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Lübeck Kaffee, Kunst und viel Theater
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20:17 01.07.2016

Es war unter anderem 1979 in San Francisco, wo Thomas Elsner und Gunda Diercks-Elsner im „Ghirardelli Square“, der einstigen Schokoladenfabrik, ein Projekt entdeckten, das ihnen gefiel. „Außerdem waren wir begeistert von der Fabrik in Hamburg“, sagt Thomas Elsner.

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Vor 20 Jahren entstand in der Wahmstraße die „Neue Rösterei“ – Nächstes Wochenende wird gefeiert.

Die beiden Lübecker Rechtsanwälte waren mehr als angetan von der Idee, alte Fabrikräume für soziokulturelle Aktivitäten zu nutzen. Als die Grundstücksgesellschaft „Trave“ 1995 die frühere Kaffeerösterei in der Wahmstraße verkaufte, erwarben sie den Gebäudekomplex, um nach der Sanierung durch den Lübecker Architekten Thomas Schröder-Berkentien ein Kultur-, Schul- und Sozialzentrum einzurichten.

„Es ging uns um gesellschaftliche Teilhabe in einem unterprivilegierten Stadtteil, den wir ein bisschen aufwerten wollten“, erklärt Gunda Diercks-Elsner. 2006 gründeten die beiden engagierten Lübecker den gemeinnützigen Verein „Neue Rösterei“, um den kulturellen und sozialen Betrieb zu gewährleisten. Viele ihrer Bekannten seien damals skeptisch gewesen, hätten gesagt: „Das wird doch eh’

nichts“ und sie für verrückt erklärt, Parkplätze im Innenhof mitten in der Altstadt aufzugeben.

Doch 20 Jahre später sitzen die Elsners vor der einstigen „Remise“, die seit Oktober vorigen Jahres wieder Kaffee röstet. Sie wird von Julian Alm und anderen jungen Leuten betrieben und trägt den Namen des Gesamtprojektes, nämlich „Neue Rösterei“. Im lauschigen Innenhof sitzen Mütter mit Kleinkindern, im Durchgang zur Wahmstraße stehen Schüler der Werkkunstschule. Ehepaar Elsner guckt sich alte Fotos an: Sie schmunzeln über alte Ansichten der Remise vor der Sanierung, freuen sich an den Bildern der Rohbau-Party und staunen über die Fotos vom Dachgeschoss, das heute das Buddhismus-Zentrum beherbergt.

„Wir wollten immer, dass unsere Pächter niedrige Preise machen, denn wir wollten niederschwellige Angebote und so etwas wie eine kleine Ruhezone schaffen“, sagt Gunda Diercks-Elsner. Jetzt, zum 20.

Geburtstag, können die Hausherren zufrieden sein. Ihr Experiment ist geglückt. Die ersten Mieter – die Werkkunstschule, das Forum Gesundheit und der Verein „Sprungtuch“ sind immer noch mit dabei, Manfred Upnmoor ist mit dem Theater Stiller Wahnsinn und dem Theater 23 in der Kulturrösterei ansässig, dazu Amnesty International, Greenpeace, besagtes buddhistisches Zentrum, eine Wing-Tsun-Schule (Selbstverteidigung) und natürlich das Café mit Rösterei.

Die Mischung in dem insgesamt 2200 Quadratmeter großen, 1897 errichteten Gebäudekomplex stimmt. Gunda Diercks-Elsner: „Wir hatten Glück, dass hier immer die richtigen Projekte eingezogen sind.“ Weil das so ist und weil sich alle gut verstehen, wollen sie gemeinsam vom 8. bis zum 10. Juli den 20. Geburtstag der „Neuen Rösterei“ feiern – mit einem bunten Programm für Groß und Klein.

Das Programm

Freitag, 8. Juli: 18 bis 19 Uhr Live-Musik mit Kid Kommander (Indie/Brit- Rock); 19 Uhr Eröffnungsansprache; 19.30 Uhr Boogie-Tanzkurs für Einsteiger mit Christoph Wiatre (fünf Euro); 20.30 Uhr „Swinging Ballroom“ – Musik und Tanz im Retroglanz mit Ray Allen und Band sowie Burlesque Queen Curly Malone und DJ Bopping Light (fünf Euro).

Sonnabend, 9. Juli: 10 Uhr lockeres Frühstück im Hof mit musikalischer Untermalung; ab 11 Uhr stellt sich die Werkkunstschule vor (mit Flohmarkt); 15 bis 16.30 Uhr Führung durch die Hausanlage, Treffpunkt Durchgang zum Hof; 15 Uhr Kindertheater mit dem Ostseeclown; 16.45 Uhr Salsa mit Rasoul; 16 bis 17 Uhr Kleine Sketche der Seniorentheatergruppe; 18 bis 19.30 Uhr Live-Musik im Hof; 19.30 Uhr Come Together; 22 Uhr Party mit DJ John von „Stampfland“; außerdem: ganztags allerlei Aktionen und Vorführungen der einzelnen Mieter.

Sonntag, 10. Juli: ab 10 Uhr musikalisches Frühstück im Hof mit Lesung von Sven Simon (Theater Lübeck); um 14 Uhr Salsa mit Rasoul.

Ort: Wahmstraße 43-45, Hinterhof.

Sabine Risch

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