sein, dass sie nach dem ersten Bildungsabschluss auf eine berufsbildende Schule wechseln. Wenn die Jugendlichen mit 18 die berufsbildende Schule verlassen, sind sie für Ausbildungsbetriebe interessanter. Bestimmte Schutzbestimmungen gelten nicht mehr; viele haben bereits einen Führerschein.

Sie stören sich also nicht an der Warteschleife, in die viele nach der Schule kommen?

Brauns: Nein, Warteschleife ist der falsche Ausdruck. In diesen Jahren entwickeln sich die Jugendlichen ja auch weiter. Mit 15 oder 16 Jahren sind viele Schulabgänger für die Wirtschaft zu jung und erfüllen noch nicht die Anforderungen einiger Berufsfelder. Wer es bis zum 25. Lebensjahr nicht in einen Beruf geschafft hat, der hat allerdings ein Problem. Außerdem sind die Jugendlichen heute nicht mehr so wie noch vor zehn Jahren.

Was heißt das konkret?

Brauns: Familie hat sich verändert. Schule übernimmt viele zusätzliche Aufgaben, die vom Elternhaus nicht mehr übernommen werden können. Fehlende häusliche Unterstützung ist auch eine Herausforderung, mit der Schule umgehen muss.

In den Schulen gibt es mittlerweile viele Angebote zur Berufsorientierung. Reichen diese nicht aus, oder erreichen sie die Jugendlichen nicht?

Brauns: Die Berufsorientierung erreicht Schüler und Eltern oft noch nicht ausreichend. Schule macht ganz viel, aber am Ende entscheiden sich Schüler und Eltern leider häufig — trotz anderer Empfehlung — gegen einen Beruf und für den Verbleib im Schulsystem.

Was halten Sie von Jugendberufsagenturen nach Hamburger Vorbild?

Brauns: Viele unserer Beratungsangebote sind nicht vernetzt, greifen also nicht Hand in Hand. Jugendberufsagenturen würden das ändern. Ich würde sie als Gewinn betrachten. Wir haben hier als Schulamt erste Kontakte aufgenommen.

Interview: Kai Dordowsky

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