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Lübeck Kleine Lösung, große Wirkung
Lokales Lübeck Kleine Lösung, große Wirkung
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21:39 18.11.2016
Das ist das neue Bild: Die Pkws parken an der Mittelinsel, die Taxis stehen näher am Bahnhof. Vom Eingang in Richtung Zob gibt es einen Fußgängerweg. Quelle: KRÖGER
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Die Parkplätze, die vorher direkt vor dem Bahnhofsgebäude zu finden waren, sind an die Mittelinsel zwischen Vorplatz und die Straße Am Bahnhof gewandert. Auch auf der gegenüberliegenen Seite der Insel können Wagen in Reihe parken, so dass die Zahl der Parkplätze auch nach der Umgestaltung konstant bei 18 geblieben ist. Die Fahrräder, die zuvor auf der Mittelinsel parken konnten, sind nun hinter den Fußgängerübergang vom Bahnhof zum Zob gezogen – wo sie ein bisschen mehr Platz haben. Auch die Taxis sind an einem neuen Ort zu finden: Sie warten direkt vor dem Bahnhofsvorplatz auf Fahrgäste.

Die wohl tiefgreifendste Änderung jedoch betrifft die Fußgänger: Sie haben jetzt einen eigenen Übergang zum Zob und müssen nicht mehr direkt über den Vorplatz gehen, über den auch der motorisierte Verkehr läuft. Für die Fußgänger ist das eine Erleichterung. „Der Übergang ist sehr gelungen“, sagt Enrico Kreft. „Man kann etwas verträumter zum Zob laufen und spart auch noch Zeit.“ Und dabei habe der Entwurf mit dieser Lösung noch Geld gespart. Nach Angaben der Stadt wurden statt der ganz ursprünglich geplanten drei Millionen Euro für das Vorhaben nun nur 476000 Euro ausgegeben. Denn: Ursprüngliche Vorhaben sind für diese sogenannte „kleine Lösung“ weggefallen, wie etwa die Neupflasterung des Platzes, diverse Überdachungen oder ein Brunnen mit integriertem Altstadtmodell. „Für verhältnismäßig wenig Geld, ist etwas Gutes daraus geworden“, sagt Kreft. „Man hätte nur vielleicht auf der Mittelinsel noch mehr Fahrradstellplätze schaffen können.“

Dieses Thema treibt auch Rebecca Jacobmeyer um. „Hier ist immer noch zu wenig Platz für die Räder“, sagt die 45-Jährige, während sie einen Stellplatz für ihr Zweirad sucht. „Schön wäre wirklich ein Fahrradparkhaus gewesen – da stünden sie trocken und sicher.“

Doch das schon vor Jahren ins Gespräch gebrachte Gebäude, das in der Konrad-Adenauer-Straße geplant gewesen ist, liegt derzeit auf Eis. „Das geplante Fahrradparkdeck wird nicht realisiert, da die Flächen der Bahn nicht mehr zur Verfügung stehen“, sagt die stellvertretende Stadtsprecherin Valessa Glisovic. „Wir sind dabei, nach einer anderen Lösung zu suchen, um eine sichere und überdachte Fahrradabstellanlage am Hauptbahnhof anzubieten.“ So werden die Fahrrad-Stellplätze am Übergang Richtung Lindenplatz als Ausweichmöglichkeit tagsüber auch sehr stark frequentiert.

Dass es nun aber zu wenig Parkplätze für Pkw gebe, darüber beschwert sich Autofahrer Janis Mahnkopf nicht. „Es ist alles klarer aufgeteilt als vorher und Autos und Taxis haben auf den Spuren genug Platz“, sagt der 26-Jährige.

Das scheint auch Hans-Joachim Becker als Taxifahrer so zu sehen. „Für uns ist es sinnvoll, nah am Bahnhof zu stehen“, sagt der 69-Jährige. „Dann brauchen die Fahrgäste gerade bei schlechtem Wetter ihre Koffer nicht so weit zu rollen.“ Den Übergang in der Mitte des Vorplatzes begrüßt er ebenfalls: Da die Fußgänger nun gerade zu verkehrsstarken Zeiten nicht mehr direkt über den Platz laufen, komme man sich nicht in die Quere. Es gibt für den Taxifahrer nur einen Kritikpunkt: „Wenn man nun vom Platz nach links auf die Straße abbiegen will und auf dem Streifen Autos parken, ist die Straße schlecht einzusehen“, so Becker.

Ein paar kleinere Arbeiten am Bahnhofsvorplatz stehen nun jedoch noch an. „In der kommenden Woche werden die restlichen Boden-Indikatoren für das Leitsystem für sehbehinderte Mitbürger installiert“, heißt es von der Stadt. Zudem verlegen die Stadtwerke noch Fernwärmeleitungen entlang der südöstlichen Seite der Straße Am Bahnhof. Wenn diese abgeschlossen sind, soll dort auch der Gehweg erneuert werden.

 Lena Modrow

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