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18:41 25.11.2013
Lübecks Miniaturaltstadt aus Papier: Hobby-Baumeister können sich Holstentor, Dom, St. Marien und Altstadthäuser ausschneiden und zusammenkleben. Quelle: Fotos: Heiko Pump
Lübeck

Los geht‘s, mit Schere, Klebstoff und dem Pappbogen — der eigentlich ein Adventskalender ist, aber das ganze Jahr über gekauft und verbastelt wird. Das kleine Altstadthäuschen sieht am leichtesten aus, obwohl es natürlich reizvoll wäre, mit dem bekanntesten Wahrzeichen Lübecks, dem Holstentor, zu starten. Der Baubogen besteht aus 24 Häusern und Gebäuden und ist ein Abbild der Lübecker Altstadt. Es ist alles dabei, vom ehemaligen Stadttor über die Kirchen und das Heiligen-Geist-Hospital bis hin zu den malerischen Altstadthäusern aus verschiedenen Jahrhunderten.

Entworfen hat den Bastelkalender Ulf Sommer, der eine Buchhandlung in der Kleinen Petersgrube nahe der Obertrave betreibt. „Die Idee kam mir, als ich einen Bastelbogen für meine Tochter Gesa entwerfen wollte“, erzählt Sommer. „Daraus entwickelte sich dann im Laufe der Jahre der Lübecker Adventskalender.“ Alle Modelle sind sehr detailgetreu und liebevoll von dem Buchhändler gezeichnet.

Die einzelnen Elemente sollten mit einer kleinen Papierschere herausgetrennt werden. Beim Pfalzen der Kanten hilft ein Lineal. Ein guter Kleber ist ebenfalls wichtig. Die Baumeister sollten etwa ab sechs Jahre alt sein.

Es braucht etwas Zeit und Geduld, bis das erste Häuschen, das Original stammt aus dem 14. Jahrhundert und steht in der Mengstraße, fertig ist. Der Treppengiebel ist etwas schief geworden, aber das ist bei den Lübecker Wohnhäusern nichts Ungewöhnliches. Beim zweiten und dritten Haus klappt es schon wesentlich besser. Nach diesen ersten Schritten dürfen sich die großen und kleinen Baumeister auch an die schwierigeren Gebäude wagen. Und das sind in erster Linie natürlich die Kirchen St. Petri, St. Aegidien, St. Jakobi, die Marienkirche und der Dom. Nicht nur die Backsteingotik von St.

Marien ist schon eine kleine Herausforderung für sich. Es macht aber unheimlich viel Spaß, weil man sein Werk schnell wachsen sieht. Was im Originalbau ein ganzes Jahrhundert dauerte, ist hier schon in ein bis zwei Stunden geschafft. Spätestens bei diesen Objekten sollten Eltern ihre jüngeren Häuslebauer tatkräftig unterstützen.

Krönender Abschluss ist natürlich das Holstentor. Das ist auch am schwierigsten zu bauen, obwohl es auf den ersten Blick gar nicht danach aussieht. Aber bei den Turmrundungen und den Dächern muss man schon etwas tricksen. Aus Bob dem Baumeister wird hier Holstentorbaumeister Hinrich Helmstede.

Natürlich wird der Baubogen in erster Linie von Touristen gekauft. „Es gibt aber auch viele Lübecker, die ihr Herz für ihre Altstadt aus Papier entdeckt haben“, erzählt Ulf Sommer. Zu den Kunden zählen nicht nur Kinder. Auch Erwachsene wagen sich gern an die Herausforderung heran. Es gibt sogar ganze Gruppen, die sich bei Ulf Sommer mit verschiedensten Bastelbögen eindecken und sich regelmäßig treffen, um ihrer Bauleidenschaft nachzukommen. Wer mit offenen Augen durch Lübecks Innenstadtgassen geht, der kann jedenfalls das ganze Jahr über viele der 24 Altstadtmodelle hinter so manch einem Fenster wiederentdecken. Und sie sind auch über die Grenzen Lübecks hinaus ein Renner, stehen in Japan und in vielen europäischen Ländern.

Den Lübecker Altstadtbastelbogen gibt es das ganze Jahr über für 15 Euro in der Buchhandlung Sommer, dem Lübeck-Laden in der Breiten Straße sowie in St. Petri und im Holstentormuseum. Basteln kann man schließlich nicht nur in der Vorweihnachtszeit.

Wer dann auf den Geschmack gekommen ist und weitere Herausforderungen sucht, der findet in der Buchhandlung an der Obertrave neben der Lübecker Altstadt auch zahlreiche weitere Modellbauten wie den Pariser Eiffelturm, den Kölner Dom, Schiffsmodelle und Flugzeuge.

Altstadtinsel
Das geschlossene Altstadtbild wurde 1987 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Auf der von Trave und Elbe-Lübeck-Kanal umgebenen Insel gibt es rund 1800 denkmalgeschützte Gebäude, historische Gassen und Gänge.

Heiko Pump

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