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Lübeck Keine Zukunft für Vereine im neuen Sportzentrum?
Lokales Lübeck Keine Zukunft für Vereine im neuen Sportzentrum?
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21:01 04.10.2017
Für fast vier Millionen Euro entsteht ein Sportzentrum direkt an der Wakenitz. GRAFIKEN: AHNER/BREHM PARTNERSCHAFTSGESELLSCHAFT VON INGENIEUREN
Lübeck

Für Schul- und Breitensportler entsteht direkt an der Wakenitz ein wahres Paradies. Neben einem Großspielfeld gibt es diverse Rund- und Kurzbahnen für Leichtathleten, Anlagen für Weitsprung, Dreisprung und Kugelstoßen. Fußballer, Handballer, Basketballer und Hockeyspieler finden ebenso Felder vor wie Beachvolleyballer. Skater und Kletterer können ihre Künste vor einer Tribüne vollführen.

Die Politiker haben grünes Licht für die ersten beiden Bauabschnitte des Sportzentrums Falkenwiese gegeben. Für knapp vier Millionen Euro werden die Außenanlagen erneuert – ab Februar nächsten Jahres. Doch die Zukunft mehrerer Vereine ist weiter ungeklärt.

Der Bund fördert den Umbau mit 2,7 Millionen Euro, die Possehl-Stiftung mit 500000 Euro, den Rest trägt die Stadt.

„Ich bin froh, dass die Planungen endlich abgeschlossen werden konnten, damit die erheblichen Bundesmittel genutzt werden können, um das neue Sport- und Freizeitzentrum zu bauen“, erklärt die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm, „dafür hatte ich mich in Berlin eingesetzt.“ Das Sport- und Freizeitzentrum werde dem sportlichen Leben in der Hansestadt einen Schub geben und die soziale Integration aller Bevölkerungsgruppen fördern. Hiller-Ohm: „Ich hoffe, dass der Vereins- und Schulsport sowie alle sportbegeisterten Lübecker davon wie geplant ab Herbst nächsten Jahres profitieren können.“

Doch der Turn- und Sportbund (TSB), Dachverband von 139 Vereinen, gießt jetzt Wasser in den Wein. Denn zum Sportzentrum Falkenwiese gehört auch die Verlagerung von Judoclub Lübeck und Tanzclub Hanseatic auf das Gelände. „Der TSB ist nahezu verzweifelt, weil alle Vereinbarungen und Zusagen der unterschiedlichen städtischen Bereiche, sich um die anstehenden Fragen und Probleme zu kümmern, bisher zu keinem Ergebnis geführt haben“, sagen die TSB-Vorsitzenden Joachim Giesenberg und Detlef Ott. Seit 2004 hätten sich der TSB und die Vereine um die Entwicklung des Sportgeländes an der Falkenwiese bemüht. Jetzt würde den Vereinen, die ihre angestammten Standorte bald verlassen müssen, die Zeit weglaufen. Und noch immer gebe es keine Lösung. „Die zuständige Sportsenatorin hüllt sich in Schweigen, und die Vereine hängen in der Luft“, kritisiert SPD-Fraktionschef Jan Lindenau, „hier muss mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet werden, damit die Vereine endlich Planungssicherheit bekommen.“

Von der Lösung scheint die Stadt nur noch einen Wimpernschlag entfernt, wenn man den Ausführungen von Sportsenatorin Kathrin Weiher (parteilos) lauscht. Mit den drei Vereinen werde ein „Letter of Intent“ ausgehandelt, erklärte Weiher sowohl im Sport- als auch im Hauptausschuss der Bürgerschaft. „Judo und Tanzen wird auf den Phönix-Flächen untergebracht“, sagte die Senatorin. Jetzt hänge die ganze Lösung an ein paar Pappeln, die gefällt werden müssten, um dort Parkplätze einzurichten. Dagegen hat aber der städtische Naturschutz etwas. Weiher und Umweltsenator Ludger Hinsen (CDU) suchen nach einer Lösung. Sportsenatorin Weiher: „Wenn die Pappeln nicht fallen, muss ich neu verhandeln.“ Dann muss sie Phönix Lübeck bitten, auf einen Tennisplatz zu Gunsten von Parkplätzen zu verzichten.

Jetzt räche sich eine Entscheidung der Bürgerschaft aus dem Jahr 2013, erklärte der SPD-Sportpolitiker Jörn Puhle im jüngsten Sportausschuss. Damals wurde der Pachtvertrag mit Phönix um 17 Jahre verlängert. Puhle: „Der Verein hat jetzt das Heft des Handelns in der Hand.“

Von Kai Dordowsky

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