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Lübeck Klopf Klopf: Aktionstag für ein weltoffenes Lübeck
Lokales Lübeck Klopf Klopf: Aktionstag für ein weltoffenes Lübeck
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16:55 24.03.2017
Fußball kennt keine Unterschiede: Auf dem Markt kicken Spieler verschiedener Kulturen gemeinsam.

Lübeck ist weltoffen. Das zeigten gestern Hunderte Hansestädter mit ihrer Teilnahme am Aktionstag des Vereins „Klopf Klopf — Lübeck ist weltoffen“. Zum fünften Mal lud die Initiative anlässlich der Palmarum-Nacht von 1942 zum Gedenktag ein.

Mit Spaziergängen und Fußball machte der Verein gestern Flucht, Vertreibung und Integration zum Thema.

In diesem Jahr beschäftigte sich der Verein laut Programmleiterin Antje Peters-Hirt besonders mit der Lage von Vertriebenen und Geflüchteten. So fand neben den traditionellen Stadtspaziergängen erstmals eine Mini-Fußball-WM auf dem Markt statt. Die Mannschaften setzten sich aus Spielern aus dem Raum Lübeck und Geflüchteten zusammen.

„Der Sport ist ein wichtiges Instrument für Integration“, betonte Philip Borth vom Lübeck Management, der das Turnier mit auf die Beine stellte. Durch das Zusammenspiel von verschiedenen Kulturen auf dem Platz werde eine weltoffene und tolerante Umgangsweise miteinander gefördert, denn „Fußball kennt keine Sprachbarrieren“, sagte Borth. Auch für die historischen Spaziergänge durch die Lübecker Innenstadt sollte die Sprache kein Hindernis sein: Bei einigen Touren wurden zusätzlich Übersetzungen auf Farsi und Arabisch, speziell für geflüchtete Neubürger, angeboten. Wie auch in den vergangenen Jahren wurden verschiedene Aspekte des Nationalsozialismus thematisiert. Monika Schulz (63) aus Lübeck schloss sich der Gruppe Kunst und Erinnerung an, die Lienhard Böhning führte. Sie schlenderte mit etwa 30 weiteren Teilnehmern vom Markt zum Geburtshaus von Hans Blumenberg, zur Löwenapotheke, weiter zur Stadtbibliothek und bis zum Behnhaus. „Ich war letztes Mal in einer anderen Gruppe dabei, und es hat mir damals schon gut gefallen“, sagte Schulz. Als Lübeckerin wolle sie ihr Wissen über die historischen Personen und Ereignisse der Stadt vertiefen. „Ich bin gespannt zu hören, was Lübeck zu bieten hat, was man noch nicht kennt.“

Und da gebe es einiges, sagte Cornelius Borck vom Institut für Medizingeschichte der Universität. Er berichtete über das Leben und Wirken von Hans Blumenberg. „Der Philosoph ist eine der weniger bekannten Persönlichkeiten Lübecks“, begann er vor dessen Geburtshaus in der Hüxstraße. Die Gruppe lauschte gespannt den Berichten Borcks, bis sie weiter Richtung Löwenapotheke zog. „Es ist wirklich spannend, Neues über die Menschen aus der vergangenen Zeit zu erfahren und daran zu erinnern“, sagte Schulz.

Von er

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