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Lübeck Kaum im Dienst, schon kaputt: „Priwall VI“ muss in die Werft
Lokales Lübeck Kaum im Dienst, schon kaputt: „Priwall VI“ muss in die Werft
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17:30 31.05.2016
Abgeschleppt: Eine Autofähre hat die kleinere Personenfähre „Priwall VI“ an die Seite genommen und begleitet das nur eingeschränkt manövrierfähige Schiff zu einem Liegeplatz am Fährbüro. Quelle: Wolfgang Breitkreutz
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Travemünde

Ein technischer Defekt hat die Personenfähre zwischen Travemünde und dem Priwall außer Kraft gesetzt. Das Schiff, das erst Mitte März in den Dienst gestellt wurde und 1,2 Millionen Euro kostete, wurde von einer Autofähre zum Anleger beim Fährbüro manövriert. Nach Angaben des Stadtverkehrs ist die „Priwall VI“ jetzt bereits drei Mal ausgefallen. „Das ist natürlich nicht glücklich bei einem neuen Schiff“, sagt Unternehmenssprecherin Gerlinde Zielke.

Am Montag untersuchten Taucher das 25 Meter lange und 6,30 Meter breite Schiff. Die erste Diagnose: Durch einen Materialfehler habe sich eine Schweißnaht gelöst. Dadurch sei das Gestänge, das das Ruderblatt hält, heruntergerutscht. Das Ruderblatt wurde blockiert. Deshalb sei die Personenfähre nur eingeschränkt manövrierfähig gewesen. Allerdings könne erst eine genauere Untersuchung der Fähre die Ursache für die Blockade mit Sicherheit feststellen.

Eine Autofähre musste der Personenfähre zur Hilfe eilen, sie an die Seite nehmen und zum Anleger begleiten. Zwei Stunden lang sei die Personenbeförderung zwischen Travemünde und dem Priwall am Sonnabend ausgefallen, sagt die Unternehmenssprecherin: „Gott sei Dank haben wir die alte Fähre nicht verkauft.“ Die „Priwall IV“, die Mitte März nach einem halben Jahrhundert ausgemustert wurde, hat die Personenbeförderung bis auf Weiteres wieder übernommen. Wie lange das neue Schiff ausfällt, ist offen. „Wir haben ein Interesse daran, den Schaden so schnell wie möglich zu beheben“, sagt Zielke. Das kaputte Ruderblatt könne aber nicht unter Wasser repariert werden. Einziger Trost für das Unternehmen: „Es ist ein Garantiefall“, erklärt die Sprecherin. Der Stadtverkehr bleibt also nicht auf den Kosten sitzen. Seit seiner Inbetriebnahme ist das Schiff bereits drei Mal wegen technischer Defekte ausgefallen. In zwei Fällen versagte der Schottelantrieb, eine bestimmte Form von Propellerantrieb. Zielke: „Diese technischen Störungen konnten wir aber selbst beheben.“

Die „Priwall VI“ wurde auf der Barthel-Werft in Derben an der Elbe gebaut. Inhaber Hermann Barthel erklärt auf LN-Anfrage: „Es ist noch nicht geklärt, ob wirklich eine Schweißnaht gerissen ist.“ Barthels Fachleute wollen anreisen und das Schiff reparieren – auf dem Gelände der Marina Baltica. Von den zwei vorangegangenen Ausfällen weiß Barthel nichts.

Vier Werften hatten sich um den Neubau der Travemünder Personenfähre beworben. Der Stadtverkehr wählte die Werft in Derben aus, „weil sie sich in Fachkreisen einen Namen für solide Arbeiten gemacht hat“, so Zielke: „Als das Schiff fertig war, wurde die Werft auch von Fachleuten vor Ort für die handwerklich erstklassige Arbeit gelobt.“ Kai Dordowsky

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