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Lübeck Kinderwege hilft durch die Ferien
Lokales Lübeck Kinderwege hilft durch die Ferien
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01:35 14.03.2018
Tristan (l.) und Enno (beide 7) werden nach dem Unterricht in der Kinderwege-Schulkindbetreuung der Bugenhagen-Schule umsorgt. Quelle: Foto: Lutz Roessler
Lübeck

Nicht abgestimmte Schließzeiten von Kitas untereinander, aber auch von Kitas und Grundschulen – das war im Bürgermeister-Wahlkampf ein großes Thema. Familien mit mehreren Kindern machten öffentlich, dass sie in manchen Jahren bis zu 60 Tage überbrücken müssen, an denen ihre Kinder nicht in Kita oder Schulkindbetreuung gehen können, weil die jeweilige Einrichtung Ferien macht. Die Bürgerschaft beschloss Ende November vergangenen Jahres einen großen Wurf. Der sah nicht nur vor, dass alle Kitas nur noch 20 statt 30 Tage schließen dürfen, sondern auch, dass sie alle einheitlich dicht machen.

Und 2019 sollten dann die Schließzeiten in der Schulkindbetreuung daran angepasst werden.

Dieser Beschluss ließ sich rechtlich nicht halten. Stadt und Träger erarbeiteten eine Kompromisslösung. Die sieht unter anderem vor, dass die Träger den Eltern individuelle Lösungen anbieten. „Wir sehen uns als Träger von elf Standorten der Schulkindbetreuung und elf Kitas in der Verantwortung, die Organisation zu übernehmen“, erklärt Kinderwege-Geschäftsführer Joachim Karschny: „Familien, die aufgrund nicht passender Schließ- und Öffnungszeiten zwischen Kita und Schulkindeinrichtung organisatorische Probleme hinsichtlich ihrer Urlaubsplanung bekommen, können sich bei Kinderwege melden.“

Der Träger sucht dann nach Plätzen in seinen Einrichtungen.

„Es können auch Plätze bei anderen Trägern sein“, sagt Klaus-Peter Jürgensen, bei der Stadt für Kita-Förderung zuständig, „Kinderwege sammelt die Bedarfsmeldungen ein und koordiniert das Verfahren.“

Die Eltern würden damit „vom Druck befreit, sehr lange Urlaubszeiten zu nehmen, um die Betreuung sicherzustellen“, erklärt der Fachmann der Stadt.

„Es freut mich, dass eine große Baustelle in der Urlaubsplanung für viele Familien geschlossen wird“, kommentiert Grünen-Fraktionschefin Michelle Akyurt das Angebot, „ich kann mir vorstellen, dass viele Familien erleichtert aufatmen.“ Katja Mentz (GAL) lobt die passgenauen Angebote, hat aber Zweifel, dass viele Eltern ihr Kind in den Ferien in einer fremden Einrichtung betreuen lassen wollen.

Mentz: „Meine Kinder hätten das nicht mit sich machen lassen.“ Auch die Betreuungszeit von 8 bis 16 Uhr werde denjenigen nicht genügen, die in Vollzeit arbeiten. Kritisch sieht Christian Weise, Vorsitzender des Kreiselternbeirates, das Angebot. „Ich halte das für eine Notlösung, die keinesfalls die Reduzierung der Schließzeiten in den Kitas ersetzen sollte“, sagt Weise. Die Kreiselternvertretung will, dass Kitas in den Sommerferien nicht volle drei Wochen schließen. Der Elternvorsitzende weiß auch, „dass viele Schulkinder sich mit völlig anderen Gruppensituationen sehr unwohl fühlen – das Problem nicht nur für Krippen- und Kitakinder besteht.“ Das sieht Kinderwege-Geschäftsführer Karschny anders. Für die Kinder, die als Feriengäste in eine Einrichtung kommen, sei das spannend und bereichernd. Darin seien sich alle an der Planung beteiligten pädagogischen Fachkräfte einig. Problematisch findet Christian Weise die „nicht unerheblichen Kosten“ von bis zu 195 Euro in drei Wochen. Der Kreiselternvertreter: „Diese Kosten müssen nur gezahlt werden, weil die Ferienschließzeiten eben nicht abgestimmt sind.“

Hier gibt es Hilfe

Eltern, die wegen unterschiedlicher Schließzeiten von Kita und Schulkindbetreuung Probleme bekommen, können sich bei Kinderwege melden (www.kinderwege.de oder Telefon 0451/317014

60). Der Träger vermittelt Plätze an Einrichtungen oder richtet bei großer Nachfrage sogar zusätzliche Feriengruppen ein. Betreut wird in der Regel montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr. Die Kosten betragen 65 Euro je Woche inklusive Verpflegung, maximal 195 Euro für drei Wochen. In Einzelfällen können auch ältere Geschwister teilnehmen.

Kai Dordowsky

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