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Lübeck Katholische Grundschule: Zukunft ist gesichert
Lokales Lübeck Katholische Grundschule: Zukunft ist gesichert
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22:29 13.07.2018

Zum 1. Januar 2019 übernimmt der Jugendhilfe- und Bildungsträger zunächst 49 Prozent einer gemeinnützigen Gesellschaft, die noch gegründet wird. 51 Prozent verbleiben zunächst bei den bisherigen Trägern der 2011 gegründeten Johannes-Prassek-Schule – bei der Schweriner Bernostiftung und dem Erzbistum Hamburg. Kinderwege erhält aber sofort einen 100-prozentigen Geschäftsbesorgungsvertrag, ist also ab Januar voll für die Schule verantwortlich. Nach zwei Jahren kann Kinderwege dann die gemeinnützige GmbH voll übernehmen. Dieser sanfte Übergang sei ausdrücklich mit dem Kieler Bildungsministerium abgesprochen, erklären Joachim Karschny, Geschäftsführer von Kinderwege, und Bernhard Baumanns, Leiter der Grundschule.

„Dass sich Kinderwege als Partner zur Verfügung stellt, eröffnet eine Situation, von der alle Beteiligten in die Zukunft hinein gewinnen werden“, ist Baumanns überzeugt. Und der Schulleiter ist heilfroh. Denn als das Hamburger Erzbistum im vergangenen Jahr erst die Millionenzuschüsse für einen lange geplanten Neubau kippte und dann die Bernostiftung ankündigte, dass es bald keine Zuschüsse mehr geben werde, war die kleine Grundschule in ihrer Existenz bedroht. Baumanns und die katholische Pfarrei „Zu den Lübecker Märtyrern“ machten sich auf die Suche nach einem neuen Träger.

Davon las Karschny in den LN – und meldete sich bei Baumanns. „Durch eine eigene Schule können wir lang gehegte Bildungsvorstellungen auf dem Weg von Kita und Vorschule bis in den Schulbereich aus einer Hand weiter entwickeln“, erklärt Karschny die Übernahme, „an diesem Standort betreiben wir erstmals Schulkindbetreuung und Schule in einer Hand.“

Aber Kinderwege ist eben kein konfessionell gebundenes Unternehmen. Für Karschny, der sich als bekennenden Christen bezeichnet, kein Problem. „Wir leiten unsere pädagogischen Leitlinien aus dem Christentum ab“, sagt der Geschäftsführer, „wo nicht Kirche draufsteht, kann trotzdem Kirche drin sein.“ Schulleiter Baumanns verschweigt nicht, „dass der Trägerwechsel ein schmerzhafter Prozess ist, aber mit den bisherigen Trägern hatten wir keine Perspektive.“ Vom Generalvikar des Erzbistums Hamburg über die Kollegen bis zu den Eltern werde diese Lösung akzeptiert.

Kinderwege hat als gemeinnütziger Bildungsträger aber nicht das Geld, eine defizitäre Schule zu betreiben. Für zwei Jahre werden die bisherigen Träger das Defizit weiter tragen. Karschny ist sicher, „dass die Schule ab dem dritten Jahr wieder schwarze Zahlen schreibt“. Denn die Grundschule leidet darunter, dass sie wegen der Unterbringung in Containern auf dem Gelände der Luther-Schule nicht so viele Kinder aufnehmen kann, wie sie gerne möchte. 115 sind es aktuell, 160 bis 200 Kinder sind das Ziel. Dazu benötigt die Johannes-Prassek-Schule aber einen neuen Standort. Karschny und Baumanns haben ihre Fühler ausgestreckt. Karschny: „Ich bin zuversichtlich, dass wir in Kürze ein Gebäude finden.“ Umbaukosten will Kinderwege über staatliche Zuschüsse, Zuwendungen von Stiftungen und Bankkredite finanzieren.

Der Schulbesuch wird aber in jedem Fall teurer. Das Elterngeld von derzeit 50 Euro im Monat steigt auf 100 bis 140 Euro. Auch der bisherige Träger, die Bernostiftung, hätte eine Anhebung vorgenommen, versichert Baumanns. Im Vergleich zu anderen privaten Schulen sei das Schulgeld bisher abenteuerlich niedrig gewesen, sagt Karschny. Es werde weiterhin eine Sozialstaffel geben und Übergangsregelungen für Familien, deren Kinder bereits an der Schule sind.

Von Kai Dordowsky

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