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Lübeck Kandidaten versprechen Wohnungen
Lokales Lübeck Kandidaten versprechen Wohnungen
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23:41 26.10.2017
Politik und Popcorn: 300 Zuhörer waren zur Veranstaltung ins Audimax gekommen. Sie lauschten der Podiumsdiskussion mit Detlev Stolzenberg (v. l.), Kathrin Weiher, Joachim Heising, Thomas Misch, Jan Lindenau und Ali Alam. Quelle: Foto: Lutz Roessler
Lübeck

Sie wollten, dass sich die Studierenden in Zeiten der Politikverdrossenheit selbst ein Bild vom künftigen Lübecker Bürgermeister machen konnten. Die Studentenparlamente von Uni und Fachhochschule sowie die Fachschaft Psychologie baten die Kandidaten Kathrin Weiher (parteilos), Joachim Heising (parteilos), Detlev Stolzenberg (parteilos), Thomas Misch (Freie Wähler), Ali Alam (Die Partei) und Jan Lindenau (SPD) zu einer Veranstaltung „Politik und Popcorn“. 300 Besucher kamen ins Audimax. „Ich hoffe, dass das Popcorn reicht“, sagte Veranstalter André Seidel.

Größte Sorge der Studierenden: „Wie wollen die Kandidaten bezahlbare Wohnungen für Studierende schaffen?“, fragte Fachhochschul-Student Paul Förderreuther. Weiher verwies auf die 4000 geplanten Wohnungen und kündigte ein neues Studentenwohnheim in der Dankwartsgrube an. Auch im Bornkamp würden Wohnungen für Studierende geschaffen, berichtete Lindenau. Beide wollen die Umwandlung von Ganghäusern in der Altstadt in Ferienwohnungen begrenzen. Die Innenstadt dürfe nicht nur für Touristen hergerichtet werden.

Stolzenberg kritisierte, dass große Wohnungsbaugesellschaften wie der Lübecker Bauverein und die städtische „Trave“ mehr alte und günstige Wohnungen abreißen würden, als dass sie neue bauen. Der Stadtplaner forderte einen fünfjährigen Abriss-Stopp. Misch will sich als Bürgermeister für mehr Studentenwohnheime stark machen. Für Heising reichen die geplanten 4000 neuen Wohneinheiten bei weitem nicht aus.

Applaus bekam Weiher für ihren Vorschlag, das Studententicket auf den HVV auszudehnen. Außerdem will sie, dass die Busse des Stadtverkehrs abends länger fahren. Lindenau will sich für eine gute Fahrradverbindung von den Hochschulen in die Innenstadt und den Bau eines Fahrrad-Parkhauses am Hauptbahnhof einsetzen. Einen sehr konkreten Vorschlag unterbreitete Alam, der das studentische Leben im Hochschulstadtteil durch eine städtisch finanzierte Kneipe beleben will und dafür viele Lacher erntete.

Konkrete Vorschläge forderten die Studierenden auch in Sachen Entschuldung der Hansestadt. Alle Kandidaten setzen dabei auf die Digitalisierung der Stadtverwaltung. Lindenau rechnete präzise vor, das in den nächsten Jahren 1400 von 3200 städtischen Mitarbeitern in Rente gehen. Die könnten wegen des Fachkräftemangels ohnehin nicht alle ersetzt werden. Mithilfe von digitalen Prozessen könnten 200 Stellen pro Jahr eingespart werden. „Das macht neun Millionen Euro im Jahr aus“, sagte Lindenau. Weitere zehn bis 15 Millionen Euro will der SPD-Bewerber durch den Verkauf von städtischen Immobilien erzielen. Weiher bestätigte diesen Kurs: „Das ist alles richtig, das würde ich auch machen.“ Auch Stolzenberg hatte einen Sparvorschlag mitgebracht. Er will nicht 1,4 Millionen Euro für die 875-Jahr-Feier der Stadt im nächsten Jahr ausgeben. „Lübeck muss Prioritäten anders setzen.“ Heising erklärte, dass Lübeck glücklich sein könne, wenn es die „schwarze Null“ halten könnte. Alam von der Satirepartei wurde drastisch: „Ich scheiße auf die schwarze Null.“ Er würde als Bürgermeister in die Studenten investieren, buhlte er unverhohlen um die Stimmen der Studierenden: „Ihr seid die Zukunft.“

Von Kai Dordowsky

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