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Lübeck Julius-Leber-Schule: Sanierung kostet 17,5 Millionen Euro
Lokales Lübeck Julius-Leber-Schule: Sanierung kostet 17,5 Millionen Euro
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21:15 21.11.2017
Das Gebäude in der Brockesstraße muss erstmal warten: Es müsste 2019 geplant und bis 2022 gebaut werden.
St. Lorenz Nord

Neu bauen oder sanieren? Das ist die Frage. Aus Sicht der Stadt ist die Antwort klar: sanieren. „Die Stadt kann sich keinen Neubau leisten“, sagt Andreas Borchert vom Bereich Schule und Sport. Denn der kostet elf Millionen Euro mehr als die Frischzellenkur. Die Fachleute vom Gebäudemanagement plädieren auch für eine Sanierung. „Es sind solide Gebäude“, so Architektin Birgit Jannsen. Zudem habe die Stadt in den letzten Jahren viel Geld in die Schule investiert.

Eine Schule, zwei Standorte: Die Julius-Leber-Schule muss saniert werden. Kosten: 17,5 Millionen Euro. Das Gebäude am Marquardplatz ist bereits seit dem Sommer gesperrt – jedenfalls ein großer Teil davon. Ein Neubau würde wesentlich teurer und kostet satte 28,5 Millionen Euro.

Aber: „Ein geteilter Schulstandort – will man das auf Dauer machen?“, will Ulrich Brock (CDU) wissen. Karsten Mihr (BfL) fragt: „Sind die Schulen nach der Sanierung ein Provisorium – oder hält das länger?“ Für Dennis Bunk, Chef des Gebäudemanagements, steht fest: „Bei einer ordentlichen Bauunterhaltung hält das zehn bis 15 Jahre.“ Mihr: „Aber was ist mit Betriebskosten?“ Die wären bei einem Neubau sicher geringer. Das hat das Gebäudemanagement noch nicht errechnet. „Nach meiner Erfahrung wird es keine elf Millionen Euro Kompensation durch Betriebskosten geben“, so Bunk. So viel teurer ist der Neubau.

Die Kosten im Einzelnen: Die Grund- und Gemeinschaftsschule Julius-Leber ist am Marquardplatz 7 angesiedelt und an der Brockesstraße 59-61 – einen Kilometer entfernt. Beide Gebäude wurden Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet und stehen unter Denkmalschutz. Der Standort Marquardplatz muss zuerst gemacht werden. Seit 2010 sind in den Standort bereits 1,5 Millionen Euro geflossen – für eine neue Mensa, neue Fachräume, neue Heizkessel und neue WC-Anlagen. Jetzt geht es um Brandschutz, Brandmelder, Wand- und Deckenputz, ein neues Dach, neue Schulhofmauer, die Aufarbeitung der Fenster inklusive Isolierverglasung, außerdem muss die Elektrik gemacht werden – und die Sporthalle braucht einen frischen Boden. Im Anbau müssen Dach und Dämmung erneuert werden, da wurde Asbest verbaut.

Kosten: 7,94 Millionen Euro. Das Gebäude an der Brockesstraße soll ebenfalls neuen Brandschutz erhalten, das Treppenhaus muss getrennt, neue Toiletten sollen gebaut werden, die Fenster brauchen einen Anstrich, die Elektrik muss erneuert werden – zudem soll es neue Böden und Vorhänge geben. Kosten: 7,23 Millionen Euro. Macht zusammen: 15,17 Millionen Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Miete von Containern während der Bauzeit, in denen die Schüler unterrichtet werden müssen. Dauer: fünf Jahre. Kosten: 2,355 Millionen Euro. Damit kostet die Sanierung beider Standorte mit einer Nutzfläche von 9600 Quadratmetern 17,5 Millionen Euro.

Ein Neubau mit 10400 Quadratmetern schlägt mit 26,4 Millionen Euro zu Buche. Plus die Containerkosten macht das gut 18,5 Millionen Euro aus. Nicht eingerechnet sind dabei der Kauf eines Grundstücks beziehungsweise der Verkauf der beiden denkmalgeschützten Gebäude. Ob die komplette Sanierung realisiert wird, ist noch unklar. Klar ist aber, dass der Standort Marquardplatz 2018 geplant und ab 2019 saniert werden soll. Fertig soll der Ende 2020 sein. Die Brockesstraße müsste dann 2019 geplant und bis 2022 gebaut werden.

 Von Josephine von Zastrow

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