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Lübeck Kein Leck in der Hansehalle
Lokales Lübeck Kein Leck in der Hansehalle
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10:02 08.03.2018
Die Hansehalle: 1993/94 wurde sie umfangreich umgebaut und erweitert. Zuletzt wurden der Hallenboden sowie die Abwasserleitungen erneuert.
Lübeck

Ist die noch ganz dicht? Das hatten sich erst am Wochenende die fast 2000 Besucher eines Handball-Bundesligaspiels des VfL Lübeck-Schwartau gefragt. Kurz nach dem Anpfiff der zweiten Halbzeit musste das Feld auch schon wieder gewischt werden. Aber nicht der Schweiß war das Problem, sondern es tropfte von der Decke. Ein mobiler Kran wurde herbeigeholt, Handtücher mussten um die Versorgungsleitungen unter dem Hallendach gewickelt werden. Für eine halbe Stunde war das Spiel unterbrochen.

Gute Nachrichten für die Hansehalle: Nachdem es beim letzten Handballspiel vom Dach getropft hatte, ist jetzt klar, dass es kein Leck gibt. Die vielen Zuschauer und die Kälte draußen hatten zu Kondenswasser geführt. Das Problem soll jetzt behoben werden.

Eine undichte Sporthalle bei einem Spiel der zweiten Handball- Bundesliga, das wäre schon ein peinlicher Zwischenfall. Allerdings ist jetzt klar, dass es hier nicht um Baumängel oder Sanierungsstau geht, sondern um eine Verkettung unglücklicher Umstände. Bausenatorin Joanna Glogau (parteilos) hat ihre Experten vom Gebäudemanagement den Fall untersuchen lassen. „Nach der Inaugenscheinnahme und einer ersten Einschätzung überlagerten sich offenbar zwei Ereignisse: Eine ausverkaufte Halle mit zirka 2000 Zuschauern sowie ausgeprägt kühle Außentemperaturen mit minus 10 Grad Celsius“, berichtet Glogau. Aufgrund der verhältnismäßig hohen Luftfeuchte im Innenraum hätte sich an einzelnen Metalloberflächen im Dachbereich Kondensat gebildet, das dann auf den Sportboden abtropfte.

Zur Sicherheit nahm gestern nochmal ein Fachbetrieb die Dachhaut unter die Lupe. Die gute Nachricht: Die Fachleute bestätigten den ersten Verdacht. „Es handelt sich tatsächlich um Kondensat und nicht um eine Leckage“, so Bausenatorin Glogau. Die Fachfirma werde nun die erforderlichen Arbeiten durchführen, um einer erneuten Kondensatbildung in der Sporthalle vorzubeugen. Und sie verspricht: „Dies wird auf die Nutzung der Halle keine Auswirkungen haben.“

An der Hansehalle wurden in der jüngsten Vergangenheit diverse Sanierungsmaßnahmen vorgenommen. So wurden beispielsweise der Hallenboden sowie die Abwasserleitungen erneuert, und es wurden diverse Brandschutzmaßnahmen umgesetzt. Die Hansestadt Lübeck plant derzeit im Rahmen eines Landesförderprojektes mit zusätzlichem Einsatz städtischer Gelder und von Vereinsmitteln weitere Maßnahmen, um die Anlage für einen Spielbetrieb in der 1. Bundesliga anzupassen und dem gestiegenen Platzbedarf Rechnung zu tragen.

Grundsätzlich, so Glogau, befänden sich die Lübecker Sport- und Turnhallen in einem „dem Alter entsprechenden Zustand“. An einigen Standorten werden derzeit Instandsetzungsmaßnahmen geplant. „So wird aktuell zum Beispiel die denkmalgeschützte Hauptturnhalle, die auch von der Oberschule zum Dom genutzt wird, untersucht“, berichtet die Bausenatorin. Dabei gehe es um die Sanierung von Brandschutz, Heizung, Dach und Fassade.

Seit 2009 wurden in der Hansestadt insgesamt sieben neue Sporthallen als Ersatzbauten für nicht mehr zeitgemäße Hallen errichtet.

 Von Kai Dordowsky und Sven Wehde

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