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Lübeck Kehrtwende: SPD will jetzt doch Rot-Grün
Lokales Lübeck Kehrtwende: SPD will jetzt doch Rot-Grün
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12:49 11.09.2013
Jan Lindenau (SPD).

Die SPD will überraschend nun doch wieder Bündnis-Gespräche mit den Grünen führen. Dabei hatte sie vor knapp zwei Wochen der Öko-Partei mit dem Aus der Kooperationsverhandlungen gedroht — sollten die Grünen das Kailine-Projekt auf der Nördlichen Wallhalbinsel ablehnen oder gemeinsame Sache mit der CDU machen. Dann würde es in Lübeck wechselnde Mehrheiten geben, hieß es von der SPD.

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Doch die Grünen ließen sich von dieser Drohung nicht beeinflussen und lehnten Hand in Hand mit der CDU das Bauprojekt Kailine ab. Jetzt sind die Genossen doch wieder verhandlungsbereit. „Wir wollen mit den Grünen die Kooperationsgespräche erneut aufnehmen“, gibt SPD-Fraktionschef Jan Lindenau zu. Das habe der Kreisvorstand am Montagabend entschieden. Aus seiner Sicht seien SPD und Grüne in ihren bisherigen Kooperationsgesprächen sehr weit gekommen und hätten bereits 95 Prozent der Themen abgehakt. „Wir haben jetzt abgewogen“, erklärt Lindenau die Entscheidung der SPD. In Lübeck würden mit dem Haushalt und dem Schuldenfonds wichtige Themen anstehen. „Die nächsten fünf Jahre werden nicht nur durch das eine Thema Kailine geprägt“, so Lindenau. Deshalb wolle man wieder an den Verhandlungstisch mit den Grünen.

Lindenau hofft, dass bis zur Haushaltssitzung im November ein Bündnisvertrag unterschrieben ist. Auch Bruno Böhm (Freie Wähler) wäre bei Rot-Grün mit von der Partie. Er würde die fehlende Stimme zur Mehrheit beisteuern. So hätte Rot-Grün eine Ein-Stimme-Mehrheit im Rathaus.

Bei den Grünen stößt die 180-Grad- Kehrtwende auf offene Ohren. „Wir haben die Kooperationsgespräche ja nicht beendet“, erklärt Fraktionschef Thorsten Fürter. Allerdings sind aus seiner Sicht die Bündnisgespräche noch nicht so weit gediehen, einige Themen noch gar nicht angesprochen worden. „Wir haben uns auf wechselnde Mehrheiten eingestellt“, sagt Fürter. Mit der CDU habe man nach einem Termin Ausschau gehalten. „Wenn wir in Kooperationsgespräche mit der SPD eintreten, sind wir aber konsequent“, so Fürter. Heißt: Er würde keine Parallelgespräche mit anderen führen. Die CDU reagiert gelassen: „Das überrascht mich nicht“, so Fraktionschef Andreas Zander. Wenn die SPD „dieses Wagnis eingehen will, dann soll sie es machen“. jvz

LN

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