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Lübeck Segler sollen sich vor Keimen schützen
Lokales Lübeck Segler sollen sich vor Keimen schützen
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16:13 29.11.2018
Nach dem Reinigen ihrer Boote sollen Wassersportler sich die Hände waschen und die Schwämme sorgfältig ausspülen, raten die Entsorgungsbetriebe. Quelle: Christine Rudolf
Lübeck

Die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) weisen alle Wassersportvereine in einem zweiseitigen Schreiben auf die Keimbelastung der Lübecker Gewässer hin. Die Ruderer, Segler und Paddler sollen vor allem nach Tagen mit starken Niederschlägen Schwämme, die zum Auswischen der Boote benutzt wurden, sowie nass gewordene Kleidung sorgfältig in Trinkwasser ausspülen. Wassersportler, die auf ihren Touren nass geworden sind, sollen duschen. Nach dem Reinigen der Boote sollen die Hände gewaschen werden. Diese Hinweise sollen möglichst in allen Vereinen ausgehängt werden.

Darmbakterien und Viren

Grund für die Vorsichtsmaßnahmen: Wenn Lübecks alte Abwasserleitungen die Mengen aus Abwasser und Regenwasser nicht mehr aufnehmen können, fließt das Gebräu in die Trave; darunter Darmbakterien, Viren und andere Erreger. 50 solcher Überläufe unterhalten die Entsorgungsbetriebe an der Kanaltrave, rund um die Altstadtinsel, im Stadtgraben, an der Untertrave und bis nach Travemünde. In die Wakenitz werden keine Abwässer eingeleitet. Die Überläufe seien alle von den Behörden genehmigt, betonen die EBL. „Uns sind bisher keine Fälle von Erkrankungen von Wassersportlern im Zusammenhang mit unseren Mischwassereinleitungen bekannt“, erklärt Enno Thyen, Spartenleiter Stadtentwässerung, „trotzdem sollte man nicht leichtfertig mit der Thematik umgehen.“

Über 4000 Segler, Kanuten und Motorjacht-Fahrer sind in mehr als 30 Vereinen in Lübeck aktiv. Quelle: Andreas Meyer

Die Entsorgungsbetriebe arbeiten mit Hochdruck an getrennten Kanälen für Schmutz- und Regenwasser. Damit soll sichergestellt werden, dass kein unbehandeltes Abwasser mehr in die Flüsse fließt. Das Kanalnetz ist aber 1000 Kilometer lang, und 25 Prozent bestehen noch aus Mischwassersystemen. Die Umrüstung werde noch 20 Jahre dauern und einen dreistelligen Millionenbetrag verschlingen, sagt der Entsorger.

Striktes Badeverbot

Schon im Dezember 2016 wurde das Wasser der Trave als hygienisch bedenklich eingestuft. Umweltsenator Ludger Hinsen (CDU) untersagte daraufhin Triathleten das Schwimmen in der Kanaltrave. „In der Trave und ihren Nebenarmen herrscht grundsätzlich Badeverbot“, erklärte Anke Caesar-Kronziel von der Unteren Wasserbehörde jetzt bei einer Versammlung des Kreissglerverbandes. Schon seit den 1970er Jahren. Und das nicht nur wegen der Keime im Wasser, sondern auch, weil Munition auf dem Grund des Flusses lagert.

Große Sorgen bereiten Wasserbehörde und Seglern die Algenbildung und Verkrautung der Trave. „Die Trave hat eine sehr hohe Nährstoffbelastung“, sagte Anke Caesar-Kronziel bei der Versammlung der Segler, „ein Messprogramm des Landes weist das immer wieder nach.“ Die Nährstoffe, die das Algenwachstum beschleunigen, kommen aus der Kläranlage, aus den Überläufen und von landwirtschaftlichen Flächen. Vermutungen des Seglerverbandes, dass die Entwässerung des Herrentunnels ebenfalls dazu beiträgt, hat die Wasserbehörde entkräftet. Anke Caesar-Kronziel: „Wir haben die Entwässerung des Herrentunnels in der vergangenen Woche überprüft, alles ist anstandslos in Ordnung.

Kai Dordowsky

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