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Lübeck Keine Panik beim Kentern
Lokales Lübeck Keine Panik beim Kentern
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21:58 29.06.2017
Zuerst muss Julius (10) zum Bug gehen und mit beiden Händen an den Mast greifen. Vom Wasser aus erklärt Jens Lange (55) jede Bewegung.

Julius (10) streckt den Daumen hoch und lacht. Jetzt kann er nicht nur segeln, sondern weiß auch, wie er richtig kentert. Das hat der Junge beim Segler-Verein Wakenitz (SVW) gelernt, dessen Angebot jetzt von den Stadtwerken Lübeck sowie dem Turn- und Sportbund der Hansestadt Lübeck unterstützt wird.

Der Segler-Verein Wakenitz zeigt Schülern nicht nur, wie sie richtig segeln – Sie können ein Boot auch umkippen und wieder aufrichten.

„An Anfang hatte ich immer ein bisschen Angst, dass das Boot umkippt“, sagt der Zehnjährige, während ihm das Flusswasser aus den Haaren rinnt. Es sitzt in dem kleinen, leichten Trainingsboot, dem Optimist, das er zwei Mal erfolgreich gekentert und wieder aufgerichtet hat. Doch das Kentern will gelernt sein. „Wir bieten das Training an, damit die Kinder nicht in Panik geraten, wenn das Boot umkippt“, sagt Jugendleiter Jens Lange (55). Er erklärt den Kindern mal vom Begleitboot, mal vom Wasser aus, wie sie den „Opti“ wieder aufrichten und hineinklettern können. „Das ist nicht einfach und braucht Kraft“, ruft Lange, während er im Neoprenanzug zum nächsten Kind schwimmt.

Das Kentertraining gehört zu einer Segel-AG, die in Kooperation mit der Schule an der Wakenitz und dem Segler-Verein seit fünf Jahren stattfindet. Zwölf bis 24 Kinder nehmen an der Arbeitsgemeinschaft teil, die nicht nur für die Schulkinder, sondern für den gesamten Stadtteil Eichholz offen ist. „Im Februar beginnen wir mit Theorie sowie Bootskunde, und sobald es wärmer wird, gehen wir aufs Wasser“, sagt Lange. Immer dabei ist Lehrerin und AG-Leiterin Ulrike Veerkamp (42). Möglich ist das Angebot auch dank des Engagements der jugendlichen Trainer-Assistenten, die das Segeln-Lernen wöchentlich betreuen. „Sie leisten tolle Arbeit und haben einen guten Draht zu den acht- bis elfjährigen Teilnehmern“, lobt Lange.

Daher sind Lehrer und Vereinsmitglieder dankbar, dass die Stadtwerke Lübeck den Verein mit einer Spende in Höhe von 1500 Euro unterstützen. „So können wir den jungen Leuten auch mal ein Taschengeld oder ein anderes kleines Dankeschön zukommen lassen“, sagt Jugendwart Lange. Das Geld fließt über den Turn- und Sportbund der Hansestadt Lübeck (TSB) und das Projekt „Sport gegen Gewalt“ an den SVW.

Dem TSB sind als Dachverband über 140 Vereine und Verbände mit über 40000 Mitgliedern angeschlossen. Stadtwerke- Sprecher Lars Hertrampf findet es gut, dass der SVW von der Spende profitiert.

„Ich habe als Kind auch so segeln gelernt“, verrät er, während beim SVW das Training endet. „Das Kenternüben ist anstrengend“, sagt Lange und schaut zu, wie die Optis an Land geholt und gesäubert werden. Auch Julius ist dabei und freut sich aufs nächste Mal. „Jetzt macht mir das Segeln noch mehr Spaß.“

Ein Video finden Sie auf LN-Online.de.

 Cosima Künzel

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