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Lübeck Kinderwege wehrt sich: „Wir zahlen nicht über Tarif“
Lokales Lübeck Kinderwege wehrt sich: „Wir zahlen nicht über Tarif“
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21:21 21.07.2016

Der Kita-Träger Kinderwege, der zehn Kitas und zehn Schulkindhäuser betreibt und 240 Erzieherinnen, sozialpädagogische Assistenten sowie Sozialpädagogen beschäftigt, wehrt sich gegen den Vorwurf, deutlich über Tarif zu bezahlen. „Wir zahlen nicht übertariflich, sondern bieten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die jeweils bestmögliche Auslegung des Tarifwerks für den öffentlichen Dienst an“, erklärt Geschäftsführer Joachim Karschny.

Ein Kita-Träger zahlt anständiges Geld und muss sich dafür rechtfertigen – was ist passiert? Kinderwege hat im Mai seinen Ausstieg aus dem Tarifvertrag für Sozial- und Erziehungsberufe mitgeteilt.

Erzieherinnen, sozialpädagogische Assistenten und Sozialpädagogen wurden im vergangenen Jahr nach wochenlangen Streiks in höhere Entgeltstufen eingruppiert. Kinderwege konnte diese Besserstellung vor allem in den Schulkindhäusern nicht bezahlen. Der Träger hätte Personal abbauen müssen. Um das zu verhindern, haben alle 240 Fachkräfte auf die Höhergruppierung verzichtet und verbleiben im kommunalen Tarifvertrag. Bildungssenatorin Kathrin Weiher (parteilos) kritisierte den Schritt, weil er mitten in den Verhandlungen über höhere Budgets zwischen Stadt und Kita-Trägern erfolgte. Dabei warf Weiher Kinderwege vor, übertarifliche Gehälter zu zahlen. In der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses erneuerte Weiher ihre Kritik: „Wenn Träger ihren Leuten 300 Euro im Monat über den Tarif hinaus zahlen, gleichen wir das nicht aus.“

Geschäftsführer Karschny: „Solche Beträge können wir nicht nachvollziehen.“ Kinderwege habe sozialpädagogischen Assistenten, die in der Betreuung die weniger attraktiven Randzeiten abdecken, immer schon eine Tarifgruppe höher bezahlt. Erzieherinnen, die auf Stellen von sozialpädagogischen Assistenten arbeiten, „erhalten natürlich auch Erzieherinnengehalt“, erklärt Karschny, „und erfahrene Kollegen werden bei einem Wechsel zu Kinderwege in ihrer bisherigen, bereits erreichten Altersstufe eingruppiert – das halten wir für gerecht und korrekt.“ Diese Besserstellungen habe Kinderwege stets aus eigener Kraft finanzieren können. Der Gehaltssprung, der durch den Tarifvertrag für Sozial- und Erziehungsberufe ausgelöst worden sei, „war aber deutlich zu hoch“ für den Träger.

Die Stadt will die Budgets bislang etwas über drei Prozent erhöhen, damit diese die Tarifzuwächse stemmen können. Aus Sicht der SPD ist das ungenügend. „Es kann nicht sein, dass die Budgets nicht ausreichend angepasst werden“, kritisiert Tim Klüssendorf (SPD), Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses. Zu Tarifsteigerungen würden auch „die im letzten Tarifabschluss verhandelten Umgruppierungen der Beschäftigten in höhere Entgeltstufen gehören“.

dor

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