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Lübeck Junges Schwimmtalent peilt Olympia an
Lokales Lübeck Junges Schwimmtalent peilt Olympia an
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20:30 24.08.2016
Tolles Team: Schwimmtalent Neele (13) mit ihrer Mutter Ulrike Labudda. Die Lübeckerin hat mit ihrem Sport noch viel vor. Quelle: Sven Janssen

Neele hat einen großen Traum: 2020 in Tokio will die jetzt 13-Jährige bei den Paralympics um eine Medaille kämpfen. Bis dahin liegt noch ein langer Weg vor der sehbehinderten Schwimmerin aus der Hansestadt. Aber das schreckt Neele, die jüngst mit ihrer Mutter zu einer medizinischen Untersuchung in Kiel war, nicht ab. Ihr großes Vorbild, die mehrfache Olympiasiegerin im Brustschwimmen, Kirsten Bruhn aus Eutin, bescheinigt ihr gute Chancen.

Denn Schwimmen ist Neeles Leben, genauer Brustschwimmen. „Ich mag Wasser, aber ich gehöre im Wasser nicht auf den Rücken“, sagt sie klar und selbstbewusst. Ihre Mutter, die Lübecker Krankenschwester Ulrike Labudda (42), vermutet hinter der Abneigung die fehlende Orientierung. Beim Brustschwimmen kann sich ihre Tochter, die durch einen Gendefekt seit der Geburt nur über eine Sehkraft von acht Prozent verfügt, an einem Strich auf dem Boden und an einer Leine orientieren. Und auch das innere Gespür hilft ihr zu wissen, wann sie die Wende auf der 50-Meter-Strecke einleiten muss.

Seit dem fünften Lebensjahr schwimmt Neele, wann immer sie kann. „Wir hatten im Garten einen Pool. Neele tauchte gern unter. Sie hat großes Vertrauen zum Wasser“, erzählt ihre Mutter. Mittlerweile hat die Jugendliche schon mehrere Wettkämpfe erfolgreich bestritten. Der für sie bisher wichtigste Sieg war eine Bronzemedaille bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft im Juni in Berlin.

Der Weg zum größten Sportereignis der Welt in vier Jahren wird kein leichter sein. Doch Kirsten Bruhn, die als Co-Kommentatorin in Rio die Paralympics im September analysiert, glaubt an die junge Leistungssportlerin, die sie beim Wettkampf der Vielfalt in Neumünster 2014 kennenlernte: „Sie ist talentiert und diszipliniert: Das sind zwei Eigenschaften dafür, dass sie die Chance auf Olympia 2020 hat.“ Ab 7. September beginnt Neeles neues Leben in der siebten Klasse an der Sportschule in Rostock, wo sie zweimal vor und fast täglich nach dem Unterricht schwimmen geht. Die Kieler Lubinus-Stiftung unterstützt sie, indem sie ihren Muskel- und Skelett-Apparat regelmäßig an der Lubinus- Klinik untersuchen lässt und ihr einen monatlichen Zuschuss für das Internat zahlt. Dr. Jörg Löwe, Orthopäde und Unfallchirurg, weiß um die „grenzwertige Anforderung“ an den jungen Körper. „Kinder und Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen.“ Erst ein Trainer hatte die Familie vor Jahren auf Neeles Schwimmtalent aufmerksam gemacht. „Sie wird hart trainieren müssen, um bestimmte Zeiten zu erreichen“, sagt Ulrike Labudda: „Ich hoffe nur, dass sie den Spaß daran behält.“

Martina Drexler

LN

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