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Lübeck Keine Würstchen mehr am Grünstrand?
Lokales Lübeck Keine Würstchen mehr am Grünstrand?
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16:58 10.08.2018
Schon einmal gab es ein Grillverbot am Grünstrand: Werden die Schilder bald wieder aufgestellt? Quelle: Fotos: Maxwitat/krohn
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Travemünde

Zwei große Grillplätze sind vor sechs Jahren auf der Wiese eingerichtet worden. Doch diese reichten schon nach kurzer Zeit nicht mehr aus, da vor allem die Zahl der Tagesgäste schnell anstieg.

Travemünde Gerade einmal etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass das Grillen am Grünstrand auch abseits der offiziellen Plätze erlaubt wurde. Jetzt will der Ortsrat auf dem gesamten Areal das Brutzeln von Würstchen und Fleisch wieder verbieten lassen. Der Grund: massive Beschwerden von Anwohnern.

„Der Grünstrand ist zu einem beliebten Ort interkultureller Begegnungen und Lebensfreude geworden. Wir heben das bisherige Grillverbot auf, um dem Bedarf gerecht zu werden“, sagte Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD) im Juni 2017. Pärchen, kleine Gruppen und Großfamilien tummeln sich auf dem Rasen, bauen ihre mitgebrachten Grills auf und brutzeln, was die Holzkohle hergibt.

Jetzt häufen sich die Beschwerden von Anwohnern, die von der extremen Geruchsbelästigung mehr als genervt sind. „Es kommen nicht nur Travemünder, sondern auch Familien von auswärts, die den Grünstrand für sich in Beschlag nehmen und den ganzen Tag ihre Fleischspieße grillen. Die bringen alles mit und geben in Travemünde kein Geld aus“, sagte eine Besucherin der Ortsrats-Sitzung. „Ich wohne an der Kaiserallee und kann mein Fenster oft gar nicht öffnen, so extrem ist der Gestank. Bis zu 40 Grills habe ich mal gezählt“, beschwerte sich die Frau. Teilweise werde auf dem Rasen auch unerlaubt gezeltet.

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Strandkorbvermieterin Charlotte Seipel berichtete von noch gravierenderen Problemen. Besonders ältere Strandbesucher würden von jungen Leuten angepöbelt und sogar bedroht. „In diesem Jahr ist es besonders schlimm. Die grillen sogar am Kurstrand, obwohl es dort verboten ist.“ Ihr sei bekannt, dass bereits mehrere Stammgäste geäußert hätten, nicht mehr nach Travemünde kommen zu wollen.

Innensenator Ludger Hinsen (CDU) war zum Thema Sicherheit zu Gast im Ortsrat und machte sich eifrig Notizen – auch zur Vermutung einer Besucherin, am Godewindpark in der Straße Fallreep werde mit Drogen gehandelt. „Melden Sie das der Polizei. Zurzeit werden deswegen am Krähenteich massive Maßnahmen ergriffen. Es kann nicht sein, dass sich die Drogenszene in andere Stadtteile verlagert“, so Hinsen. In Sachen Grünstrand will der Christdemokrat den Antrag des Ortsrats, das Grillen dort „aufgrund der unhaltbaren Zustände“ verbieten zu lassen und das Verbot auch durchzusetzen, dem Senat vortragen. Die Pflicht zur Kontrolle sieht Hinsen jedoch beim Kurbetrieb. „Zur Not bekommt er eine Anweisung, für Ordnung zu sorgen.“ Vielleicht müsse eine gut ausgebildete Sicherheitstruppe eingesetzt werden, die das Problem mit der notwendigen Sensibilität angehe.

Grillen in Lübeck

Im Lübecker Stadtgebiet gibt es neun offiziell ausgewiesene Grillplätze. In den übrigen Grünanlagen gilt kein generelles Grillverbot. Empfohlen wird jedoch die Verwendung von hochbeinigen Grills, da Einweggrills im wahrsten Sinne des Wortes „brandgefährlich“ sind und die Grasnarbe schädigen. Auf Liegewiesen und Barfuß-Laufflächen ist das Grillen verboten. Auch dürfen dort keine Glasflaschen und Gläser mitgebracht werden.

Thomas Krohn

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