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Lübeck Kleine Schritte im Strandbahnhof
Lokales Lübeck Kleine Schritte im Strandbahnhof
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17:51 16.09.2016
Stühle und Tische mit Blumen lassen die Bahnhofshalle freundlicher wirken. Viel Leben herrscht hier allerdings noch nicht. Quelle: Fotos: Vögele (2), Risch

Gleich links neben dem Eingang, dort, wo einst der Kiosk war, werden wieder Getränke und Snacks verkauft, über die Halle verteilt stehen Stühle um Tische herum, die mit Blumen geschmückt sind. Und eine Bühne für allerlei Aktivitäten gibt es auch. Die Tauben, die noch vor Jahresfrist alles zugekotet hatten, müssen jetzt draußen bleiben. Eigentümer Ralph Kaerger-Thofern hat sie durch Einbau einer zweiten Türebene ausgesperrt.

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Ein bisschen was hat sich getan – Nachbarn sorgen sich um Verkehrslärm und fehlendes Konzept.

In der Halle haben schon kleinere Veranstaltungen stattgefunden – und die soll es künftig öfter geben, „aber keine Disco- oder Techno-Veranstaltungen, eher was für Ältere“, sagt der 60-Jährige. Vor allem gastronomisch will er den Strandbahnhof wieder beleben. „In den nächsten Wochen“ sei eine Bar gegenüber dem Kiosk fertig, und auch in die Räume des einstigen China-Restaurants soll wieder jemand einziehen.

Doch abgesehen vom gepflegteren Aussehen der Halle ist noch nicht viel passiert, seit er im März die begonnenen Baumfällarbeiten auf dem Gelände des zweiten, seit Jahrzehnten ungenutzten Bahnsteigs hatte einstellen müssen. Der Pilot, der seine Arbeitszeit bei Ryanair auf 50 Prozent reduziert hat, um sich seinem „Traumobjekt“ Strandbahnhof zu widmen, macht vieles selbst, ist immer wieder in Arbeitskleidung auf dem Gelände anzutreffen. Unter anderem sucht er nach den undichten Stellen im Dach, die für eine Durchfeuchtung von Wänden gesorgt haben.

Weil er auf dem Gelände der stillgelegten Gleise Stellplätze errichten und das einstige Dach wiederherstellen möchte, hatte Kaerger-Thofern schon vor längerer Zeit eine Bauvoranfrage gestellt.

Generell, so der Bauvorbescheid vom Mai, könne er 45 Stellplätze errichten. Doch das ist mit einigen Auflagen verbunden, unter anderem bedürfe es einer detaillierten Schallprognose, die nachgereicht werden müsse. Kaerger-Thofern räumt ein, es gebe noch „einige Ecken und Kanten im Bauvorbescheid“, diverse Fragen seien noch mit den verschiedenen Ämtern zu klären.

Von der Beauftragung eines Planers oder Architekten halte er aber nicht viel, „denn eigentlich ist ja klar, was man hier überhaupt machen kann.“

Genau das und die Aussicht auf eine Zufahrt und Parkplätze unmittelbar an ihrer Grundstücksgrenze bereiten den Bewohnern des aufwendig sanierten und 2015 bezogenen einstigen Parkhotels am Godewind

7 Sorgen. Zwar freuten sich alle, versichern sie, dass der Strandbahnhof saniert und belebt werde. Aber zum einen haben sie Angst vor der Lärmbelästigung durch den Parkplatz und vor einer Verschärfung der ohnehin schwierigen Verkehrssituation an dieser neuralgischen und engen Stelle des Badeortes, wo sich oft Autos und Busse stauen und die Bordsteine abgesenkt sind. „Wenn dann künftig auch noch direkt neben unserem Haus eine enge Einfahrt zum Parkplatz liegt, wird es sehr schwierig“, sagt Rainer Jürs.

Zum anderen gibt es Bedenken, ob der Investor es überhaupt schafft, den Strandbahnhof nachhaltig zu beleben. Sie habe, sagt Gabriele Lieser, in ihrer „30-jährigen Tätigkeit als Stadtplanerin noch keinen Investor kennengelernt, der ein solches Projekt ohne einen Sachverständigen realisiert hat“. Ralph Kaerger-Thofern kann verstehen, „dass die Anwohner Sorgen haben“, und er räumt ein:

„Konfliktpotenzial ist mit Sicherheit da.“ Zu Gesprächen mit den Anwohnern sei er durchaus bereit.

Aber: Er will – wie bisher – Schritt für Schritt weiterarbeiten. Bis zur Saison 2017 soll der Kiosk zum Bistro werden, zudem möchte er „den Veranstaltungsteil strukturiert haben“. Und vielleicht, so hofft er, sei ja dann auch das China-Restaurant wieder vermietet.

 Sabine Risch

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