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Lübeck Kein Taxistand mehr an der Uniklinik
Lokales Lübeck Kein Taxistand mehr an der Uniklinik
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22:34 24.08.2016
. Die IG Taxi hat von der Stadt einen Taxistand gefordert. Das sei abgelehnt worden. Quelle: Holger Kröger

Verwirrung um den Taxistand am Haupteingang des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH): Auf dem Privatgrundstück des Klinikums war bisher der Warteplatz eingerichtet – nun weist kein Schild mehr darauf hin. Der Taxistand mit zehn Stellplätzen ist aufgehoben.

 

Zehn Stellplätze und keine Taxis: Der Stand vor dem UKSH wurde aufgehoben. Quelle: Holger Kröger

„Sich dort bereitzuhalten, ist jetzt schlicht und ergreifend illegal“, erklärt André Marx, der Mitbegründer der Interessengemeinschaft (IG) Taxi ist. Taxis mit dem Standort Lübeck dürften nur an behördlich ausgezeichneten Ständen warten. „Woanders dürfen sie nicht stehen.“ Auch Kollege Holmer Zähle ist überrascht. „Das Problem ist, dass Taxis von außerhalb mit Patienten kommen, auf sie warten und schließlich wieder mit ihnen zurückfahren“, erklärt er. Diese Taxis hatten auf einem gesonderten Parkplatz auf dem UKSH-Gelände warten dürfen. Durch die neue Regelung müssten sie nun für die Wartezeit Gebühren zahlen. „Sie trauen sich aber nicht, diese auf den Kunden zu übertragen“, sagt Marx.

In einem Schreiben, das den LN vorliegt, erklärt der Bereich Stadtgrün und Verkehr, dass der Taxistand an der Ratzeburger Allee zu weit vom Krankenhaus entfernt wäre, denn „wer ein Taxi ab dem Krankenhaus braucht, ist meistens gesundheitlich nicht in der Lage, weitere Wege zurückzulegen.“ Deshalb sei davon auszugehen, dass diejenigen, die ein Taxi benötigen, dieses telefonisch ordern. Durch das Verbot für alle Fahrzeuge außer Taxis könnten nun sowohl Lübecker als auch auswärtige Taxis auf das Anfordern per Funk oder Telefon an der Ratzeburger Allee warten.

Die IG Taxi hält dagegen, das Warten auf Kunden dort bleibe illegal. Außerdem sei es nicht akzeptabel, wenn Taxis an der Uniklinik vorbei bis nach St. Hubertus fahren müssten, um sich rechtskonform bereithalten zu können. „Das ist aber nun der Fall“, so Marx. Die IG Taxi hat von der Stadt einen Taxistand gefordert. Das sei abgelehnt worden. „Die Argumente zur Ablehnung unseres Anliegens sind nicht im Sinne der Grundversorgung der Bevölkerung mit Beförderungsleistung“, sagt Marx. Diese sei durch die Hansestadt sicherzustellen und nicht, wie von der Behörde vorgeschlagen, vom UKSH.

Nicht nur Lübecks Taxifahrer sind mit der neuen Situation überfordert. „Viele denken, dass der Stand hier ist und kommen direkt zu uns“, sagt einer der Taxifahrer, die doch vor dem UKSH warten, der namentlich aber nicht genannt werden möchte. Ältere Menschen würden in der Nähe einkaufen und dann am ehemaligen Taxistand in einen Wagen steigen wollen. Auch Mitarbeiter des UKSH und Firmenvertreter hätten ihn genutzt.

„Die Taxis können nicht ersatzlos gestrichen werden“, sagt der sozialpolitische Sprecher der SPD, Ingo Schaffenberg. Bei allem Verständnis für die wichtigen Umbaumaßnahmen am UKSH – eine Regelung müsse gefunden werden. „Die Stadtverwaltung sollte sich mit dem UKSH an einen Tisch setzen und nach einer pragmatischen Lösung suchen“, so Schaffenberg.

Auch mit der Eröffnung des neuen Parkhauses an der Ratzeburger Allee ist der Unmut vieler Besucher und Patienten nicht gesunken. „Die Beschilderung ist ziemlich unklar“, berichtet Sina Grandel.

Während sie in der Notaufnahme war, hätten sich zahlreiche andere Patienten über ähnliche Situationen beschwert. „Vielleicht ist es eine Idee, Rollstühle an zentralen Punkten und nicht nur am Zentralklinikum aufzustellen“, sagt Schaffenberg. Denn der Anspruch aller Beteiligten sollte es sein, dass es den Menschen am UKSH gut gehe. Von der Stadtverwaltung und dem Klinikum war gestern keine aktuelle Stellungnahme zu bekommen.

 Tomma Petersen

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