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Lübeck Kein Geld: Burgfeldhalle und Buni werden nicht saniert
Lokales Lübeck Kein Geld: Burgfeldhalle und Buni werden nicht saniert
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21:54 22.02.2016
Nein, das ist nicht der Wassergraben, sondern die Innenbahn für Läufer auf dem Buniamshof. Quelle: Fotos: Maxwitat

 Doch im Schul- und Sportausschuss verkündeten jetzt Schulsenatorin Kathrin Weiher (parteilos) und der Bereichsleiter Schule und Sport, Friedrich Thorn, dass beide Maßnahmen nicht in den städtischen Haushalt aufgenommen wurden.

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Feuchter Untergrund: Der Boden in der Burgfeldhalle muss ersetzt werden.

„Aus finanzwirtschaftlichen Gründen ist die Aufnahme in den Haushalt 2016 ohne Ausgleich an anderer Stelle nicht möglich“, schreiben die städtischen Kassenwächter. Die Schul- und Sportpolitiker aller Fraktionen fielen aus allen Wolken. Ihnen war nicht bekannt, dass diese Baumaßnahmen gestrichen wurden. „Wir müssen das Geld aus unserem Fachbereich aufbringen“, erklärte Bildungssenatorin Weiher.

„Wir können jetzt nur hoffen, dass andere Baumaßnahmen billiger werden und dann Geld übrig ist.“

Besonders bitter: Weil der Schwingboden in der Burgfeldhalle im vergangenen Jahr einen schweren Wasserschaden erlitt, taugt er dauerhaft nicht mehr für sportliche Übungen. Noch gravierender: Es bilden sich Schimmelpilze, deren Ausmaß regelmäßig kontrolliert werden muss. Das kostet nach Angaben von Bereichsleiter Thorn 43000 Euro im Jahr. „Wenn sich zu viele Schimmelpilze bilden, müssen wir die Halle unverzüglich schließen.“ Für den neuen Boden hatte der Bereich Schule und Sport 650 000 Euro im Haushalt angemeldet.

Nicht viel billiger soll die Sanierung der Laufbahn auf dem Buniamshof werden — 600000 Euro wurden beantragt. Auf der 400-Meter-Bahn haben sich Absenkungen gebildet, die sich immer stärker ausprägen. Der Buniamshof ist auf sumpfigem Untergrund gebaut. Die letzte Sanierung für 60000 Euro stammt aus dem Jahr 2004.

„Auf der Innenbahn bilden sich Pfützen“, berichtet Eckart Gribkowski, Vorsitzender des Lübecker Leichtathletikverbandes, „an anderer Stelle der Laufbahn haben sich Wellen gebildet.“ Dadurch werden nicht nur die Läufer beeinträchtigt, sondern Laufzeiten und Rekorde werden ungültig. Der Leichtathletikverband mit über 1000 Mitgliedern ist in Sorge. Denn der Buniamshof ist die einzige Anlage im Land, auf der überregionale Meisterschaften ausgetragen werden können. Der Lübecker Verband will deshalb auch den Landesverband einschalten. Im vergangenen Jahr wurden Deutsche (U 16) und Norddeutsche Meisterschaften (U 20) auf dem Buni ausgetragen. Gribkowski: „In diesem Jahr haben wir hier keine so hochrangigen Veranstaltungen.“ Neben der Austragung von Meisterschaften dient die Anlage als Trainingsplatz im Sommer — für fünf Vereine. Leichtathletik-Vorsitzender Gribkowski: „Die Anlage muss gemacht werden.“

Die Schul- und Sportpolitiker wollen jetzt erst einmal klären, warum die beiden Baumaßnahmen nicht in den städtischen Haushalt für dieses Jahr aufgenommen wurden. „Es hat keiner von uns mitbekommen, dass die Maßnahmen gestrichen wurden“, erklärt der FDP-Politiker Timon Kolterjahn. „Ich bin überrascht“, sagt CDU-Bildungsexpertin Anette Röttger. Der schulpolitische Sprecher der SPD, Jörn Puhle, will in der Fraktion klären, was da passiert ist. „Aber in der Burgfeldhalle kann derzeit ja Sport getrieben werden“, sagt Puhle. Spätestens im nächsten Haushalt müssten die gestrichenen Maßnahmen aufgenommen werden. FDP-Politiker Kolterjahn erwartet von der Verwaltung ein Konzept, ob Gelder woanders eingeworben werden könnten — beispielsweise bei Stiftungen.

Schulsport in Gefahr

Anfang Januar vergangenen Jahres lief die Burgfeldhalle voll Wasser. Über 200000 Liter standen unterhalb des Schwingbodens — die Ursache ist bis heute ungeklärt. Das Wasser wurde abgepumpt, die Halle war wochenlang gesperrt. Die Verwaltung hoffte zunächst, dass der Hallenboden gerettet werden könnte. Mittlerweile steht fest, dass er ausgetauscht werden muss.

Große Pläne hat die Stadt für den Buniamshof. Die Anlage soll für 824000 Euro umgebaut werden. Der Grandplatz soll durch einen Kunstrasen ersetzt, das Beachvolleyballfeld und die Werferanlage sollen verlegt werden. 600000 Euro finanziert die Possehl- Stiftung, 224000 Euro bringt die Stadt durch Verschiebung anderer Maßnahmen auf. Die Sanierung der Laufbahn ist darin nicht enthalten. 15 Schulen und zehn Vereine nutzen die Anlage, die sich Volleyballer, Leichtathleten, Fußballer, Footballer und Basketballer teilen.

Kai Dordowsky

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