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Lübeck „Kleine Perle“ im Hochschulstadtteil
Lokales Lübeck „Kleine Perle“ im Hochschulstadtteil
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09:21 28.06.2017
Beim symbolischen Spatenstich für das neue Gemeindehaus waren gestern dabei (v. l.): Pröpstin Petra Kallies, Architekt Olaf Fahrenkrog, Pastorin Katja von Kiedrowski, Bernd Preußner vom Gemeinde-Bezirksausschuss St. Jürgen sowie Christine Koretzky von der Stadtplanung. FOTOS (2): ULF-KERSTEN NEELSEN
St. Jürgen

Ein kleines, buntes Zirkuszelt, ein aufgebrochenes Bodenpflaster, in dem fünf Spaten stecken und ein kleiner, fahrbereiter Bagger – eine Szenerie, die zwar zur Umgebung mit benachbarter Kita und Schule passt, sich aber gestern komplett anders darstellte. „Das erste Loch ist im Boden, der Parkplatz ist kein Parkplatz mehr“, leitete Pastorin Katja von Kiedrowski ihre Grußworte ein, „nach fünf Jahren intensiver Planung und einer mühsamen, aber letztendlich erfolgreichen Zeit können wir nun den ersten symbolischen Spatenstich für unser neues Zuhause durchführen.“

Spatenstich für neues Gemeindehaus in der Alexander-Fleming-Straße – Gut zwei Millionen Euro werden für Begegnungsstätte investiert – Fertigstellung für Sommer 2018 geplant.

Denn auf dem ehemaligen Parkplatz der Paul-Klee-Schule in der Alexander-Fleming-Straße im Hochschulstadtteil soll nun bis Sommer 2018 ein neues Gemeindehaus entstehen. Dass es den dringenden Bedarf für den kirchlichen Neubau gibt, ist in einem Arbeitspapier des Kirchengemeinderatsausschusses von St. Jürgen detailliert nachzulesen (die LN berichteten). Und die Synode hatte zuvor mit fast 90 Prozent der 88 Synodalen dem Bauvorhaben zugestimmt.

„Über die Hälfte der zirka 5000 Bewohnerinnen und Bewohner des Hochschulstadtteils plus Bornkamp sind Kirchenmitglieder. Hier gehört Kirche also zum Leben dazu“, erklärte die Pastorin, „sichtbar wird es vor allem durch die vielen Taufen und Konfirmationen. In etwa drei Jahren ist von Jahrgangsstärken von bis zu 100 Konfirmandinnen und Konfirmanden auszugehen.“

„Endlich können wir nach gut 13 Jahren und den Provisorien mit der ,Oase’ und den Containern als Gemeinde im Hochschulstadtteil ankommen“, sagte Bernd Preußner vom Gemeinde-Bezirksausschuss St. Jürgen. Mit dem Gemeindehaus bekomme man einen Ort zum Zusammenfinden. Für den federführenden Architekten Olaf Fahrenkrog steht fest: „Es wird eine kleine Perle im Spannungsfeld zwischen Ärztezentrum, Schule und Supermarkt.“

Es werde ein fein ausgearbeiteter zweigeschossiger Baukörper mit einer hochwertigen und nachhaltigen Ziegelfassade entstehen, erläuterte der Fachmann. Das Erdgeschoss verfügt laut Planungen unter anderem über einen kombinierten Gemeindesaal und Andachtsraum mit Platz für bis zu 80 Gäste. Und das Foyer ist mit einer überschaubaren Pantryküche versehen. In der ersten Etage, die barrierefrei mit einem Fahrstuhl erreichbar ist, befinden sich dann noch zwei Gruppenräume, ein Büro, WCs sowie als Besonderheit eine Eventküche, in der bis zu acht Leute gemeinsam kochen können.

„Und dem Gebäude vorgelagert wird ein toller Vorplatz mit Bäumen und Sitzgelegenheiten sein, der Raum und Bühne für verschiedene Aktionen des Gemeindelebens bieten wird“, fügte er noch an. Als „kleine Attraktion“ bezeichnete er die kleine Glocke in der Fassade, die mit Muskelkraft geläutet werde.

Für Pröpstin Petra Kallies war der Spatenstich gestern ebenfalls ein sehr erfreulicher Moment. „Ich erinnere mich, dass ich 1999 erstmals in einem Ausschuss saß, wo es darum ging, ein Gemeindehaus für den Hochschulstadtteil und den Bornkamp zu planen. Deshalb ist das nun echt irre – es ist tatsächlich wahr“, jubelte sie. Ansonsten ist ihr Tagesgeschäft momentan mühsam – muss sie doch den Gemeinden den neuen Gebäude-Sparplan des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg nahebringen.

Mitte 2018 soll Einzug sein

Rund zwei Millionen Euro sind bisher als Kostenschätzung für das Gesamtprojekt von der Finanzabteilung des Kirchenkreises veranschlagt worden. Zwei Drittel der Summe wird dabei der Kirchenkreis aus der Solidarkasse aller Kirchengemeinden entnehmen. Den Rest trägt die Gemeinde St. Jürgen mit ihren nun fünf Bezirken, die vor zwölf Jahren aus der Fusion der ehemals selbstständigen Kirchengemeinden St. Jürgen, Kreuz, St. Martin und St. Augustinus hervorgegangen ist. Die Fertigstellung des neuen Gemeindehauses ist für den Sommer 2018 vorgesehen.

 Michael Hollinde

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