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Lübeck Juni wird zum Monat der Großsegler
Lokales Lübeck Juni wird zum Monat der Großsegler
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10:56 11.03.2016
Schon im Juni 2011 besuchte die Kruzenshtern Travemünde. Dieses Jahr kommt sie wieder. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Versonnen blättert Susanne Kasimir in den Zeitungsseiten aus dem Sommer 1989 — „100 Jahre Travemünder Woche“ und das Großsegler-Event „Sail 89“ im Ostseebad.

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„Mir“, „Kruzenshtern“ und „Alexander von Humboldt II“ machen nacheinander in Travemünde fest.

„Da geht einem doch das Herz auf“, sagt die Wissenschaftsbeauftragte der Hansestadt, „ein bisschen von diesem Flair bekommen wir ja jetzt im Frühsommer wieder.“ Denn nacheinander werden das russische Segelschulschiff „Mir“, die Viermastbark „Kruzenshtern“ sowie die deutsche „Alexander von Humboldt II“ Travemünde besuchen.

„Wir sind für den Anlauf der ,Kruzenshtern‘ verantwortlich, und das hatte möglicherweise Signalwirkung“, bemerkt Lübecks Wissenschaftsmanagerin Dr. Iris Klaßen. Aufgrund des erfolgreichen Veranstaltungsformates ,Schiffe als Wissensorte‘ seien Vertreter des Fördervereins Kaliningrad und weitere Institutionen an das Wissenschaftsmanagement herangetreten, um den Besuch des ,Flying P-Liners‘ zu koordinieren. „Schiffe sind seit jeher Infobörsen, die neben ihren Waren Wissen von Hafen zu Hafen gebracht haben“, erläutert Klaßen die Idee. Warum also nicht Wissensdurstige an Bord bitten und mit Erkenntnissen aus Wissenschaft und Kultur versorgen?

Entsprechend wird es vom 9. bis zum 12. Juni an Deck des Großseglers in Kooperation mit den Lübecker Hochschulen wieder diverse Vortragsangebote geben. „Die ,Kruzenshtern‘ bietet sich als Segelschulschiff der Technischen Universität Kaliningrad für diesen Wissensdialog geradezu an“, betont Kasimir. Dazu kommt, dass das Schiff in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag begeht. Es wurde im Juni 1926 in Bremerhaven als „Padua“ vom Stapel gelassen und gehörte mit der gesunkenen „Pamir“ und der „Passat“ zu den berühmten Flying P-Linern.

Rund um den Schiffsbesuch am Ostpreußenkai wird es ein Programm geben, das die Begegnung von Wissenschaft und Gesellschaft sowie den Kulturaustauch fördert. „Neben den zahlreichen Aktivitäten an Deck ist auch eine Ausstellung im Kreuzfahrtterminal zur Bedeutung der Meere geplant“, kündigt Susanne Kasimir an. „Open Ship“ am Freitag und Sonnabend sowie Schiffsführungen runden die Aktionstage ab.

Vor der „Kruzenshtern“ ist bereits ein anderer maritimer Blickfang in der Lübecker Bucht zu bewundern: die „Mir“, die mit ihren Abmessungen zu den größten Segelschiffen der Welt gehört. Ihr Kommen ist für die erste Juni-Woche vorausgesagt. „Open Ship“ sowie die Möglichkeit, an einem Tagestörn teilnehmen zu können, gehören erneut zum Standard-Besuchsprogramm. „Außerdem werden wir die Chance nutzen, um an dem Wochenende für Travemünde als Kreuzfahrtdestination zu werben“, so Jens Bierfreund von der Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft. Bereits 2012, als Lübeck den Titel „Stadt der Wissenschaft“ trug, hatte sie an der Vorderreihe festgemacht.

Damals mit dabei, war ebenfalls die „Alexander von Humboldt II“. Als „Partnerschiff“ der Wissenschaftsstadt kommt der Dreimaster seitdem alljährlich ins Ostseebad. Diesmal ist die Bark, die als Ausbildungsschiff im Rahmen des Sail Trainings eingesetzt wird, für Ende Juni angekündigt. „Über diese Treue freuen wir uns natürlich auch“, betonen die beiden Damen vom Wissenschaftsmanagement.

Das Segelschulschiff „Mir“ wird von Mittwoch, 1. Juni, bis Montag, 6. Juni, in Travemünde festmachen.

Flagge: Russland

Eigner: Makarow-Akademie (Hochschule für Marine-Ingenieure)

Heimathafen: Sankt Petersburg

Stapellauf: 31. März 1987

Länge: 109,6 Meter

Breite: 14 Meter

Besatzung: 55 Mann Stamm, 140 Kadetten

Anzahl Masten: 3

Segelfläche: 2771 Quadratmeter

Geschwindigkeit unter Segeln: maximal 19,4 Knoten (36 km/h)

Die „Alexander von Humboldt II“ läuft am Freitag, 24. Juni, in die Trave ein und bleibt bis Montag, 27. Juni, in der Hansestadt.

Flagge: Deutschland

Eigner: Deutsche Stiftung Sail Training

Heimathafen: Bremerhaven

Stapellauf: 25. Mai 2011

Länge: 65 Meter

Breite: 10 Meter

Besatzung: 79 Mann (davon 25 Stammcrew)

Anzahl Masten: 3

Segelfläche: 1360 Quadratmeter

Geschwindigkeit unter Segeln: maximal 13,5 Knoten (25 km/h)

Die „Kruzenshtern“ (ursprünglich „Padua“) ist im Ostseebad zu Besuch von Donnerstag, 9. Juni, bis Sonntag, 12. Juni.

Flagge: Russland

Eigner: Staatliches Ministerium für Fischwirtschaft

Heimathafen: Kaliningrad

Stapellauf: 24. Juni 1926

Länge: 114,50 Meter

Breite: 14,04 Meter

Besatzung: 76 Stammbesatzung, bis zu 160 Kadetten & Trainees

Anzahl Masten: 4

Segelfläche: 3400 Quadratmeter

Geschwindigkeit unter Segeln: maximal 17,4 Knoten (32 km/h)

Von Michael Hollinde

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