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Lübeck Kaufmannschaft muss erneut vor Gericht
Lokales Lübeck Kaufmannschaft muss erneut vor Gericht
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18:14 09.06.2017
Der rausgeworfene Geschäftsführer Nicolaus Lange hat Ende Mai erneut gegen die Kaufmannschaft geklagt. Quelle: Olaf Malzahn
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Lübeck

Keine Ruhe bei der Kaufmannschaft zu Lübeck: Der rausgeworfene Geschäftsführer Nicolaus Lange hat Ende Mai erneut gegen die Kaufmannschaft geklagt. Das bestätigt jetzt das Landgericht Lübeck. Dabei geht es um gute 7000 Euro, die durch eine fehlerhafte Lohnabrechnung nicht an Lange überwiesen wurden. Es handelt sich um den Zeitraum von Oktober 2015 bis Oktober 2016.

 

Der frühere Geschäftsführer Nicolaus Lange möchte noch 7000 Euro von der Kaufmannschaft. Quelle: Fotos: Hfr
Michael Weiß, Präses der Kaufmannschaft, war die neue Klage noch nicht bekannt.

Der Hintergrund: In dieser Zeit war Lange schon gar nicht mehr im Amt. Die Kaufmannschaft hatte ihm fristlos zum 1. September 2015 gekündigt. Die genauen Gründe liegen bis heute im Dunkeln. Nach LN-Informationen sind einige Vorstandsmitglieder und Lange nicht miteinander klargekommen. Der gekündigte Geschäftsführer zog vors Landgericht Lübeck. Der Prozess endete am 4. November 2016 mit einem Vergleich. Lange hat 50000 Euro Abfindung erhalten. Das ist eine recht geringe Summe nach 17 Jahren im Amt des Geschäftsführers.

Dennoch hat Lange auch einen Sieg errungen. Denn im Protokoll des Gerichts ist notiert: „Die Verhaltensvorwürfe, die Gegenstand dieses Rechtsstreits gewesen sind, werden damit nicht weiter aufrechterhalten.“ Und außerdem müsse die Kaufmannschaft ihrem früheren Geschäftsführer ein Zeugnis ausstellen, „in dem die Leistung und Führung mindestens mit der Note ,gut’ bewertet wird“.

Nun kommt der Punkt, der zum erneuten Gang vor Gericht geführt hat. Die Kaufmannschaft musste Lange weiter Gehalt zahlen bis zum regulären Ablauf des Arbeitsvertrages – ein Jahr lang, bis Ende Oktober 2016. Es geht um 6700 Euro brutto. Das geht aus der neuen Klageschrift hervor. Das hat die Kaufmannschaft auch gemacht, allerdings hat sie dabei Geld einbehalten. Denn der Dienstwagen wurde als geldwerter Vorteil abgezogen – und monatlich knapp 550 Euro von der Kaufmannschaft einbehalten. Doch Lange hatte den Dienstwagen in dieser Zeit gar nicht mehr. Daher will er das Geld zurück – gut 7000 Euro.

„Wir hatten die Kaufmannschaft mehrfach auf diesen Abrechnungsfehler hingewiesen“, sagt Anwalt Bernd H. Hintz auf LN-Anfrage. Er vertritt Lange im Rechtsstreit gegen die Kaufmannschaft. Aber es gab keine Reaktion. Also muss das Landgericht Lübeck sich wieder damit beschäftigen. Ein Termin steht noch nicht fest. „Ich weiß nichts von einer neuen Klage“, sagt Michael Weiß, Präses der Kaufmannschaft. Möglicherweise ist das Ganze noch auf den Postweg.

Fakt ist: Die Kaufmannschaft hat heute wieder eine Mitgliederversammlung. Los geht es um 17 Uhr im Bürgerschaftssaal des Rathauses. Anwalt Hintz hat angeboten, dort zu reden und den Fall Lange aus seiner Sicht zu erläutern. Doch er hat bisher keine Antwort oder Einladung erhalten. Und Weiß hat das Thema Nicolaus Lange auch nicht auf der Tagesordnung.

Traditionelle Vereinigung

Die Kaufmannschaft zu Lübeck unterstützt die Wirtschaft in der Lübecker Region. Die Mitglieder sind Unternehmer und Führungskräfte aus regionalen Gewerben, die die Tradition des „ehrbaren Kaufmanns“ weiterführen wollen.

Vorsitzender ist Michael Weiß, erster Stellvertreter ist Jochen Büsch. Die Vereinigung entstand im 12. Jahrhundert, als sie die wirtschaftliche Verwaltung Lübecks nach der Stadtgründung übernahm.

 Josephine von Zastrow

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