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Lübeck Kampfsport mit Akrobatik
Lokales Lübeck Kampfsport mit Akrobatik
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20:18 28.12.2015
In Angriffsstellung: Tuomas und Piia Luttinen trainieren mit ihrer Taido-Gruppe in der Turnhalle. Quelle: Fotos: Modrow

Wenn Piia und Tuomas Luttinen miteinander kämpfen, dann denkt der Laie beim Zusehen zuerst an eine Mischung aus Karate und dem brasilianischen Kampftanz Capoeira. Kontrolliert vollführen sie Tritte aus der Luft, drehen sich um die eigene Achse, schlagen kleine Räder. Bei der japanischen Kampfsportart Taido gibt es keinen Vollkontakt. Eher Akrobatik.

Einen dreidimensionalen Fluss an Bewegungen, aus denen der Taidoka die Kraft gewinnt. „Alles ist kontrolliert“, sagt Piia Luttinen, noch ganz außer Atem. „Bei zu hartem Kontakt gäbe es eher Strafpunkte.“

Aber gerade ist ja kein Wettkampf. Sieben Taidokas sind an diesem Tag zum Üben in die Turnhalle der Berend-Schröder-Schule am Langen Lohberg gekommen — dem derzeit einzigen Taido-Training in ganz Deutschland. „Es gab noch eine Gruppe in München, aber die ist momentan nicht mehr aktiv“, erzählt Piia. „Die Gründerin ist zum Schreiben ihrer Doktorarbeit aus Australien gekommen und geht nun leider wieder zurück.“ Taido ist ein reines Kampfsport-Import-Produkt: Auch Piia und Tuomas Luttinen haben es aus einer der Hochburgen nach Lübeck geholt: Finnland. „Ich bin während meines Studiums in Helsinki 1992 zum Taido gekommen“, erzählt Tuomas. „Kampfsportart mit mehrseitigen Bewegungen war etwas, was ich immer machen wollte.“

In Finnland ist Taido in den 70er Jahren groß geworden — als eine japanische Austauschstudentin den Kampfsport aus der Heimat mitbrachte. „Wahrscheinlich war das einfach der richtige Zeitpunkt“, sagt Piia. „Da hatten die Menschen noch mehr Freizeit und das Angebot an verschiedenen Aktivitäten war noch nicht so groß.“

Als das Ehepaar Luttinen vor fünf Jahren aus Finnland nach Lübeck kam, wollten sie ihren Sport nicht missen. So gründeten sie kurzerhand ihre eigene Taido-Gruppe, die derzeit an den Hochschulsport angeschlossen ist, zu der aber auch Uni-Auswärtige kommen dürfen. „Man kann eigentlich zu jeder Zeit einsteigen“, sagt Piia. Auch wenn das Einstudieren der acht verschiedenen Grundbewegungsmuster, sogenannte Unsoku, zu Beginn erst einmal Ausdauer benötige, werde der Taidoka doch schnell belohnt: „Es ist unglaublich vielseitig, man kann an der Technik feilen und hat Erfolgserlebnisse“, sagt die 41-Jährige. „Bisher gab es keine Sportart, die mich so fasziniert hat und bei der ich so lange geblieben bin.“

Das Training beginnt mit einem Begrüßungsritual, gefolgt von Atem- und Aufwärmübungen und dem Einstudieren von Grundbewegungen. „Ich habe vorher olympisches Ringen gemacht“, sagt Emre Tahtali, der vor etwa einem Jahr mit dem Taido-Training begonnen hat. „Ich suchte etwas, das Kampftechniken mit etwas Akrobatischem verbindet.“

Jetzt steht der Student kurz vor der ersten Gürtelprüfung, derer es im Taido vier gibt; blauer beziehungsweise violetter, grüner, brauner und schwarzer Gürtel. Piia und Tuomas haben ihre unter anderem im Umfeld der Europameisterschaft in Schweden erlangt — denn dort sind auch immer japanische Meister anwesend, die Prüfungen abnehmen. Emre hofft jedenfalls, dass es für ihn auch noch weiter geht: „Es macht einfach sehr viel Spaß und man lernt ganz viel.“

Besonders bei Japanern, Finnen und Schweden beliebt

1962 wurde Taido vom Japaner Seiken Shukumine (1925 bis 2001) aus der Kampfsportart Karate entwickelt. Heute wird es in zwölf Ländern praktiziert — vor allem in Japan, Schweden und Finnland. Weltweit gibt es 10000 bis 15000 Trainierende, sogenannte Taidokas.
Kontakt zu der Lübecker Taido-Gruppe, die an den Verein Uni-Dojo Zanshin Lübeck angeschlossen ist, können Interessierte über die E-Mail-Adresse Taido@uni-dojo-luebeck.de aufnehmen. Der neue Kursus beginnt am Dienstag, 12. Januar, um 19.30 Uhr in der Turnhalle der Berend-Schröder-Schule (Langer Lohberg 24).


Weitere Informationen und Trainingszeiten zu Taido gibt es im Internet unter www.taido-deutschland.de.

Lena Modrow

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