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Lübeck Kampf gegen den horrenden Meeresmüll
Lokales Lübeck Kampf gegen den horrenden Meeresmüll
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17:16 30.07.2016
Rüdiger Stöhr erläutert Eka von Kalben und der Grünen-Bürgerschaftsabgeordneten Silke Mählenhoff (r.) die Schiffskonstruktion. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Lübeck

Ein Katamaran mit zwölf Meter langen Rümpfen nimmt in der Halle der Werft „Lübeck Yacht Trave Schiff“ auf dem LMG-Gelände Gestalt an. Ende des Jahres soll dieser Prototyp erstmals vor der Küste Hongkongs zum Einsatz kommen. Der Auftrag: Plastikmüll fischen. Eka von Kalben, Vorsitzende der Kieler Landtagsfraktion der Grünen, informierte sich gestern im Rahmen ihrer Sommertour „Weites Meer – Klares Wasser“ über das Projekt.

Der Verein „One Earth – One Ocean“ aus Garching hat das Müllsammelschiff „MS Seekuh“ bei der Lübecker Werft in Auftrag gegeben, die Spezialistin für den Bau von Arbeitsschiffen ist. Kostenpunkt: 250 000 Euro. Am 25. September wird der Katamaran während des Schifffahrtstages in Kiel getauft. Der Verein plant weitere Schwesternschiffe. Denn der Plastikmüll in den Meeren, Flüssen und Binnenseen hat gigantische Ausmaße angenommen.

Eingefangen wird der auf der Wasseroberfläche treibende Plastikmüll vom Müllsammelschiff mit einer beweglichen Netzkonstruktion, die zwischen den beiden Rümpfen angebracht wird.

Pro Fahrt kann die „MS Seekuh“ zwei Tonnen Müll aufnehmen. Der Katamaran wird häufig auf Einsatzfahrt gehen müssen. Der Mikrobiologe Dr. Rüdiger Stöhr vom Verein „One Earth – One Ocean“ beschrieb im Gespräch mit Eka von Kalben die katastrophale Lage auf den Weltmeeren, in denen 170 Millionen Tonnen Plastikmüll treiben würden. Pro Sekunde werde Plastikmüll, der 40 Mülltonnen füllen würde, ins Meer geschüttet. Es bestehe angesichts dieses Riesenproblems ein großer Handlungsbedarf.

Eka von Kalben nannte das Projekt „sinnreich und wichtig“. Die Grünen-Politikerin betonte, man müsse eine Doppelstrategie verfolgen. Projekte wie dieses seien von großer Bedeutung; doch mindestens ebenso wichtig sei die Müllvermeidung. Von Kalben: „Wir müssen Menschen Anreize geben, Müll zu vermeiden, und deutlich machen, dass Plastikmüll ein wichtiger Rohstoff ist.“

tt

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