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Lübeck Kampagne im Hauptbahnhof für Fehmarnbelt-Tunnel
Lokales Lübeck Kampagne im Hauptbahnhof für Fehmarnbelt-Tunnel
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17:16 06.07.2016
Andreas Roddau (48) befürwortet das Tunnelprojekt. Mit großem Interesse liest er die Infotexte an der Stellwand. Quelle: Lutz Roeßler
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Schnellzüge gleiten durch schöne Landschaften und rasen rasant in den 18 Kilometer langen Tunnel unter dem Fehmarnbelt, der Deutschland mit Dänemark verbindet. Im Eingangsbereich des Lübecker Hauptbahnhofs wird seit gestern eine Vision zur Wirklichkeit.

Das, was gestern von Femern A/S, den dänischen Planern des Tunnel-Großprojektes, eröffnet wurde, eine Wanderausstellung zu nennen, ist ziemlich hochgegriffen. Direkt hinter dem Haupteingang des Hauptbahnhofs steht eine Stellwand. Und zumindest gestern rannten die meisten Bahnhofsbesucher an ihr vorbei – Richtung Zug. Dabei ist diese Stellwand recht schick gestaltet, mit übersichtlichen Infotexten, Karten und einem zentralen Monitor, der in prächtigen Bildern den Tunnel zum Leben erweckt, den es noch gar nicht gibt.

Eine Kindergruppe blickt für ein paar Sekunden neugierig in den Monitor. Dann tobt die Schar durch die Halle. Ein junger Mann liest flüchtig einen Text, und eine ältere Dame fragt: „Was ist das denn?“ Großes Interesse zeigt Andreas Roddau (48). Der Busfahrer des Stadtverkehrs interessiert sich für das Milliardenprojekt. Ohne Wenn und Aber bekennt er: „Ich bin dafür. Ich warte schon sehr lange darauf.“ Er findet es reizvoll, in knapp zweieinhalb Stunden mit dem Zug von Lübeck nach Kopenhagen zu fahren. Nur wenn er die Wahl hätte, würde er sich gegen einen Tunnel und für eine Brücke entscheiden: „Wegen der Aussicht.“

Lübeck ist die letzte Station dieser „Wanderausstellung“, die zuvor in den Hauptbahnhöfen von Berlin, Kiel und Hannover zu sehen war und mit dem Slogan wirbt: „Wir verbinden den Norden“. Im Lübecker Hauptbahnhof kann man sich bis zum 22. Juli über das Tunnelprojekt informieren, das als zentrale Achse zwischen Skandinavien und Mitteleuropa gepriesen wird. Es werde die Fehmarnbelt- Region zwischen Hamburg und Kopenhagen, in der fast zehn Millionen Menschen leben, zu „einem Handelsknotenpunkt und Standort für internationale Unternehmen“ entwickeln. Femern A/S spricht von einer „neuen europäischen Wirtschaftsregion“. Durch den Tunnelbau entstehe eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen in Europa und mit einer Länge von 8615 Kilometern der längste Korridor des transeuropäischen Verkehrsnetzes, der von Helsinki bis Palermo führe.

Sven Hölder (19) liest konzentriert den Text und staunt: „Die sind aber sehr optimistisch. Ich glaube nicht, dass der Tunnel gebaut wird.“ Dann geht er zum Ausgang. Für ihn ist das Thema gegessen.

Für die Deutsche Bahn keineswegs. Der Fehmarnbelttunnel werde den Zugverkehr beleben: „Über Lübeck und Hamburg werden auch Bremen, Hannover und Berlin schneller an die Bahnverkehre nach Skandinavien angeschlossen.“

 tt

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