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Lübeck Julius-Leber-Schule: Der Putz bröckelt
Lokales Lübeck Julius-Leber-Schule: Der Putz bröckelt
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21:29 24.08.2017
Die Decken sehen aus wie im Rohbau, der Putz wurde bereits überall entfernt. Quelle: STADT/ROESSLER (2)

 „Im Rahmen der laufenden Sanierungsarbeiten wurde durch das Gebäudemanagement der Hansestadt Lübeck festgestellt, dass sich in der Grund- und Gemeinschaftsschule im gesamten Schulgebäude unter der Akustikdecke der Deckenputz löst“, bestätigt Stadtsprecherin Valessa Glisovic. „Aus Verkehrssicherheitsgründen wurde daraufhin umfassend der schadhafte Deckenputz nach Entfernung der Akustikdecke abgelöst.“

Die Decken sehen aus wie im Rohbau, der Putz wurde bereits überall entfernt.

Der Zustand der Decken gleicht deshalb jetzt dem eines Rohbaus. Die zuständigen Firmen müssen das gesamte Gebäude neu verputzen. Wie lange die Maßnahme dauert, ist noch nicht absehbar. In den Sommerferien wurden erst die Toiletten saniert. Auf der Liste stand außerdem die baldige Erneuerung des Biologie-Raums. Doch nun hat plötzlich ein ganz anderes Projekt Priorität. Der Schulbetrieb geht zwar weiter, die Schüler müssen allerdings vorübergehend in Provisorien unterrichtet werden. Im Erdgeschoss sollen einige Räume hergerichtet werden. Außerdem laufen „Bemühungen, schnellstmöglich eine ausreichende Anzahl an Modulen in Containerbauweise auf dem Schulgelände der Zweigstelle Brockesstraße errichten zu lassen“, so Valessa Glisovic.

Zweites Problem: Durch den bröckelnden Putz ist auch der Brandschutz nicht mehr gewährleistet. „Die Stahlprofile der Decken haben keine Überdeckung mehr und könnten daher einem Feuer nicht mehr über lange Zeit standhalten“, erklärt die Sprecherin. Das für den Brandschutz beauftragte Ingenieurbüro bestätigte die Aussagen des Gebäudemanagements und der Feuerwehr, wonach aufgrund erheblicher Brandschutzmängel eine Nutzung des Schulgebäudes ohne umfassende Sanierungsmaßnahmen nicht genehmigt werden dürfe.

Für Jörn Puhle, bildungspolitischer Sprecher der SPD, keine Überraschung: „Es ist immer wieder das Gleiche. Wir brauchen endlich eine Liste mit allen Gebäuden. Wir müssen wissen, wann wo was saniert wurde.“ Bei einigen Gebäuden sei bereits mit einer Aufnahme begonnen worden. „Aber wir müssen da viel konsequenter sein. Und selbst dann kann es Überraschungen geben, eine hundertprozentige Gewissheit hat man nie“, so Puhle. Außerdem merkt er an: „Das Problem betrifft nicht nur Lübeck, auch in anderen Städten herrschen solche Zustände.“

Oliver Prieur (CDU) macht der Stadt keine Vorwürfe. „Der Schaden war nicht voraussehbar, ein reiner Zufallsbefund“, meint er. „Wir wissen ja seit Langem, dass das Dach und Fassade kaputt sind, das haben wir bereits auf dem Zettel.“ Dass die Schüler nun vorerst im Erdgeschoss unterrichtet werden sollen, ist eine unumgehbare Notlösung. „Vielleicht wird es am ersten Tag nach den Ferien etwas holprig. Aber dann wird es sich einspielen“, so Prieur.

Am Standort am Marquardplatz werden die siebten bis zehnten Klassen unterrichtet. Am 4. Spetember kommen die Schüler aus den Sommerferien zurück. Eigentlich sollte die größte Neuerung für sie werden, dass künftig Profile die Wahlpflichtkurse ersetzen. Doch nun müssen sich die Schüler zusätzlich an provisorische Räumlichkeiten gewöhnen. Auch die anderen Schulen halten die Stadt auf Trab. Für zwei Millionen Euro werden dieses Jahr allein in neun Schulen die Toiletten saniert. Das Land hat dafür 91600 Euro zur Verfügung gestellt.

50 Lehrer

620 Schüler hat die Julius-Leber-Schule, die einen Standort am Marquardplatz und einen in der Brockesstraße hat. 50 Lehrkräfte unterrichten dort.

Im neuen Schuljahr gibt es vier Profile. Im Bereich Naturwissenschaften wird die Informatik mit Mathematik, Physik und Technik verbunden. Das ästhetische Profil betont das darstellende Spiel und die dazugehörigen Arbeitstechniken. Das Europaprofil kombiniert Englisch, Französisch, Wirtschaft, Politik und Geschichte. Außerdem gibt es ein Sportprofil.

 Maike Wegner

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