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Lübeck Klimaschutz: Lübecks Ziele fast erreicht
Lokales Lübeck Klimaschutz: Lübecks Ziele fast erreicht
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09:55 23.11.2016
Quelle: Archiv/Fotolia

Die Lübecker haben ihren Ausstoß an klimaschädlichem CO2 in den vergangenen fünf Jahren um 9,8 Prozent gesenkt. Der CO2- Ausstoß pro Einwohner ging von 8,45 auf 7,62 Tonnen zurück. Das belegt die neue CO2-Bilanz des städtischen Bereichs Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz für das Jahr 2015. „Die Zielvorgabe des Klimaschutzkonzepts von 2010 ist damit weitgehend erreicht“, erklärt Barbara Schäfers von der Umweltbehörde. Die Vorgabe lag bei zehn Prozent weniger Kohlendioxid pro Einwohner.

Die Ermittlung des durchschnittlichen Kohlendioxid-Ausstoßes gestaltet sich schwierig. „Der wird errechnet und nicht gemessen“, erläutert Barbara Schäfers. Der Verbrauch von Strom, Gas und Wärme lässt sich über die Angaben der Energielieferanten ermitteln. „Schwieriger ist es beim Verbrauch von Heizöl, Diesel und Benzin“, sagt Schäfers. Für den Heizöl-Verbrauch würden beispielsweise Statistiken von Schornsteinfegern ausgewertet.

Den größten Beitrag leisteten private Haushalte und Gewerbe, die ihren Stromverbrauch drosselten und unter anderem dadurch den CO2-Ausstoß um fast 17 Prozent reduzierten. Auch die Investitionen der Stadt in die Modernisierung ihrer Gebäude zahlt sich für die Umwelt aus. Um fast zwölf Prozent wurden die Emissionen zurückgefahren. Weniger Stromverbrauch und der Umstieg auf emissionsärmere Heizenergie lägen im bundesweiten Trend, stellt Barbara Schäfers fest. Der Ausbau der Fernwärme schlage sich in der CO2-Bilanz positiv nieder. Denn bei Fernwärme würden 172 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde ausgestoßen, während es bei Heizöl 315 Gramm pro Kilowattstunde seien. Beim Kraftfahrzeugverkehr hat sich am wenigsten verändert.

„Die beiden großen Handlungsfelder sind Wärme und Verkehr“, erklärt Umweltsenator Ludger Hinsen (CDU), „die Zukunft gehört kleineren Blockheizkraftwerken.“ Die Stadtwerke seien mit ihrem Konzept auf dem richtigen Weg. Beim Autoverkehr werde in Lübeck die Ausweitung der Elektro- Mobilität vorangetrieben. Hinsen: „Das entspricht meiner Grundhaltung, mit praktischen, handfesten Projekten voranzukommen.“ Eine noch nicht ausreichend gewürdigte Komponente im Klimaschutz sei der Stadtwald. Der Umweltsenator: „Gerade das spezifische Waldkonzept, das in Lübeck praktiziert wird und das sich zunehmend bundesweiter Aufmerksamkeit erfreut, trägt zu einer überdurchschnittlich hohen CO2-Bindung bei und ist damit mitverantwortlich für die gute Luft, die wir in der Hansestadt atmen.“

Die Grünen sehen die Lage nicht ganz so euphorisch. „Die jetzt festgestellte CO2-Reduzierung „ist ein guter Einstieg, aber nicht ausreichend“, urteilt Silke Mählenhoff, Mitglied der Bürgerschaft und des Umweltausschusses. Gerade beim Thema Autoverkehr seien noch dicke Bretter zu bohren. Aber die Grünen-Politikerin will auch an das Thema der Abgase ran, die durch die Schiffe im Lübecker Hafen ausgestoßen werden. Denn bis zur Erreichung der Vorgaben der Bundesregierung ist es in der Hansestadt noch ein weiter Weg. Barbara Schäfers: „Um 2,5 Tonnen CO2-Ausstoß je Einwohner bis 2050 zu schaffen, muss Lübeck deutlich mehr tun.“ Immerhin: Die städtische Klimaschutzbeauftragte Andrea Witt darf bleiben. Ein Förderantrag für ihre Stelle wurde gerade bewilligt. Witt ist weitere zwei Jahre für die Umsetzung der Klimaschutzziele zuständig.

Kai Dordowsky

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