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Lübeck Kindheit in einer dunklen Zeit
Lokales Lübeck Kindheit in einer dunklen Zeit
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20:21 04.11.2013
Ingrid Boll (78, v. l.), Iris Habelmann (44) und Bärbel Bach (73) sehen sich geschriebene Erinnerungen an. Quelle: Neelsen
Lübeck

Zarte, melancholische Klänge ertönten am Sonntag neben leeren, weißen Stellwänden in St. Marien — fünf Streicher der Musikhochschule eröffneten unter Leitung von Marien-Organist Johannes Unger mit dem Stück „The invisible Voice“ das Erzählcafé und die Ausstellung unter dem Motto „Bruchstücke — Kindsein und der Zweite Weltkrieg“ des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg. „Wir beginnen mit leeren Wänden, weil es Ihre, nicht unsere Erinnerungen sind“, erklärte Pröpstin Petra Kallies den 60 Besuchern. 15 Millionen Kriegskinder gebe es — viele von ihnen konnten bis heute nicht über ihre oft traumatischen Erlebnisse sprechen.

16 Zeitzeugen hatten jedoch erzählt — ihre Erinnerungen wurden auszugsweise von Sigrid Detloff und Ulli Haussmann vom Theater Combinale vorgetragen, bevor sich die weißen Stellwände langsam mit schriftlich verfassten Erinnerungen füllten. Über das Erleben des Palmarum, über das Jungvolk, über Luftschutzübungen und die Flucht. Die aus Danzig stammende Bärbel Bach, Jahrgang 1940, schildert zum Beispiel, wie ihre Mutter nur um Haaresbreite der Vergewaltigung durch einen Russen entging. Die Danziger Familie landete schließlich in Lübeck-Pöppendorf, war später untergrebracht im Flender- Lager.

Das Projekt „Erzählcafé“ will Kriegskindern dabei helfen, die Erlebnisse aufzuarbeiten. „Es ist heilsam, über das Erlebte zu sprechen“, sagt Pröpstin Kallies, die die Besucher aufforderte, Erinnerungsstücke mitzubringen, um ein Plakat für die Ausstellung zu gestalten. Bis zum 15. November ist täglich von 15 bis 17 Uhr das Erzählcafé in der Briefkapelle von St. Marien geöffnet, die Ausstellung bis zum 16. November täglich von 10 bis 17 Uhr. Einen Abschlussgottesdienst gestaltet die Pröpstin am Volkstrauertag um 15 Uhr.

sr

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