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Lübeck Jugendlicher stirbt bei Unfall mit Rettungswagen
Lokales Lübeck Jugendlicher stirbt bei Unfall mit Rettungswagen
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11:16 07.03.2016
Quelle: Holger Kröger
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St. Lorenz Nord

Schrecklicher Unfall: In der Fackenburger Allee hat ein Rettungswagen (RTW) auf Höhe der Waisenhofstraße einen zwölfjährigen Jungen erfasst und tödlich verletzt. „Er verstarb am Abend im Krankenhaus“, sagt Feuerwehrsprecher Matthias Schäfer. Die dreiköpfige RTW-Besatzung steht unter schwerem Schock und wird derzeit behandelt. Auch zwei Fußgänger, die den Unfall unmittelbar miterleben mussten, wurden von einem Seelsorger betreut.

Nach dem tragischen Unfall: Weitere Bilder vom Einsatzort in der Bildergalerie.

„Der Rettungswagen versuchte noch, dem Jungen auszuweichen.“

Feuerwehrsprecher Matthias Schäfer

Die genauen Hintergründe für die schwere Kollision gegen 16.30 Uhr sind derzeit noch offen. Der RTW des Deutschen Roten Kreuzes war im Einsatz und fuhr aus Richtung Innenstadt nach Stockelsdorf.

„Er war mit Sonderrechten unterwegs“, sagt Polizeisprecherin Anett Dittmer — also demnach mit Blaulicht und Martinshorn. Nach Angaben der Feuerwehr soll der Zwölfjährige wohl bei roter Fußgängerampel über die Straße gelaufen sein. „Der Rettungswagen versuchte noch auszuweichen“, sagt Sprecher Schäfer. Dennoch konnte der Fahrer den Zusammenstoß nicht mehr verhindern.

Das Kind prallte mit dem RTW zusammen, zudem touchierte das Fahrzeug zwei Autos und einen abgestellten Anhänger. Hinter der Ampel blieb der zwölfjährige Junge laut Augenzeugen leblos auf der Straße liegen. „Ich habe nur einen lauten Knall gehört“, sagt Metin Emeksiz. Der 45-Jährige hat einen kleinen Betrieb direkt an der Kreuzung, sofort habe er nachgeschaut. „Es geschah alles in Sekundenbruchteilen.“ Obwohl die drei Männer des Unfall-RTW unter Schock standen, halfen sie dem Zwölfjährigen sofort und belebten ihn zunächst wieder. „Die Kollegen haben einfach nur funktioniert", sagt Schäfer.

Durch Zufall war auch ein Löschzug vor Ort, weil die Brandmeldeanlage im Hanseatischen Hof angeschlagen hatte. Das Team teilte sich auf, die eine Hälfte unterstützte spontan bei dem schweren Unfall.

Im weiteren Verlauf trafen ein Notarzt, weitere Rettungswagen und Löschfahrzeuge ein. Darüber hinaus bestellte die Staatsanwaltschaft einen Gutachter in die Fackenburger Allee, um den Unfallhergang zu rekonstruieren. „Unsere Ermittlungen laufen“, sagte Polizeisprecherin Dittmer. Die Beweissicherung zog sich bis in den späten Abend hin, die Feuerwehr leuchtete die Einsatzstelle aus.

Der Verkehr wurde einspurig vorbeigeführt, gleichzeitig leitete die Polizei alle Autos bereits ab dem Lindenteller weiträumig um. Dennoch bildeten sich während der Rushhour in der westlichen Stadthälfte riesige Staus. Mitten in diesem Chaos musste die Feuerwehr erneut ausrücken: Am Holstentor stand abends ein Auto in Flammen. Der Brand konnte schnell gelöscht werden.

Von Peer Hellerling

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